Donnersbergkreis Gegen das Vergessen

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38 Jugendliche aus der Pfalz und aus Baden haben an einer Gedenkfeier anlässlich der 75. Jährung der Deportation von über 6500 Juden in das südfranzösische Internierungslager Gurs teilgenommen, darunter auch die 18-jährige Lea Steinmetz aus Dielkirchen, die an der IGS in einer Anti-Rassismus-AG aktiv ist. Sie durfte sogar eine Rede halten und warnte darin vor allem vor der Gefahr des Vergessens.

Die Zeitzeugen, die die 38 jungen Deutschen in Gurs trafen, hatten viel zu erzählen. Paul Niedermann wurde mit 13 Jahren von Karlsruhe nach Gurs gebracht, Eva Mendelsson aus Offenburg sowie Margot Wicki-Schwarzschild aus Kaiserslautern mussten bereits im Alter von neun Jahren mit der gesamten Familie in das Internierungslager. Grausame Bedingungen wie die schlechte Versorgung oder die hygienischen Zustände haben sich ebenso in die Köpfe der Überlebenden gebrannt wie der Verlust von Familienmitgliedern. Lea Steinmetz unterhielt sich vor allem mit Margot Wicki-Schwarzschild. Diese schilderte zum Beispiel, wie sie sich vor dem Abtransport ihres Vaters in ein Konzentrationslager im Osten nicht einmal von ihm verabschieden konnte. Nur durch Glück konnte sie selbst überleben: dank ihrer katholischen Mutter galten die Kinder nur als Halb-Juden. Aber nicht nur die Zeitzeugen, sondern auch die Jugendlichen selbst kamen zu Wort: In einer Rede konnte jeder ein paar selbstgeschriebene Worte, einmal auf Französisch, einmal auf Deutsch, beitragen. So auch Lea, die das Vergessen „eine unserer schlimmsten Krankheiten“ nannte. Die 18-Jährige weiß genau, dass an der Vergangenheit nicht gerüttelt werden kann, dass man sie und ihre Opfer aber nicht vergessen oder gar verdrängen darf. „Wir müssen aufwachen und verhindern, dass sich Ereignisse wie der Holocaust wiederholen“, sagte sie denn auch in ihrer Rede. Auch die aktuelle Lage in Deutschland bezeichneten die Zeitzeugen als schlimm. Wicki-Schwarzschild rief die Jugendlichen dazu auf, Geschichtslehrer zu werden und den nachfolgenden Generationen von den schrecklichen Ereignissen zu berichten. Neben der Erkundung der Gedenkstätte und der Teilnahme an der Gedenkfeier war es Lea auch möglich, sich mit französischen Jugendlichen austauschen. Der Film „Lichtschimmer in Gurs“, der auf Briefen einer Mutter an ihren Sohn aus dem Lager basiert, sowie die Besichtigung des jüdischen Waisenhauses „Maison d’Izieu“, deren 44 Waisenkinder mitsamt der Betreuerinnen in Ausschwitz ermordet wurden, zählten ebenfalls zu den Programmpunkten der Gedenkfahrt, die der Bezirksverband seit 2008 für Jugendliche organisiert.

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