Donnersbergkreis „Gegen Reaktivierung“

„Im Gegensatz zu Herrn Jacob sehen wir wesentliche Unterschiede zwischen einem Waffenlager und einer Wohnsiedlung. Glücklicherweise ist seit dem Abzug der Amerikaner das ehemalige Areal ’North Point’ renaturiert worden und ein schönes Naturschutzgebiet entstanden. Das alles soll jetzt wieder obsolet werden?“ Das betont Sascha Nickel, Vorsitzender der Jusos im Donnersbergkreis, zur Stellungnahme von Rudolf Jacob (CDU) „Zuerst müssen die Fakten auf den Tisch“ vom 16. Juni.
Wie mehrfach berichtet, haben die amerikanischen Streitkräfte gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Interesse an der Nutzung von Liegenschaften in Deutschland für Lager- und Unterbringungszwecke geäußert. Darunter ist auch das ehemalige Munitionsdepot „North Point“ bei Kriegsfeld. Jacob hatte für die CDU-Kreistagsfraktion mitgeteilt, es spreche aus seiner Sicht nichts gegen administrative Nutzungen des Geländes, wie dies zum Beispiel auch auf der in der VG Winnweiler gelegenen US-Siedlung Heuberg der Fall sei. Nickel schreibt hierzu, mit Waffen schaffe man keinen Frieden. „Und man sieht am Krieg in Syrien, Afghanistan und Irak, welche schlimmen Folgen die Einsätze der US-Army angerichtet haben.“ Mehr Waffen schaffe auch kein Mehr an Sicherheit – diese Logik sei heute noch genauso falsch wie im Kalten Krieg. Waffen seien dazu da, Gewalt auszuüben und zu töten, dem müsse man sich entschieden entgegen stellen. „Nur gegenseitiges Vertrauen schafft eine Umgebung, in der Abrüstung möglich ist. Doch der neue US-Präsident zerstört mehr und mehr dieses Vertrauen und wir müssen aufpassen, nicht wieder in eine ’Kalte Kriegstheorie’ zurückzufallen.“ Wenn Jacob den „North Point“ mit dem Heuberg vergleiche, vergesse er die neue Haltung von Bundeskanzlerin Merkel (CDU), die selbst die fehlende Verlässlichkeit des US-Präsidenten Trump betone. Nickel: „Wenn wir es zulassen, dass immer noch massenweise Sprengköpfe, Munition und Atomwaffen in unseren Wäldern liegen, unterstützen wir damit die zurzeit unverantwortliche Außenpolitik der Vereinigten Staaten. Deswegen sprechen wir uns gegen die Reaktivierung des Gebiets ’North Point’ aus, um den Anfängen einer neuen Rüstungsspirale zu wehren.“