Donnersbergkreis Göllheim und Winnweiler bekommen finanzielle Unterstützung des Landes
Die Zusage kam vor Kurzem: Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz hat die Gemeinden Göllheim und Winnweiler in das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau“ aufgenommen (wir berichteten am 12. Juli). Ziel sei es, damit die Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Ortskerne zu stärken. Genau das wollen Dieter Hartmüller in Göllheim und Rudolf Jacob in Winnweiler auch tun, wie sie in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ berichten. „In den letzten Jahren haben wir im Baugebiet fast 60 Plätze verkauft“, sagt Hartmüller. Nun sei es mit Hilfe des Programmes das Ziel, im Ortskern finanzielle Anreize zu schaffen. Ihn habe beispielsweise eine Frau angesprochen, die gerne ihr Haus sanieren möchte. Das Darlehen, das sie von der Bank dafür bekomme, reiche aber nicht aus. „Genau da kann man nun mit dem Förderprogramm ansetzen“, erzählt der Bürgermeister. Außerdem habe man in Göllheim ein Defizit an Wohnungen für eine Person oder für zwei Personen. Auch für die Ortsgemeinde hat Hartmüller Ideen. „Wir wollen mehr Parkraum schaffen“, kündigt er etwa an. „Als der Ortskern bebaut wurde, hatte man noch keine Autos. Heute hat jeder Haushalt zwei, manchmal drei.“ Die Bücherei soll zudem künftig einen neuen Standort neben dem Museum erhalten. „Wir wollen da eine Begegnungsstätte schaffen“, so Hartmüller. Auch mit Blick auf den demografischen Wandel: Ein Viertel der Göllheimer Bürger sei über 60 Jahre. Die Barrierefreiheit sei bei solchen Projekten dann ein großes Thema. Der Ortsbürgermeister würde sich aber auch freuen, wenn sich im Zuge des Förderprogrammes der eine oder andere Teilleerstand wieder beleben ließe. „Da haben wir manche – oben Wohnung, unten Geschäft.“ Hartmüller denkt hier an die Bereiche Gastronomie oder Dienstleistung. „Ich wünsche mir zum Beispiel ein Eiscafé oder einen Betrieb, der unser Gastronomieangebot ergänzt. Gerade im Bereich um den alten Marktplatz hoffe ich, dass sich was tut.“ Auch ein Zentrum, eine Anlaufstelle für das Projekt „Digitale Dörfer“ sei denkbar. Mit einem Lebensmittelgeschäft rechnet der Ortschef nicht. „Die wird es im Ortskern nicht mehr geben, da sie nun am Ortsrand sind mit ausreichend Parkplätzen.“ Anreize für private Eigentümer sollen mit dem Programm auch in Winnweiler geschaffen werden. Die Förderquote beträgt laut Ortsbürgermeister Rudolf Jacob 75 Prozent. Sowohl in Winnweiler als auch in Göllheim stehen für 2017 Fördermittel von 150.000 Euro zur Verfügung. Damit können Investitionen in Höhe von 200.000 Euro ausgelöst werden. Insgesamt könne im zehnjährigen Förderzeitraum mit Zuschüssen in siebenstelliger Höhe gerechnet werden. Die Ortsgemeinde Winnweiler will die Fördermittel nutzen, um das eine oder andere Gebäude zu kaufen, „was in der Folge abgerissen werden kann“, so Jacob. Damit wolle man im Ort Luft schaffen. „Auch die Sanierung des Bahnhofsgebäudes würden wir gerne über diese Schiene laufen lassen.“ Denkbar sei beispielsweise, das Nebengebäude abzureißen oder im Erdgeschoss eine öffentliche Toilettenanlage unterzubringen. „Es gibt verschiedene Überlegungen, aber noch nichts Konkretes“, so Jacob. Der Orts- und VG-Bürgermeister glaubt zudem, dass es auch von privater Seite Bedarf an Unterstützung gebe. „In diesem Zuge wird auch eine Beratung angeboten. Die Leute sind in der Regel dankbar, wenn ein Sanierungsplaner da ist und Hinweise gibt, was man machen kann“, sagt Jacob. Entscheidend sei es, auf die Eigentümer zuzugehen, betonen Jacob und Hartmüller. „Ich rechne nicht damit, dass 20, 30 Leute auf einen Schlag was tun wollen. Wir müssen den Menschen hier Wege aufzeigen“, betont der Göllheimer Ortschef. Jacob könnte sich beispielsweise auch vorstellen, dass in der Kirchstraße ehemalige Geschäfte zu Wohnungen umgebaut werden – oder zu Garagen. Diese Idee sei bei einer Untersuchung der Universität Kaiserslautern entstanden. Derzeit gelte es jedoch noch, das Fördergebiet mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abzustimmen und eine Sanierungssatzung zu beschließen. Dann werde es konkret. Ideen sind da – Geld ist angekündigt. Beide Bürgermeister hoffen, dass sich im Laufe der nächsten zehn Jahre im Zuge des Projektes etwas in ihren Orten tun wird.