Donnersbergkreis
Fußball: TuS Steinbach unterliegt FKP nach starker erster Hälfte mit 0:8
Es war das Spiel des Jahres für die Fußballer des TuS 07 Steinbach und tatsächlich kamen am Mittwochabend 545 Zuschauer auf den Sportplatz. Für das Heimspiel in der vierten Runde des Südwestdeutschen Verbandspokals gegen den Regionalligisten FK Pirmasens hatte sich der Bezirksligist mächtig viel vorgenommen.
TuS-Spielertrainer Timothy Hanauer hatte für die Begegnung extra seinen Urlaub auf den Balearen unterbrochen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin war er am Mittwoch aus Mallorca in die Pfalz geflogen – und am Donnerstag um 4 Uhr morgens, sechs Stunden nach der Pokalpartie, ging es dann wieder zurück auf die Insel. „Die Idee kam aber nicht von mir“, schmunzelte der Steinbacher Coach nach Abpfiff und erzählte: „Meine Partnerin wollte das, ich habe dann halt eingewilligt.“
Weber lässt das Tornetz wackeln
Die Steinbacher verloren die Begegnung gegen den haushohen Favoriten letztlich deutlich mit 0:8 (0:1). Allerdings war der TuS im ersten Durchgang für den Regionalligisten ein unangenehmer Gegner. Die Spieler hatten ihren Spaß. „Das Tempo, das die Pirmasenser an den Tag legen, ist halt schon verdammt hoch“, befand Pascal Weber, der in der 56. Minute mit seinem Heber aus 40 Metern aus den eigenen Anhängern den ein oder anderen Torschrei herauskitzelte. Der Ball ließ das Netz der Pirmasenser zappeln. Allerdings hatte das Spielgerät die Querlatte gestreift und war auf dem Netz gelandet. „Wer weiß, vielleicht wird es noch einmal spannend, wenn ich das Ding mache“, sagte der Steinbacher Mittelfeldspieler, der eigentlich Spielertrainer bei der B-Klassen-Elf ist, im SWFV-Pokal aber in der Startelf des TuS mitwirken durfte. „Für mich wird das wohl das einzige Mal bleiben, in dem ich gegen diese Profis ran darf. Für uns alle ist das deshalb auch das Spiel gewesen. Und ich finde, dass wir uns auch sehr gut verkauft haben“, befand Weber.
Steinbach hält gut dagegen
Stürmer Ivica Dzijan, der in der zweiten Hälfte eingewechselt wurde, erklärte: „Ich dachte, die Pirmasenser machen in der ersten Hälfte mehr Druck, aber wir haben auch gut dagegengehalten. Zum Schluss haben wir denen die Tore leider geschenkt. Die Niederlage fiel zu hoch aus.“
Es dauerte neun Minuten bis zur ersten Torchance für den Favoriten – und der nutzte diese direkt. Konstantinos Neofytos traf gleich zum 1:0 (9.). Danach plätscherte die Partie erst einmal vor sich hin. Der Regionalligist tat sich schwer. Die Platzherren wurden ab der 30. Minute mutiger. Beim Freistoß von Dawid Szaszorowski aus 20 Metern fehlten nur Zentimeter (40.). „Wenn das Ding reingegangen wäre, hätten wir das Spiel abgebrochen“, sagte TuS-Coach Hanauer mit einem Augenzwinkern und betonte: „Wir haben eine klasse erste Hälfte gespielt. Zum Schluss hat die Kraft ein wenig gefehlt, aber insgesamt war das eine tolle Leistung.“
Zur Halbzeit führte Pirmasens nur mit 1:0. Doch Jonas Jung erzielte kurz nach Wiederanpfiff mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das 2:0 (51.) für den FKP. Wenig später hatte Pascal Weber mit seinem Schuss Pech (56.). Ab der 60. Minute aber hatte der Favorit alles im Griff. Jung (65.), Christoph Batke (68.). Manuel Grünnagel per Freistoß (72.), Lars Oeßwein (79.), Dennis Chessa (83.) und Dennis Krob (85.) legten weitere Treffer nach.
„Die sind landesligatauglich“
Der Pirmasenser Trainer Patrick Fischer lobte unterdessen die TuS-Truppe: „Für mich ist diese Mannschaft kein Bezirksligist. Die sind landesligatauglich, haben ein gutes Spiel gezeigt.“ Der Steinbacher Coach Timothy Hanauer betonte trotz des 0:8: „Die Jungs haben gerade in der ersten Halbzeit ganz viel richtig gemacht.“ Er machte klar: „Ich fand es super, dass so viele Zuschauer hier waren. Das könnte ich öfter in der Saison haben.“ Den Urlaub kurzzeitig für das Spiel zu unterbrechen, hat sich also gelohnt? „Auf jeden Fall, ich würde es immer wieder machen“, sagte Hanauer.
So spielten sie
TuS Steinbach: Korz - Weber (57. Dzijan), Barz, Szaszorowski, Müller - Krautschneider, Frank, Ghoul, Orthen - Ülkü (80. Opper), Schulz.