Donnersbergkreis Gemeinsames Singen fördern
„Wir wollen einen neuen Weg aufzeigen, um das Singen in der Gemeinschaft wieder publik zu machen“: Das hat der Vorsitzende Hans-Peter Bürcky als Grund für den Schlagerabend genannt, zu dem der Gesangverein Albisheim ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatte. Das ist den Mitwirkenden gelungen: Bei der von Bürcky selbst moderierten Veranstaltung sind die Besucher voll auf ihre Kosten gekommen.
Mit der „Ballade pour Adeline“ von Richard Clayderman eröffnete die Dirigentin des gastgebenden Chors, Sofie Bender, am Klavier das Programm. Die Organisatoren hatten auf ein gedrucktes Programm verzichtet und ließen stattdessen die Lieder anhand geschickt gestellter Fragen erraten. So wollte der Ansager zum Beispiel wissen, was uns am Leben hält. Der gemischte Chor Albisheim antwortete: „Nur die Liebe lässt uns Leben.“ Oder es wurde gefragt, was sich keinesfalls lohnt im Leben. Klar: „Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling“, so der Chor. Die Chorgemeinschaft Wachenheim/Niefernheim ließ mit „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“ ihren Gefühlen freien Lauf, besang anschließend das Mädchen Juanita in dem Schlager „Die Gitarre und das Meer“ und besuchte nach ihrer Rückkehr „Die kleine Kneipe“. Zum Abschluss verliehen die Zellertaler Sänger unter der Leitung von Alena Gahn dem Programm mit dem Titel „Amen“ eine religiöse Note. „Wunder gibt es immer wieder“, betonten die Albisheimer Sängerinnen und Sänger unter ihrer Dirigentin Sofie Bender, die für ihren Chor auch die Titel arrangiert hatte. Wehmütig wurde es beim Lied „Butterfly“, während die Aktiven beim Titel „Itsy Bitsy Teeny Weeny Honolulu-Strand-Bikini“ ihr Temperament bewiesen. Gemeinsam zeigten die Kantorei Albisheim und der Kirchenchor Marnheim, dass sie auch über ein weltliches Repertoire verfügen. Sie überraschten mit dem fetzigen „Hey, das ist Musik für mich“ und schmeichelten sich bei den Zuhörern mit dem Lied „Sehnsucht“ als Hommage an die Taiga ein. Den Wunsch nach Freiheit erfüllte sich das Ensemble mit „El Codor pasa“, der einsam über den Bergen kreist. Mit viel Applaus wurden die Sängerinnen und Sänger von der Bühne verabschiedet. Der Männerchor Albisheim, ebenfalls unter der Leitung von Sofie Bender, verlangte musikalisch „Aber bitte mit Sahne“ und musste außerdem über sieben Brücken gehen. Ferner ließen die Sänger nach einem Arrangement ihrer Dirigentin „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ erklingen. Tosenden Applaus brachte dem Chor der Schlager von der „Schönen Maid“ ein, bei dem die Mitglieder „Tralala“ und „Hopsasa“ sangen, sowie bei Bier, Schnaps und Wein tanzten. Begleitet wurde der Chor von Ralf Dietz an der Handtrommel Walter Frommkort mit der Gitarre. Bei „Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn“ prosteten die Sänger den Besuchern von der Bühne aus zu. Anmerkung am Rande: Beide Chorleiterinnen verzichteten an diesem Abend auf ihre Dirigiertätigkeit, um ihren jeweiligen Chor am Klavier zu unterstützen. Das allerdings hat die Qualität der Liedvorträge beeinträchtigt. Mit „Blue Haeven“ bereicherte das Ehepaar Birgit und Karl-Werner Enders das Programm, wobei der Song „Du hast mich 1000 Mal belogen“ vermutlich nicht der Wahrheit entsprach, aber das Publikum begeisterte. Apropos: Dies bekam auf zwei Seiten Texte zu einem Schlagermedley an die Hand, das dann – entsprechend dem von Bürcky eingangs genannten Ziel – mit Begeisterung gemeinsam gesungen wurde.