Donnersbergkreis Gestorben: Die Hüterin der Puppenstuben

JAKOBSWEILER. Ein großer Freundeskreis trauert um Ingeborg Michno. Wie erst jetzt bekanntwurde, starb sie bereits am 3. Mai mit 73 Jahren. Ihr Todestag fällt auf den Geburtstag ihrer älteren Schwester, der ebenfalls bereits verstorbenen Schriftstellerin Susanne Faschon. Durch sie war Michno nach Jakobsweiler gekommen. Ihr Häuschen in der Kirchstraße war ein charmanter Mittelpunkt für viele Gäste. Obwohl Michno aus Kaiserslautern stammte, liebte sie das Dorfleben und integrierte sich sehr schnell mit viel Freude und Enthusiasmus. Die Idee, ein Museum für die Vielzahl ihrer gesammelten Puppenstuben zu gründen, fiel beim damaligen Ortsbürgermeister Walter Hahn auf fruchtbaren Boden. 1999 konnte bereits mit dem Umbau des Milchhäuschens begonnen werden, und 2001 zogen die Puppenstuben von Rosemarie Hahn aus den 1930er Jahren und von Ingeborg Michno aus den 1950er Jahren ein. In der folgenden Zeit begleitete sie zahlreiche Wechselausstellungen im Milchhäuschen und gehörte, nachdem sie den Vorsitz abgegeben hatte, bis zum Schluss dem Museumsausschuss an. Im damaligen Heimatmuseum in Kirchheimbolanden inventarisierte die ausgebildete Bibliothekarin Michno die Bücherbestände an die 25 Jahre lang, zuerst zusammen mit Conrad Lucae, dann mit Günter Kircher. Auch die Kleine Pfalzbibliothek in der Kirchheimbolander Karl-Ritter-Schule lag ihr am Herzen. Seit der Gründung im Jahre 1996 war sie auch dort mit großer Fachkenntnis tätig und kümmerte sich akribisch um den schriftstellerischen Nachlass ihrer Schwester Susanne Faschon, der hier eine würdige Bleibe fand. (iri/Archivfoto: Stepan)