Donnersbergkreis Franck: Neuansiedlung behutsam angehen

Placeholder-Image

„Die Versammlung kam zu dem Ergebnis, dass gegen die Ansiedlung eines Drogeriemarktes und die Verlegung des Netto-Marktes keine grundsätzlichen Bedenken bestehen. Eine Ansiedlung eines weiteren Vollsortimenters wird jedoch abgelehnt, da bereits ein Vollsortimenter mit über 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche (Edeka) in Winnweiler besteht und es dadurch zu einem Verdrängungswettbewerb, auch auf Kosten der Geschäfte in der Ortsmitte, kommen würde.“ Das betont Gunther Franck, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Winnweiler (WGW), zu unseren Berichten „Ja zu Vollsortimenter“ und „Grünes Licht für Supermärkte in Lohnsfeld“ (5. und 10. November).

Darin war es um die Beschlüsse des Orts- und des VG-Rates Winnweiler gegangen, für das Gewerbegebiet Schäferdell auf Lohnsfelder Gemarkung einer Änderung der Zielvorgabe der Raumplanung zuzustimmen. Damit wäre die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel hier grundsätzlich möglich. Ferner war im Bericht zur Sitzung des Ortsgemeinderates Bürgermeister Rudolf Jacob mit den Worten zitiert worden, eine Stellungnahme der WGW liege bislang nicht vor. Dazu schreibt Franck, Jacob habe der WGW das Einzelhandelskonzept für die VG am 4. Oktober zur Kenntnis gegeben. Daraufhin habe er das Thema auf die Tagesordnung der nächsten WGW-Sitzung am 10. November gesetzt. „Wenn ich gewusst hätte, dass Zeitdruck besteht – in der Sitzung des Ortsgemeinderats vom 2. November wurde bereits über das Vorhaben abgestimmt – hätte ich eine frühere, außerordentliche Sitzung der WGW einberufen.“ Jacobs Äußerung habe den Anschein erweckt, der WGW sei das Vorhaben mehr oder weniger egal. „Dem möchte ich hiermit entschieden widersprechen“, so Franck. Zum Thema selbst teilt er mit, dass nach Ansicht der WGW-Mitglieder ein neuer Markt möglicherweise neben innenstadtrelevanten Sortimenten auch Dienstleistungen wie eine Postagentur, Toto-Lotto oder einen Bankautomaten anbieten könnte, was die Kundenfrequenz in der Ortsmitte massiv beeinträchtigen würde. „Dies hätte zur Folge, dass Geschäfte schließen müssten, und es käme zu einer Abwärtsspirale in Winnweiler, die sich nicht mehr umkehren lassen würde“, so Franck. Das würde auch einem der wesentlichen Ziele des Einzelhandelskonzepts, nämlich der „Weiterentwicklung der Ortsmitte von Winnweiler als zentraler Versorgungsbereich“, widersprechen. Für einen Ort dieser Größe sei Winnweiler neben dem innerörtlichen Einzelhandel mit einem Vollsortimenter, zwei Discountern und eventuell künftig einem Drogeriemarkt sehr gut aufgestellt und ausreichend versorgt. Zumal bis 2020 die Bevölkerung in der VG laut Prognosen um 4,7 Prozent zurückgehen wird und die Kaufkraft unterdurchschnittlich sei. Die Lage im Einzelhandel sei durch Internet-Handel, Fach- und Supermärkte an Ortsrändern und andere Probleme ohnehin schwierig, „Veränderungen und Neuansiedlungen sollten daher sehr gut abgewogen und behutsam vorgenommen werden“, so Franck. Er stellt zudem fest, dass der prognostizierte Umsatzverlust durch die Neuansiedlung von „nur“ bis zu 100.000 Euro für die Ortsmitte schon zum Problem werden könnte – abgesehen davon, dass der auch viel höher ausfallen könnte. Nicht richtig sei, dass es keine direkten Konzeptüberschneidungen mit Bäckereien und der einen noch verbliebenen Metzgerei in der Ortsmitte geben würde. Neben weiteren Kritikpunkten am Gutachten verweist er auf die dortige Feststellung, dass der Edeka-Markt durch Neuansiedlungen im „Schäferdell“ mit Umsatzeinbußen rechnen müsste. Die könnten so gravierend sein, „dass der Fortbestand dieses Marktes gefährdet wäre und es möglicherweise zu einem Leerstand mit 1550 Quadratmetern Verkaufsfläche kommen würde“. Doch gerade der Edeka-Markt habe bisher in seiner Geschäftspolitik Rücksicht auf innenstadtrelevante Sortimente genommen. „Bei einem neuen Vollsortimenter ist mit dieser Rücksichtnahme nicht zu rechnen“, so Franck. |red

x