Fußball
Fußball ist keine Frage des Alters
Ein Buch könne er tatsächlich schreiben, behauptet Ralf Hack, den alle seit Kindesbeinen an nur „Hacki“ nennen. So viel habe er in seiner Fußball-Karriere auf Asche mittlerweile erlebt, dass es genug zu erzählen gebe. Aber auch sonst präsentiert sich der 60-Jährige als interessanter Charakter. Etwas rebellisch, aber ausgestattet mit einem einnehmenden und verschmitzten Lächeln. Tätowierungen zieren seinen Körper und zeigen die Stationen seines Lebens, auch die der Zeit beim Motorrad-Club Flying Horses Kaiserslautern.
Der gebürtige Dannenfelser verbrachte seine Kindheit in Steinbach. Seit er zehn Jahre alt ist, spielt Ralf Hack Fußball. Im Tor. Seit nunmehr 50 Jahren. Erst beim TuS Steinbach, danach beim TuS Dannenfels, mit dem er 1980 den Jugend-Kreispokal errang. Es folgte die für Dorfvereine typische Karriere. Neben seiner Laufbahn als Torwart gründete er die Jugendabteilung neu, wurde Gesamtjugendleiter, Torwart-Trainer und später Spielleiter der aktiven Mannschaften, Schatzmeister, Mitgliederwart und 2. Vorsitzender.
Am DFBnet mitgewirkt
Auch in den alten Fußballkreisen Kirchheimbolanden und später Donnersberg engagierte sich Hack. Als in den Städten vielerorts das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, ging der Fußballkreis mit einer von Hack erstellten Homepage bereits online. Inklusive Ergebnisdienst am Sonntagabend. Als EDV-Beauftragter war er später maßgeblich an der Einführung des Computer-Systems DFBnet beteiligt, bot Seminare, Informationsveranstaltungen und Hilfestellungen an. Dafür wurde er von seinem Verein und später auch vom Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) mit der Verdienstnadel ausgezeichnet.
Mit 17 begann er eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer in der Winnweilerer Brauerei Bischoff. Er blieb dort bis 1995, schulte zum Industriekaufmann um und arbeitete bis 2014 für ein Bauunternehmen in Alsenz. Sein dritter beruflicher Neustart 2014 ist eng mit seinem Umzug nach Morlautern verbunden, wo er seither als selbstständiger Versicherungsfachmann tätig ist. Nebenbei organisiert er den Künstler- und Handwerkermarkt in Morlautern, dessen Erlös sozialen Projekten zufließt. Natürlich brachte sich Hack auch in seiner neuen Heimat im Fußball ein. Beim SV Morlautern war er Schatzmeister und Mitgliederwart. In dieser Funktion oblag ihm die Abrechnung des DFB-Pokalspiels gegen Greuther Fürth. Ein Höhepunkt in seinem Fußballer- und Funktionärsleben.
Bevor es ihn vom Donnersbergkreis nach Kaiserslautern zog, wechselte die komplette AH-Mannschaft der Dannenfelser zum SV Lautersheim. Da war Hack bereits 47 Jahre alt, absolvierte aber in der Saison davor noch 34 Spiele für die Alten Herren und 34 Spiele für die zweite Mannschaft in einer Saison. Auch in Lautersheim engagierte sich Ralf Hack ehrenamtlich im Vorstand, als Schatzmeister, Mitgliederwart und 2. Vorsitzender. Ein Leben auf dem Fußballplatz.
Hellström zum Geburtstag
1987 heiratete er seine Ehefrau Elsbeth aus Imsbach, kurz darauf wurde Tochter Nadine geboren. Sie kennt sämtliche Fußballplätze im Donnersbergkreis. Notgedrungen. Weil Papa sie überall mit hingenommen hat. Oder wie es Hack auf die ihm eigene Art ausdrückt: „Sie ist in der Kabine groß geworden.“ Was bleibt, sind viele Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse in der Kreisliga. Nadine war es auch, die ohne Wissen ihres Vaters FCK-Torwartlegende Ronnie Hellström zu Papas 50. Geburtstag eingeladen hatte. Der Schwede kam tatsächlich vorbei. Es entstand eine Freundschaft, die bis zu Hellströms Tod im Februar 2022 anhielt. Für Hack „eine Ehre und ein Privileg“.
Auch wenn er mittlerweile 60 Jahre ist, kann er das Fußballspielen einfach nicht lassen. Am vierten Spieltag der B-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg Nord stand Ralf Hack noch einmal im Tor der ersten Mannschaft des TuS Dannenfels, weil sich der etatmäßige Torwart Benjamin Braun verletzt hatte. Dabei wollte er seinem „Urverein“ lediglich als Torwarttrainer behilflich sein.
Was viele zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Ein gutes Jahr vor diesem Einsatz verlor Hack bei einem Unfall drei Finger. Für einen Torwart normalerweise das definitive Karriereende. Aber nicht für Ralf Hack. Die Niederlage in Winnweiler konnte er zwar nicht verhindern, aber „wenn es morgen wieder fehlt, stehe ich Gewehr bei Fuß und setze mich gern für den Fall der Fälle auf die Bank“. Schließlich ist man nur so alt, wie man sich fühlt. Man muss aber kein Prophet sein, um zu erahnen, dass „Hacki“ auf dem ein oder anderen Sportplatz noch zu sehen sein wird.