Kirchheimbolanden Fotograf Thomas Stepan macht Schluss nach 25 Jahren RHEINPFALZ
Rasen-, Hartplatz oder Showbühne? Auf den Fußballplätzen der Amateurklassen fühlte sich der Fotograf ebenso heimisch wie bei den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen im Donnersbergkreis. Oder bei Prunksitzungen und Umzügen. Bei Geschäftseröffnungen und Großveranstaltungen. Es lief noch das vorige Jahrtausend, als Thomas Stepan sich entschloss, all diese Aufgaben für die RHEINPFALZ zu übernehmen. Seit 1998 war er unterwegs, vor allem in den Verbandsgemeinden Kirchheimbolanden und Göllheim.
Und unterwegs zu sein für eine Tageszeitung, das bedeutet natürlich auch, dass es nicht bei den im Vorfeld festgelegten Terminplänen bleibt. Da sind zum einen die Anfragen aus der Redaktion, die sich zu dieser oder jener Geschichte für den nächsten Tag ein Foto wünscht. Und zum anderen die ganz kurzfristigen Anrufe, die meist mit schlimmen Unfällen, Bränden oder anderen Katastrophen zu tun haben. Für solche Fälle hat Thomas Stepan rund um die Uhr parat gestanden, seine Telefonnummer war bei Polizei und Feuerwehr bekannt. Dadurch konnten sich RHEINPFALZ-Leser immer wieder auch von Vorfällen aus der Nacht oder den frühen Morgenstunden ein Bild machen (lassen).
Fotogeschäft der Familie fast 70 Jahre alt
Dass solche Aufträge nicht zu seinen Favoriten zählten, das ist wohl für jeden nachvollziehbar. Viel schwerer als die nächtliche Störung wog da die Beklemmung ob der Unklarheit, welches Motiv den Fotografen denn wohl erwarten würde. Noch heute erinnert sich der 65-Jährige an den ersten schweren Unfall, zu dem er ausrücken musste – weil er damals seinen Vater Karl Stepan vertrat, der an dem Tag bei einem ganztägigen Seminar weilte.
Von seinem Vater hat Thomas Stepan das Fotografenhandwerk gelernt. Sage und schreibe fast 50 Jahre lang hatte Karl Stepan Bildmaterial für die RHEINPFALZ geliefert. Da sein Sohn schon als Kind immer wieder auf Touren mit dabei war, verwundert es kaum, dass dieser später in seine Fußstapfen trat – wenngleich es Thomas Stepan zunächst in die Ferne gezogen hatte, er zunächst bei der Bundeswehr und später bei der Nato fotografisch tätig war. Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete er zehn Jahre lang in der Reproabteilung eines Unternehmens in Frankfurt, ehe er zurückkehrte und wenig später von seinem Vater die Aufgaben bei der Donnersberger Rundschau sowie das 1954 gegründete Fotogeschäft in der Kleinen Residenz übernahm. In dem Laden, bei „Foto Stepan“, seit 1973 in der Neuen Allee, soll es zunächst auch noch weitergehen.
Talente abseits der Fotografie
Bei all den Terminen aber, von denen er Fotos für die RHEINPFALZ geliefert hat, wird ihn sicher so mancher künftig vermissen. Denn diesem Stress – und das ist es zweifelsohne – möchte sich Thomas Stepan nun nicht mehr aussetzen, hat er entschieden. Schon in den Monaten zuvor hatte er sich doch wenigstens den freien Sonntag erbeten, wenigstens einen Tag pro Woche zum Durchschnaufen. Zukünftig wird er der Redaktion fehlen: seine Zuverlässigkeit, die Qualität seiner Bilder, aber auch die Geschichten und Hintergrundinformationen, die er oft von Terminen mitgebracht hat. Gut, dass er uns aushilfsweise weiter zur Verfügung stehen will.
Die hinzugewonnene Freizeit, die soll natürlich dem Familienleben zugutekommen – aber auch der Handwerkskunst, die bei Thomas Stepan weit übers Fotografieren hinausgeht. Was er in den Bereichen Aquarell, Druck, Keramik und Drechselei zu leisten vermag, hat er nicht nur in seinem Geschäft, auch schon bei Ausstellungen unter Beweis gestellt.