Donnersbergkreis Frecher Vogel und abgesperrter Boxring
Mit zahlreichen Gags gespickte Büttenreden, schwungvolle Tänze und stimmungsvolle Musik: Die Besucher der Seniorenfasnacht sind im voll besetzten Winnweilerer Festhaus voll auf ihre Kosten gekommen. Ausgerichtet hat die rundum gelungene Veranstaltung die VG-Verwaltung mit Unterstützung des Unterhaltungs- und Karnevalvereins Fidelia Lohnsfeld.
Der Winnweilerer Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) betonte, die Prunksitzung für Senioren habe sich mittlerweile fest etabliert und erfreue sich großer Beliebtheit. Sie sei ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Programm in der Verbandsgemeinde. Dank sagte er den zahlreichen Helfern vor und hinter den Kulissen, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Für den guten Ton war Alleinunterhalter Horst Dech aus Sippersfeld verantwortlich. „Gregor“, der freche Vogel des Bauchredners Andreas Knecht, hat die Winnweilerer Bevölkerung auf die Schippe genommen. Er musste immer wieder ermahnt und in die Schranken gewiesen werden. Zu vielen Fragen hatte der Vogel, der redete, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. So tat er beispielsweise kund, dass sich Dicke auseinandergelebt hätten. Und er teilte mit, dass in Winnweiler die Einwohnerzahl konstant bleibe: Immer, wenn ein Kind auf die Welt komme, flüchte der Vater. Zudem gebe es hier arme und reiche Familien – bei Letztgenannten habe jedes Kind seinen eigenen Vater. In Versform hat sich der Eisenberger Rainer Guth als Landratskandidat von CDU und FWG vorgestellt. Er habe ein Faible für Wald, Holz und allerlei Getier, so der studierte Betriebswirt und Waldökologe. „Der Donnersberger schöpft nun Mut, er wird dynamisch, jung und gut“, so sein sich wiederholendes Resümee. Themen wie den Erhalt des Donnersbergkreises, einen Ausbau der DSL-Versorgung, kurze Rettungswege und der Schutz der Bürger riss er humorvoll an. Sein Ziel sei, künftig als „Bote aus dem Kreistag“ in die Bütt zu steigen. Günter Dudenhöffer von der Siedlergemeinschaft Grünstadt, zugleich Träger des Goldenen Fidelius, berichtete in Wort und Gesang von seinem Aufenthalt in Rio als „Olympiakämpfer“. Dabei ist er in den verschiedensten Sportarenen zum Einsatz gekommen. Auf das Turmspringen mit dreieinhalbfacher Schraube habe er sich schon vor der Abreise vorbereitet – er habe im Metallladen das entsprechende Material gekauft. Als er jedoch im Wettkampf ins Wasser eintauchte, hätten sich die Schrauben aus seiner Badehose gelöst. Eine besondere Herausforderung für ihn wäre der Boxkampf gewesen – den Ring habe man jedoch mit Seilen abgesperrt. Am Ende sei für ihn nur Dressurreiten übrig geblieben. Dort habe man allerdings „steckensteif im Hochzeitsanzug auf dem Pferd sitzen müssen“. Oliver Sauer, der durch das mehrstündige Programm führte, stieg auch selbst in die Bütt. Sowohl in seiner Moderation als auch in seinem Vortrag teilte er gerne den einen oder anderen Seitenhieb gegen Saarländer aus. Dennoch seien diese ein humorvolles Volk – immerhin habe ihn ein Verein aus unserem Nachbarland zum Ehrensenator ernannt. Ihr Fett weg bekamen allerdings auch die Politiker: Diese lebten oft nach eigenen Regeln, die von der breiten Masse meist nicht verstanden würden. Als „De Molli“ hatte er für die Gäste wieder so manche nicht ganz ernst gemeinte Lebensweisheit parat. Den Reigen der Gardetänze eröffnete der Nachwuchs der „Purple Diamonds“ vom Turnverein Winnweiler unter der Leitung von Julia Wendt und Lilli Walter. Die „Lila Diamanten“– so der an ihre Kostüme angelehnte Name des Ensembles – brachte Schwung auf die Bühne. Sehenswert auch die Gardetänze der „Dancing Queens“ des TuS Münchweiler (Trainerin Julia Dautermann) sowie der Karnevalgesellschaft „Narrensänger“ Kaiserslautern, einstudiert von Andrea Fodor und Iris Jaeckel. Einen Glanzpunkt setzte die Jugendgarde des Turnvereins Winnweiler, die von Julia Wendt und Natascha Schneider betreut wird. Bestens harmonierten Ayana Michels und Selina Ditscher von der Karnevalgesellschaft „Narrensänger“ Kaiserslautern bei ihrem Tanzmariechen-Auftritt. Gut angekommen beim Publikum ist die Playback-Show von Elias Fodor („Narrensänger“ Kaiserslautern) mit seinen Pandabären. Die „Tontauben“ vom Carneval-Club Waldhof Mannheim unterhielten ebenso mit Stimmungsmusik wie Michael Fischer aus Rodenbach, Sitzungspräsident der Rodenbacher Fasenacht.