Donnersbergkreis
Göllheim: Heilpädagogisches Kinderzentrum blickt auf Umzug vor 30 Jahren zurück
Am vergangenen Freitag hat sich der Umzug des Heilpädagogisch Therapeutischen Kinderzentrums (HTK) von Steinbach nach Göllheim zum 30. Mal gejährt. Dem Einzug und dem Ankommen in Göllheim wurde in einer Andacht gedacht.
„Macht hoch die Tür, das Tor macht weit“, sangen Kinder, zu Betreuende, Angestellte und Gäste im Heilpädagogisch Therapeutischen Kinderzentrum an diesem Morgen. Ein passendes Lied für die Andacht, in der dem 30. Jahrestag des Umzugs in die neuen Räume nach Göllheim gedacht wurde.
Prädikant Gunter Heilmann, der die Andacht hielt, begrüßte alle Anwesenden herzlich im Namen des Vorstands und dachte dann in seiner Ansprache laut über das Ankommen nach. „Auch in einer Geschichte aus der Bibel geht es um das Ankommen“, sagte er, „und genau wie bei Jesus’ Ankunft in Jerusalem wusste damals hier in Göllheim auch niemand so genau, wie sich das Ganze entwickeln würde. Aber alle waren frohen Mutes!“ Auch, wenn im Laufe der Zeit einige Hoffnungen enttäuscht worden seien, habe den vielen Menschen geholfen werden können. „Auch das ist eine Parallele zur biblischen Erzählung.“
Ankommen setzt Abwesenheit voraus
Ankommen setze immer Abwesenheit voraus, so Heilmann weiter. Und so sei es auch beim Heilpädagogisch Therapeutischen Kinderzentrum gewesen. 1970 in Steinbach gegründet, stieg die Zahl der zu betreuenden Kinder stetig, es gab aber nicht ausreichend Platz. In Göllheim konnten 1989 die Gegebenheiten geschaffen werden für einen Neuanfang, für ein Ankommen des HTK, und die tragende Funktion, die in der biblischen Geschichte dem Esel zukomme, habe hier der Verein zur Förderung Körperbehinderter Donnersbergkreis und Umgebung übernommen.
Aller Anfang sei schwer, so auch der in Göllheim. Aber: „Wir sind keine Anfänger mehr“, sagte Gunter Heilmann, der auch im Vorstand des Vereins aktiv ist. „Wir können unsere Aufgaben, und wir betreuen hier immer wieder Menschen, die anfangen im Leben, die hier ins Leben geführt werden, mit ihrer ganz individuellen Behinderung und all dem, was damit einhergeht.“ Vielen Kindern, so Heilmann weiter, wurde der Weg hier im Zentrum geebnet – oder zumindest ebener gemacht. Dafür dankte er allen Anwesenden herzlich. „Die Hilfe ist in Göllheim eingezogen“, schloss Gunter Heilmann seine Ansprache. „Sie ist da, wie sie eben da ist, so wie Jesus auf dem Esel da war.“ Umrahmt wurde die Andacht mit Gitarrenmusik von Alexandra Koch, der Leiterin der Tagesförderstätte, Isolde Wendel-Mang, der Leiterin des heilpädagogischen Kindergartens, und der Mitarbeiterin Daniela Hottenbacher.
Ambulante und teilstationäre Betreuung
Das Heilpädagogisch Therapeutische Kinderzentrum in Göllheim wird vom Verein zur Förderung Körperbehinderter Donnersbergkreis und Umgebung e.V. getragen und zog 1989 in das eigens dafür errichtete Gebäude in der Göllheimer Jahnstraße. Seitdem werden hier körperbehinderte Kinder und Erwachsene ambulant oder teilstationär betreut. Das Zentrum vereint unter einem Dach einen heilpädagogischen Kindergarten, eine Tagesförderstätte für schwerst-mehrfach-behinderte Jugendliche und Erwachsene sowie mehrere ambulante Anlaufstellen für Hilfen und Förderung.
Das Heilpädagogisch Therapeutische Kinderzentrum ist interdisziplinär konzeptioniert und ermöglicht so eine ganzheitliche, an der Entwicklung des Kindes orientierte und individuell zugeschnittene Vorgehensweise bei der Therapie. Der heutige Trägerverein gründete sich 1970 aus der Initiative einer Mutter und wird im kommenden Jahr 50 Jahre alt.