Donnersbergkreis
Freibad Winnweiler: Sanierung geht zum Jahresende in die Zielgerade
Das Freibad in Winnweiler ist für die Menschen in der Verbandsgemeinde ein wichtiges Thema. Vor allem weil die Generalsanierung bekanntlich deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan herhinkt. Deshalb hatten die Grünen in der jüngsten Ratssitzung einen Bericht zum aktuellen Sachstand beantragt. Bürgermeister Jacob kam dem nach und hatte auch einen Experten hinzugeladen.
Eigentlich sollte das Freibad ja bereits in diesem Jahr wieder in Betrieb genommen werden. Doch inzwischen ist die Saison vorbei, und das Schwimmbadgelände immer noch eine Baustelle.
Wie kam das? – Wie so oft: Unvorhergesehene Komplikationen bei der Ausführung verzögerten die Maßnahme (wir berichteten mehrfach). Immerhin sind Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob und das Planungsbüro Obermeyer aus Kaiserslautern zuversichtlich, dass es kommenden Mai tatsächlich wieder losgehen kann mit dem Betrieb.
Sanierung startet verspätet
Zur Erinnerung: Die Sanierungsarbeiten starteten bereits mit Verspätung, nämlich erst im November 2018. Unter anderem deshalb, weil sich bereits die Auftragsvergabe um vier Wochen verzögert hatte, was bewirkte, dass mit den nachfolgenden Arbeiten verspätet begonnen wurde. Trotzdem ging man im Januar dieses Jahres noch optimistisch davon aus, dass das Bad zwar nicht pünktlich zur Saisoneröffnung im Mai, aber doch noch in diesem Sommer wieder in Betrieb genommen werden könne. Auch das erwies sich als Trugschluss: Im Juni dieses Jahres hinkte man dem Zeitplan dann schon um vier Monate hinterher.
Eröffnung nächstes Jahr
Inzwischen versagt sich Bürgermeister Jacob jeden verfrühten Optimismus, rechnet aber dennoch damit, dass nächstes Jahr in den neuen Stahlbecken geschwommen, vom Turm gesprungen und auf der brandneuen Rutsche gerutscht werden kann. Dabei stützt er sich auf die Einschätzung von Diplomingenieur Wolfgang Griebel vom Planungsbüro Obermeyer in Kaiserslautern, der dem VG-Rat in der Sitzung am Donnerstagabend den allerneusten Sachstand referierte.
Der Fachmann geht davon aus, dass als letzter Schritt die Technikarbeiten Ende des Jahres begonnen werden können. Diese sollen voraussichtlich bis Ende April dauern. „Ziel ist die Eröffnung im Mai“, so Griebel. Grund zur Freude gibt es in diesem Zusammenhang auch, denn, so Griebel, „die Kosten sind im Soll“. Laut Griebel geht die Prognose derzeit von einer Nettosumme in Höhe von 4.870.500 Euro aus.
Größte Einzelposten dabei sind die Edelstahlarbeiten in den beiden Schwimmbecken mit einer Auftragssumme von 867.916 Euro, die Badewassertechnik (767.210 Euro) und der Rohbau des Technik- und Eingangsgebäudes sowie der Aufsichtsturm zwischen den beiden Becken (617.924 Euro). Der Einzelposten „Großwasserrutsche“ schlägt mit 190.220 Euro zu Buche, und für die Sanierung des Sprungturms sind immerhin noch 40.212 Euro eingestellt.
Interessant ist auch der Posten „Beckenabdeckungen“ (135.174 Euro): Wie Griebel erläuterte, sollen die Becken nachts mit einer Folie abgedeckt werden, weil so verhindert wird, dass das Wasser über Nacht stark abkühlt. Auf diese Weise sollen sich rund 50 Prozent der Energiekosten einsparen lassen.
Technik enorm verbessert
Überhaupt hat sich in Sachen Technik seit 1964, als das alte Schwimmbad eingeweiht wurde, ungeheuer viel verändert: Bei der Wasseraufbereitung (Entfernung von Mikroorganismen und Verschmutzungen), bei der Desinfektion (Abtötung oder Inaktivierung von Mikroorganismen) und auch in Sachen Beckenhydraulik, welche dafür sorgt, dass das Becken gut durchströmt wird und sich Desinfektionsmittel gut verteilen.
Früher seien diese Chemikalien von den Seiten aus in die Becken gepumpt worden, so Griebel. Dann habe man aber durch zusätzliche Maßnahmen dafür sorgen müssen, dass sie ordentlich verwirbelt wurden. Die neueste Technikgeneration jedoch funktioniere mit Düsen am Beckenboden. So werde das Becken flächig geflutet, und die Desinfektionsmittel könnten sich gleichmäßig verteilen.
Und auch bei der Heizung für die Becken kommt in Gestalt einer Photovoltaikanlage moderne Technik zum Einsatz – laut Griebel wurden alle Flächen, bei denen dies möglich war, mit Solarzellen bestückt. Der Strom wird in einem Blockheizkraftwerk erzeugt.