Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Faszination Winterschlaf – Die Gartenkolumne

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Was hat es eigentlich mit dem Winterschlaf auf sich und welche verschiedene Arten davon gibt es? Darüber hat sich unsere Kolumnistin und Hobbygärtnerin Jeannette Anthes Gedanken gemacht.

Meine kürzliche Begegnung mit einer Erdkröte, die wohl unterwegs in ihr Winterquartier war, hat mich zum Nachdenken gebracht. Was hat es eigentlich mit dem berühmten „Winterschlaf“ auf sich? Tatsächlich wird hier in drei Kategorien unterschieden. Es gibt nicht nur den Winterschlaf, sondern auch die „Winterstarre“ und die „Winterruhe“. Grundsätzlich sind alle drei Strategien für schlechte Zeiten, wenn Nahrungsknappheit und strenge Witterung herrschen. Den Winter durchzuschlafen, bedeutet Energie sparen, indem man die Lebensfunktionen reduziert.

Komplizierter Aufweckmechanismus

Bekannte „Winterschläfer“ sind neben den Igeln auch Fledermäuse und Gartenschläfer. Die Reduzierung der Lebensfunktionen nimmt dabei teilweise drastische Ausmaße an: Fledermäuse verlangsamen ihren Sauerstoffbedarf so stark, dass zwischen zwei Atemzügen im Extremfall bis zu 90 Minuten liegen können! Die Körpertemperatur wird bei den Winterschläfern hingegen konstant aufrechterhalten. Die dazu benötigte Energie liefern die körpereigenen Fettreserven. Daher ist es für Winterschläfer auch so wichtig, bis zum Herbst an Gewicht zuzulegen. In ihrem Winterquartier darf die Temperatur auch nicht unter zwei Grad Celsius fallen.

Den Impuls zum Schlafenlegen geben die „innere Uhr“ des Jahresrhythmus, hormonelle Umstellungen sowie die Tageslänge vor. Die Dauer des Winterschlafes ist abhängig von der jeweiligen Spezies, sie reicht von drei bis sieben Monaten. Das anschließende Aufwachen ist eine enorme Kraftanstrengung für das Tier. Eigentlich ist es ein Aufwärmen. Das Nervensystem setzt Hormone und Gefäßregulation in Gang. Steigt die Außentemperatur über 15 Grad, kommt Muskelzittern hinzu. Was genau den Weckimpuls gibt, ist nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich stehen aber die steigende Umgebungstemperatur und Stoffwechselsignale damit in Zusammenhang.

Reptilien und Amphibien verfallen in eine Starre

Bei der „Winterruhe“ werden Stoffwechsel und Körpertemperatur nicht abgesenkt. Bei knappem Nahrungsangebot und Kälte werden kurze Schlafphasen eingeschoben. Das beobachtet man zum Beispiel bei Eichhörnchen, Dachsen oder Waschbären. In eine „Winterstarre“ wiederum begeben sich Amphibien und Reptilien. Hier wird sich der Umgebungstemperatur angepasst, da diese Tiere ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können. Wer sich nicht bewegt, verbraucht auch keine Energie.

Ich finde das ziemlich faszinierend, was die Natur sich hier mal wieder hat einfallen lassen. Und viele unter uns Gartenbesitzern können hierbei helfen. Sorgen wir für einen möglichst naturnahen Garten! Ich habe dazu eine hilfreiche Grafik im Internet gefunden. Diese gibt einen Überblick, an welcher Stelle im Garten Tiere zur Ruhe kommen können.

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