Donnersbergkreis Gelassenheit am Rauhen Weg

Hat bisher laut Trainer Jürgen Giehl das Spiel nach vorne belebt: ASV-Neuzugang Daniel Ghoul, der hier gegen die SG Rieschweiler
Hat bisher laut Trainer Jürgen Giehl das Spiel nach vorne belebt: ASV-Neuzugang Daniel Ghoul, der hier gegen die SG Rieschweiler vom Elfmeterpunkt zum 2:0 trifft (Endstand 4:1).

«WINNWEILER.» Der ASV Winnweiler spielt im dritten Jahr in der Fußball-Verbandsliga und steht nach 16 Spieltagen auf Platz 15. Fast möchte man sagen, wie gewohnt, denn auch in dieser Saison kämpfen die Roten vom Rauhen Weg wieder einmal gegen den Abstieg. Trotz der nicht einfachen Situation bleibt Trainer Jürgen Giehl gelassen und sieht seine Mannschaft stark genug, die Klasse zu halten.

In dieser Saison ist die Verbandsliga mit 17 Mannschaften am Start, und je nachdem, was sich in der Oberliga tut – dort sind mit Dudenhofen, Gonsenheim, Pfeddersheim, Morlautern und Mechtersheim fünf Teams in den Abstiegskampf verstrickt, die in die Südweststaffel absteigen würden –, könnte es vier oder fünf Absteiger geben. Der wohl sichere zwölfte Tabellenplatz ist derzeit fünf Punkte entfernt. Allerdings ist das Tabellenbild durch die vielen wetterbedingten Absagen in den vergangenen Wochen einigermaßen schief. Der TuS Hohenecken, der eben diesen zwölften Platz besetzt, hat drei Spiele mehr als Winnweiler ausgetragen. Es wird also wahrscheinlich bis Ostern dauern, bis die Tabelle begradigt ist. Nichtsdestotrotz weiß man beim ASV um die Schwere der Aufgabe. Jürgen Giehl sieht in der aktuellen Situation Parallelen zu den ersten Jahren in der Landesliga. Auch da hatte man zunächst Mühe, sich zu etablieren, hat sich weiterentwickelt und den nächsten Schritt, sprich den Aufstieg, in die Verbandsliga geschafft. Sollte die Mission Klassenerhalt trotzdem nicht gelingen, sieht er den ASV nicht ins Bodenlose fallen. „Unsere Arbeit ist nachhaltig angelegt, nicht auf den kurzfristigen Erfolg ausgelegt. Auch nach einem Abstieg würde nicht alles zusammenbrechen.“ Aber eigentlich will er daran keine Gedanken verschwenden, sieht sein Team gerade in den letzten Wochen auf einem guten Weg. Sieben Punkte aus den letzten vier Spielen nach einer langen Durststrecke von neun sieglosen Partien belegen dies. Allerdings tut sich der ASV in diesem Jahr gerade zu Hause oft recht schwer, nur drei der bisher sieben Heimspiele wurden gewonnen. Hier sieht Giehl den größten Handlungsbedarf. „Da müssen wir wieder mit mehr Aggressivität und Laufbereitschaft zu Werke gehen. In der bisherigen Saison hat uns einfach die Konstanz gefehlt, oft die nötige Galligkeit.“ Allerdings hatte der ASV auch mit erheblichen personellen Problemen zu kämpfen. So musste Giehl zum Saisonauftakt wochenlang auf die etatmäßigen Torschützen Fabian Schmitt und Waldemar Schneider verzichten, die erst am fünften beziehungsweise siebten Spieltag ihr Saisondebüt feierten. Auch sonst gab es durch Verletzungen, Auslandsaufenthalte und Ähnliches permanent personelle Wechsel, sodass bisher schon 26 Spieler eingesetzt wurden. Mit den Leistungen der Neuzugänge zeigt sich Giehl zufrieden, sieht aber, wie bei der ganzen Mannschaft, noch Luft nach oben. „Die Rolle im Mittelfeld hat er mit seiner Zweikampfstärke wie erwartet ausgefüllt und das Spiel nach vorne belebt“, urteilt er über Daniel Ghoul. „Sobald er auf dem Platz war, hat er meist das umgesetzt, was gefordert war, war eng an den Leuten. Nach vorne hat manchmal die Geschwindigkeit gefehlt“, ordnet er die Leistung von Christian Schirrmann ein, dem er eine „gute Mentalität“ bescheinigt. Zwiespältig fällt sein Urteil über Stürmer Ali Jito aus: „Mit Ausdauer, Schnelligkeit und Sprungkraft bringt er alle Anlagen mit, wirkt aber oft noch zu verspielt. Ihm fehlen noch Gradlinigkeit und Konsequenz im Abschluss. Wenn er das noch umsetzt, werden wir noch viel Freude an ihm haben.“ Seinen Spielern will er eine möglichst lange Pause können, bevor es im neuen Jahr wieder losgeht. Vor allem sollen sich die angeschlagenen Spieler erholen können. Dabei setzt er auf Eigenverantwortung, sieht die Spieler in der Pflicht, „in der freien Zeit etwas zu machen“. Los geht es am Sonntag, 18. Februar, mit dem Heimspiel gegen Hohenecken und damit gleich mit dem Angriff auf den wohl rettenden zwölften Tabellenplatz. Neben dem Ziel, die drei Punkte zu holen, will Giehl aber auch, dass seine Mannschaft „wieder mehr Emotionen ins Spiel bringt, zielstrebiger agiert und damit auch die Zuschauer wieder pusht“. Dann wird der ASV auch wieder eine Macht am Rauhen Weg sein und die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen.

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