Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Friedenstage: Abgespecktes Programm, aber dennoch präsent

Beginn der Friedenstage 2020 auf dem Römerplatz mit Marsch zur Orangerie. Damit die Menschen mit Abstand verbunden sein könnten,
Beginn der Friedenstage 2020 auf dem Römerplatz mit Marsch zur Orangerie. Damit die Menschen mit Abstand verbunden sein könnten, haben die Kitas der Stadt viele bunte Wimpel angefertigt.

Die Friedenstage sind komplett anders als in den Vorjahren, aber sie sind dennoch präsent, ist sich Norbert Willenbacher sicher. Der Sprecher des Arbeitskreises Friedenstage hofft, dass sich so manches im Jahr 2021 nachholen lässt.

Nein, ausgefallen sind sie nun wirklich nicht in diesem Krisenjahr, die Kirchheimbolander Friedenstage, betont Arbeitskreis-Sprecher Norbert Willenbacher. Denn schließlich seien die Anliegen der Initiatoren – all das, was sie zum Thema Rüstungsspirale bewegt – ja dokumentiert worden, beispielsweise im Programmheft, das sich auch auf der Internetseite der Friedenstage findet. Aber, klar, anders sind sie schon. Anders – dieses Prädikat würde Willenbacher dann schon eher unterschreiben. Denn im Vergleich zu den Vorjahren hat’s natürlich an Veranstaltungen gemangelt.

Seit der Eröffnung am 1. November sind noch die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht sowie zuletzt zwei Friedensgottesdienste am Volkstrauertag zustande gekommen. Natürlich habe es schon im Vorfeld einige Veranstaltungen gegeben, die den Friedenstagen gewidmet waren: ein Frauenkinoabend etwa – oder der Kabarett-Abend des Vereins „Neuer Landweg“, just zwei Tage, bevor die neuen Beschränkungen Anfang November in Kraft getreten sind. Zudem habe er bereits Anfang September ein Hofkonzert in Karlsruhe veranstaltet, berichtet Willenbacher, der am dortigen Institut für Technologie als Instituts- und Bereichsleiter tätig ist.

Preisverleihung womöglich im März

Diese Programmpunkte vor dem Start offiziellen Start der Friedenstage haben immerhin ein wenig Geld in die Kassen gespült, aus denen die Friedenstagepreisträger ihr Dotation erhalten. Der Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbundes, Balkan- und Nahost-Experte und Buchautor Clemens Ronnefeldt sowie der Förderverein ambulante Hospizarbeit im Donnersbergkreis hätten mit jenem Preis am 5. Dezember ausgezeichnet werden sollen. Die Preisverleihung ist verschoben, den März hält Willenbacher für ein realistisches Ziel. „Das soll ja etwas Feierliches, Fröhliches sein“ – das funktioniere nicht ohne Publikum, zumal auch Laudatoren und Künstler mit dabei sein werden.

Mit rund 10.000 Euro sei der Preis in den vergangenen Jahren stets dotiert gewesen – hauptsächlich von Sponsoren und Spendern. Das meiste Geld sei bei Veranstaltungen zusammengekommen, und die konnten diesmal überwiegend nicht stattfinden. Dank der Vorarbeit seien derzeit rund 4500 Euro auf dem Konto. Willenbacher hofft, dass trotz der erzwungenen Dürre im Programmkalender und der dadurch fehlenden Öffentlichkeit noch weitere Spenden eingehen.

Durch die etwa 500 Wimpel, die im Stadtgebiet verteilt sind, sei ja immerhin ein bisschen Präsenz gegeben. Was noch kommt: Erika Band de Rosenberg, Nachlassverwalterin und Biografin von Oskar und Emilie Schindler, wird einige Schulen in der Region besuchen. Und wenngleich ihr geplanter öffentlicher Vortrag am 16. Dezember ausfallen muss, so könne sie womöglich bei einem Gottesdienst sprechen, schwebt Willenbacher vor. Seine eigene Konzertvorlesung im Blauen Haus in Bolanden, sie soll – wie manch andere Veranstaltung auch – im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Spendenkonto

Donnersberger Initiative für Menschen in Not e.V., Iban: DE13540519900030011001, Sparkasse Donnersberg, Verwendungszweck: Friedenstage
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