Donnersbergkreis
Gartenkolumne: Selbst im Winter zeigt so manche Pflanze Blütenpracht
Mein „Bullerbü“ wirkt derzeit ziemlich unansehnlich. Die Nässe, die im vergangenen Jahr zu sehr viel Wildwuchs geführt hat, trägt ihr Übriges zum winterlich-trüben Erscheinungsbild bei. Es gibt allerdings auch wunderschöne Lichtblicke.
Nie waren sie ersehnter: der große Rückschnitt und die Frühjahrs-Pflegearbeiten im Garten. Diese stehen bis Ende Februar auf dem Programm. Gleichermaßen ungeduldig warte ich auf die Rückkehr der Winterblüher. Bis zu meinem Einstieg ins Gärtneruniversum kannte ich bestenfalls Schneeglöckchen. Dass diese einen engen Verwandten haben – den Märzenbecher –, war eine meiner ersten Lektionen in Pflanzenkunde.
Die beiden Zierpflanzen kann das ungeschulte Auge leicht verwechseln. Der Märzenbecher hat sechs glockenförmige Blütenblätter, das Schneeglöckchen hingegen zwei Blütenkränze. Im Übrigen stehen diese Gewächse aus der Amaryllisfamilie unter Naturschutz. Sie dürfen daher beim Spaziergang im Wald nicht einfach gepflückt oder ausgegraben werden. Glücklich der, der sie in seinem Garten bereits hat.
Ein gelber Blütenteppich rollt sich plötzlich aus
Eine weitere Überraschung war für mich der gelbe Blütenteppich, der sich plötzlich im Januar ausrollte. Unser Grundstück ist offenbar besonders attraktiv für Winterlinge. Eine Bekannte erzählte mir, dass sie darauf neidisch sei. Ihr sei das Ansiedeln der kleinen Hahnenfußgewächse bisher nicht gelungen. Winterlinge locken auch die ersten Bestäuber im Frühjahr an – ein weiterer Grund, sie zu mögen und im Garten zu kultivieren.
Ich habe aber einen eindeutigen Favoriten unter den Frühblühern: die Lenzrose, auch bekannt als orientalischer Nieswurz. Besonders im Bereich der Grundstücksmauern fühlt sie sich bei uns wohl. Sie beglückt mein Gärtnerinnenherz in allen möglichen Rosatönen. Lenzrosen zählen ebenfalls zu den Hahnenfußgewächsen.
Lenzrosen trotzen der Eiseskälte
Sie trotzen stolz nicht nur jeglicher Eiseskälte. Mit ihren großen Blütenkelchen betören sie (mich) mit ihrer zarten Eleganz. Als Dauerblüher zeigen sie Standvermögen bis weit in den April. Anfangs hatte ich sie mit Christrosen verwechselt. Dann aber dank Pflanzen-App schnell gelernt: Sind die Blüten nicht weiß und blühen nicht im Dezember, haben wir es mit Lenzrosen zu tun.
Schließlich folgen noch die ersten Krokusse. Auch für diese unkomplizierten Pflanzengefährten ist unser Garten schon früh im Jahr attraktiv. Ab Mitte Februar leben wir quasi in einem lilafarbenen Paradies aus Elfenkrokussen: eine wahre Augenweide!
Ein Hoch auf die Herbst- und Winterblüher
Zum Schluss möchte ich noch meine Mahonie im Vorgarten erwähnen. Das Ziergehölz aus der Berberitzen-Familie bildet im Herbst kleine, goldgelbe Blüten aus. Genau dann, wenn andere Stauden und Sträucher bereits verwelkt sind. Die Mahonie ist schon deutlich in die Jahre gekommen. Das beeindruckt sie selbst offenbar überhaupt nicht. Im vergangenen Winter vermutete ich einen größeren Frostschaden und rechnete schon mit dem Schlimmsten. Umso schöner, dass sie im Herbst wieder üppiger denn je ausgetrieben hat.
Daher: Ein Hoch auf alle standhaften und wunderschönen Herbst- und Winterblüher. Ihr macht Lust auf das Gartenjahr. Auf ein Neues.
Hier geht es zur vorherigen Folge der Serie „Tipps aus Bullerbü“: Faszination Winterschlaf – Die Gartenkolumne