Donnersbergkreis Gefühlvoll durch den Abend

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WEIERHOF. Als am Samstagabend das Duo „Kira – Voice & Bass“ im Blauen Haus auftrat, herrschte eine angenehme Wohnzimmeratmosphäre. Mit eigenen spannenden Interpretationen von bekannten Pop- und Rocksongs begeisterten Sängerin Kira Ludlow und Bassist Ralf Gauck aus Worms.

Während draußen der kalte Novemberwind wehte, war es im Blauen Haus gemütlich warm. Um neun runde Tische waren bunte Stühle aufgestellt worden. Auf den dunklen, samtigen Tischdecken sorgten kleine Kerzen für gedämpftes Licht. Während die Zuhörer vor 20 Uhr noch munter durcheinander plauderten und Wein tranken, wurde es dann augenblicklich still, als Kira Ludlow und Ralf Gauck die Bühne betraten. Beide waren ganz in schwarz gekleidet. Ludlow trug eine Schluppenbluse, dunkle Jeans und hohe Stiefel, ihr langes Haar fiel über ihre rechte Schulter. Sie stand neben Bassist Gauck auf einer fast leeren Bühne. Auch seine Kleidung war schlicht und reduziert, damit nichts von der Musik der beiden ablenken konnte. Gauck gehört zu den bekanntesten Bassisten Europas und wurde mehrfach mit dem Bundespreis „Bester Bassist“ ausgezeichnet. Seine Liebe zur Musik teilt er mit Kira Ludlow, die mit zwölf Jahren ihre ersten Klavierstunden nahm und bereits im jungen Alter im Chor sang. Als Gauck seinen Bass stimmte, scherzte er mit dem Publikum wie mit alten Freunden: „Geht es euch gut? Na, dann dürft ihr bleiben!“ Eröffnet wurde das Konzert mit dem romantischen Song „I won´t let you go“, mit dem James Morrison 2011 einen Hit landete. Ludlows klare Stimme wirkte in den richtigen Momenten zerbrechlich. Immer wieder schloss sie verträumt die Augen, um die Musik zu spüren. Gaucks elektronischer Bass in Holzoptik schnarrte dabei ganz tief. Gauck erklärte, dass es sich bei dem nächsten Lied um das erste Stück handle, welches das Duo gemeinsam eingeübt habe. Aus „Dance with somebody“ von Mando Diao hatten die beiden Musiker ein langsames Stück gemacht, in dem der große Tonumfang der Stimme der Sängerin deutlich erkennbar wurde. Bei „Halleluja“ aus der Feder des kürzlich verstorbenen Leonard Cohen handelt es sich um eines der meist gecoverten Lieder. „Vielleicht hört er uns ja jetzt von oben zu“, flüsterte Gauck, bevor er die ersten Töne anspielte. Danach kündigte er Norah Jones Hit „Sunrise“ an: „Es ist eine große Seltenheit, dass Jazzsängerinnen so erfolgreich in den Charts sind!“ Da Ludlow in Irland geboren wurde, durfte auch ein Stück der irischen Gruppe „The Corrs“ nicht fehlen. „Runaway“ handelt von dem Wunsch einer verliebten, jungen Frau, mit einem Mann einfach wegzulaufen und dem Alltag zu entfliehen. Eine Woche vor dem ersten Advent stimmten die Musiker das Publikum mit „One more sleep till Christmas“ auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein. Mit zarter Stimme, fast engelsgleich, hauchte Ludlow „White Christmas“ und sprach damit vielen Menschen aus der Seele: Jedes Jahr besteht die Sehnsucht nach einem weißen Weihnachtsfest mit schneebedeckten Tannenwipfeln und friedlichen Stunden. Um einiges schneller wurde es aber dann bei Alex Clares „Too close to love you“. Der letzte Song vor der Pause stellte Gauck und Ludlow vor eine besondere Herausforderung. Linkin Park, eine amerikanische Crossover- oder Nu-Metal-Band, ist für laute und schnelle Stücke bekannt. „Numb“, welches 2003 erschien, war bei „Kira – Voice & Bass“ zwar weniger laut und kraftvoll, aber dafür um einiges gefühlvoller. Diese besondere Interpretation begeisterte die Zuhörer. Nach einer 20-minütigen Pause folgten „Valery“ von Amy Winehouse und „Nine Million Bicycles“ von Katie Melua. Mit „Merry Christmas“ erklang ein weiteres Weihnachtslied. Bei „Nothing else matters“ von Metallica, stellte das Duo ein weiteres Mal seine Vielseitigkeit unter Beweis. Die außergewöhnlichen Arrangements ließen die Originaltitel schnell erkennen und waren in ihrer Form dennoch einzigartig. Schließlich endete der Abend nach beinahe 90 Minuten mit „Grenade“ von Bruno Mars und „With Arms wide open“. Bewegt von den besonderen und gefühlvollen Interpretationen verließen die Zuhörer das Blaue Haus und gingen hinaus in die frische Nacht.

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