Donnersbergkreis Freibad Winnweiler: Sanierungsarbeiten laufen
Bürgermeister hofft auf Eröffnung im Sommer – Zwölf Meter hohe Rutsche
Seit November wird das Freibad in Winnweiler saniert. Auch wenn die Arbeiten später starteten als vorgesehen, ist Bürgermeister Rudolf Jacob zuversichtlich, dass das Bad im Laufe des kommenden Sommers öffnen wird. Dann mit Edelstahlbecken, einem neuen Betriebsgebäude und einer großen Rutsche. Und mit Öffnungszeiten über einen längeren Zeitraum. Ein Baustellenbesuch. Der Blick des Bürgermeisters der Verbands- und Ortsgemeinde Winnweiler geht Richtung großes Schwimmerbecken. Dort ist derzeit etwas sichtbar, was viele nicht wussten: Nämlich, dass es um das Becken herum einen Gang gibt. Dort verlaufen die Leitungen – die noch aus den 1960er Jahren stammen und dringend erneuert werden müssen. Doch nicht nur diese sind in die Jahre gekommen. „Es war kein Zustand mehr, den wir noch hätten länger hinaus schieben können“, sagt Jacob. Die Technik des 1964 eingeweihten Bades ist veraltet, die Becken sind undicht.
Vier Wochen Verzögerung bei Schneidearbeiten
Das alles soll sich nun ändern. Unter anderem haben an den Becken bereits Schneidearbeiten stattgefunden. In die bestehenden Umrandungen werden Edelstahlbecken gesetzt, wie Jutta Neißer berichtet, die bei den Verbandsgemeindewerken zuständig für das Freibad ist. Und um hier auch die neuen Schwallwasserrinnen passend setzen zu können, mussten zunächst Schneidearbeiten stattfinden. Bei der Vergabe der Edelstahlauskleidung hat es laut Jacob eine Beschwerde gegeben, was die Vergabe der Arbeiten betrifft. Diese sei zwar erfolglos gewesen, habe die Auftragserteilung aber um vier Wochen nach hinten geschoben. Das hatte zur Folge, dass die Schneidearbeiten erst später als geplant durchgeführt werden konnten, weil die beiden Edelstahlvarianten unterschiedliche Voraussetzungen hatten.
Sprungturm bleibt erhalten
Das 50-Meter-Becken wird künftig in etwa die gleiche Tiefe wie bisher haben, so Neißer – von 1,95 Meter bis 3,95 Meter im Bereich des Sprungturms. Der wird übrigens erhalten bleiben, soll aber saniert werden. Abgerissen wird dagegen das alte Betriebsgebäude. Stattdessen wird ein neues an der Seite zum Parkplatz errichtet. Dort wird sich auch der Eingang befinden. Wo bisher Freisitz und Kiosk waren, soll ein neues Gebäude entstehen – mit Toiletten, Wickelraum, Bereich für das Aufsichtspersonal und einer Wärmeumkleide. Ziel sei es, das Bad künftig „deutlich früher zu öffnen“, sagt Jacob. Ihm schwebt der April vor und eine Schließung im September. „Da könnte man das Bad in den Randzeiten morgens zwei, drei Stunden und abends zwei, drei Stunden öffnen“, sagt Jacob. Damit wolle man den Schwimmern ein besonderes Angebot machen und erhofft sich hier Gäste aus Gebieten, die es bislang nicht ins Winnweilerer Bad zog. Denn Freibäder mit 50-Meter-Becken und solchen Öffnungszeiten gebe es wenige. „Und es war ein Kampf, das 50-Meter-Becken zu erhalten“, so der Bürgermeister. Das Land hätte lieber kleinere Wasserflächen gehabt.
Kiosk kommt ins Betriebsgebäude
Natürlich soll die Einrichtung künftig auch energetisch auf dem neusten Stand sein. Unter dem Gebäude mit Toiletten und Wickelraum wird sich der Keller befinden – mit neuer Technik. Ansonsten wird in dem Bereich, in dem sich noch das bisherige Betriebsgebäude befindet, eine Liegefläche sein. Hier denkt Jacob wie auch an anderen Stellen an temporäre Lösungen, wenn es um das Thema Beschattungen geht, eventuell mit Sonnenschirmen. Der Kiosk wird sich künftig im neuen Betriebsgebäude befinden. Hier soll es dann auch einen Verkauf zum Parkplatz hin geben. Zudem wird das Bad im Zuge der Sanierung barrierefrei. Zum großen Becken soll es auch einen Zugang über eine Rampe oder einen Lift geben, berichtet Neißer. Optischer Höhepunkt wird eine große Rutsche werden. „Der Einstieg wird sich in zwölf Metern Höhe befinden“, so Neißer. Die Rutschlänge werde mindestens 61 Meter sein. 190.000 Euro sind an Kosten hierfür vorgesehen. Die Sanierung des Bades wird insgesamt auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt. „Derzeit liegen wir, nach der Vergabe von drei der vier Ausschreibungspakete, rund 750.000 Euro unter der Kostenschätzung“, sagt der Bürgermeister. Von Seiten des Landes gebe es eine Förderzusage über eine knappe Million Euro.
Hoffentlich kein Wintereinbruch
Nachdem über Jahre hinweg die Eintrittspreise gleich blieben, werde sich dies im „neuen“ Bad wohl ändern. „Mir schwebt vor, nicht nur die bestehenden Preise zu erhöhen, sondern sich auch konzeptionell mit dem Thema zu befassen“, sagt Jacob. Währenddessen macht sich ein Bagger am Außenbereich des Nichtschwimmerbeckens zu schaffen. Auch dies wird künftig eine Edelstahlauskleidung haben. Der Bereich, in dem die Rutsche ausläuft, muss aus Sicherheitsgründen abgetrennt werden. Zu tun ist noch einiges, bis das Winnweilerer Freibad wieder öffnen kann. „Wir hoffen, dass wir hier nicht einen Wintereinbruch wie in den Alpen bekommen“, sagt Jacob. Dann würde es mit einer Einweihung im Sommer nichts werden. „Ein genauer Termin hierfür kann jetzt aber ohnehin noch nicht genannt werden“, so der Bürgermeister.