Donnersbergkreis
Friseure dürfen zwar wieder öffnen – aber jetzt haben sie dafür ordentlich Stress
Am 1. März durften die Friseure wieder ihre Türen öffnen, ganz zu der Freude der Inhaber und Kunden. So war es nach der langen Pause von elf Wochen kein Wunder, dass die Terminkalender schnell voll waren. „Bereits während des Lockdowns haben wir Termine vergeben“, sagt Natalie Helm-Arndt, die den Friseursalon „Natürlich Haare“ von Torsten Stauter in Rockenhausen leitet. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass es in den ersten Arbeitstagen im Salon sehr stressig zuging. Gleichzeitig müssen Hygieneregeln eingehalten werden, die sich im Vergleich zum ersten Lockdown wenig verändert haben. „Da der Abstand eingehalten werden muss, können weniger Personen gleichzeitig in den Salon. Desinfizieren, regelmäßiges Lüften und Kontaktdaten aufnehmen gehören auch dazu. Die ganzen Maßnahmen sind dabei schon fast Normalität“, so Helm-Arndt.
Auch im Friseursalon von Diana Franzwa in Winnweiler sind die Maßnahmen schon zur Routine geworden. Im Vergleich zum ersten Lockdown, wo Einwegumhänge benutzt wurden, kommen jetzt wieder die normalen Umhänge zum Einsatz und werden und nach jedem Kunden gewaschen. Auch hier wurden Termine über den Anrufbeantworter bereits Wochen vor der Öffnung vergeben, und natürlich ist auch hier der Kalender voll. Um dem Kundenandrang standzuhalten, ist der Salon auch am eigentlichen Ruhetag Montag geöffnet. Außerdem gibt es Schichtarbeit über die normalen Öffnungszeiten hinaus.
Einfach nicht zum Termin erschienen
Manche Leute seien regelrecht aggressiv geworden, wenn sie nicht sofort einen Termin bekommen hätten, erzählt Franzwa. Andererseits seien Kunden, darunter auch Familien mit mehreren Personen, einfach nicht zum Termin erschienen. „Das war dann schon sehr ärgerlich.“ Generell beschreibt Diana Franzwa die ersten zwei Wochen als „sehr stressig“.
Ähnlich erging es der Inhaberin des „Haarstudio Katja“ in Kirchheimbolanden. Um dem Andrang Herr zu werden, hatte Inhaberin Melanie Sunjo in den ersten Wochen bereits um fünf Uhr geöffnet. Als Chefin kam sie auf eine 98-Stunden-Woche, trotz Ruhetag. An diesem geht sie aber einem Nebenjob nach, den sie im zweiten Lockdown angenommen hatte, um sich ein zweites finanzielles Standbein zu sichern. Für die Mitarbeiterinnen dagegen begann der Tag erst gegen halb acht.
„Es war anstrengend und wunderschön zugleich. Die Menschen hat man wieder richtig glücklich gesehen, da es für sie etwas Besonderes war, wieder zum Friseur gehen zu können. Diese Art der Euphorie bekommt man so nicht immer gezeigt“, so Sunjo. Was sie ihren Kunden hoch anrechnet, ist ihre Loyalität gegenüber dem Salon.
Bei einer Sache sind sich allerdings alle Friseure einig. Alle hoffen, dass sie auch in Zukunft ihre Salons geöffnet lassen können.