Winnweiler
Feuerwehren in der VG Winnweiler: Immer mehr Einsätze
Genau acht Minuten bleiben den Aktiven, um mit ihren Fahrzeugen nach der Alarmierung am Einsatzort zu sein. „Alarmierung meint in Rheinland-Pfalz – anders als in anderen Bundesländern – allerdings den Zeitpunkt, zu dem die Wehrleute zum Einsatz gerufen werden, nicht den, wenn der Notruf eingeht“, informierte Wehrleiter Christian Füllert den Verbandsgemeinderat. Um einen Notruf vernünftig einzuordnen und die erforderlichen Einsatzkräfte zu verständigen, werden in der Einsatzleitzentrale – die für Winnweiler zuständige befindet sich laut Füllert in Kaiserslautern – bis maximal zwei Minuten gebraucht.
Hauptberuflicher Wehrleiter
Grundsätzlich gelte: Nicht immer sei die Ortsfeuerwehr der betroffenen Gemeinde automatisch die Einsatzgruppe, die am schnellsten vor Ort sein könne. Deshalb sind in der Verbandsgemeinde Winnweiler Einsatzgebiete festgelegt, in denen auch benachbarte Feuerwehren zuerst alarmiert werden. Beispielsweise im östlichen Bereich der Gemeinde Winnweiler ist die Feuerwehr Münchweiler meist zuerst vor Ort, erläuterte Füllert anhand einer Grafik. Auch werde beispielsweise auf der B 48 grundsätzlichen die Feuerwehr Enkenbach gleichzeitig alarmiert, denn der Schnittpunkt, an dem sich die Zuständigkeiten beider Wehren treffen, liege genau zwischen beiden Verbandsgemeinden.
Füllert erläuterte auch, dass es Einsatzbereiche gibt, die nicht innerhalb von acht Minuten zu erreichen seien. „Das gilt meist für die Autobahn. Hier müssen Sie bedenken, dass beispielsweise die Strecke nach Göllheim zehn Kilometer lang ist. Passiert auf der A 63 nahe der Göllheimer Ausfahrt ein Unfall, so erreichen wir den Einsatzort frühsten nach zehn Minuten mit unseren Feuerwehr-LKW“, so der Wehrleiter, der als hauptberuflicher Mitarbeiter für die Feuerwehr und deren Einsatzfähigkeit zuständig ist.
Zufrieden zeigte er sich darüber, dass außer in Höringen in allen Gemeinden der VG eine freiwillige Feuerwehr aktiv ist. Problem sei allerdings an vielen Stellen, während des Tages eine schlagkräftige Truppe zusammen zu bringen, die in der Lage ist, mit dem nötigen Einsatzgerät auszurücken, und auch entsprechen ausgebildet ist, um alle Situationen abzudecken. „Wir verwenden eine App, mit der uns Wehrleute bei der Alarmierung schnell Rückmeldung geben können, wer einsatzbereit ist. Bekommen wir viele Absagen, sind wir in der Lage, schnell auch aus benachbarten Kommunen Einsatzkräfte anzufordern“, sagte Füllert.
In diesem Jahr schon fast 200 Einsätze
Besonders stolz ist der Wehrleiter darauf, dass drei Rettungssanitäter in den Reihen der Wehren in Winnweiler tätig sind. „Mitgliedergewinnung ist eine der wichtigsten Aufgaben, der wir uns annehmen müssen, hier sind wir ständig aktiv, um unsere Einsatzkraft zu erhalten und wenn möglich auszubauen.“ Welche enorme Bedeutung dies habe, zeigte sich auch bei einem Einsatz bei einem Großbrand in Otterberg, als zeitgleich auch in der VG Winnweiler Einsatzkräfte gebraucht wurden – in Füllerts Grafik einer der Fälle, die mit roter Farbe gekennzeichnet waren, was Aufschluss darüber gibt, wenn etwas nicht optimal abläuft. Allerdings war in den statistischen Übersichten des Wehrleiters die Farbe grün für gut verlaufene Einsätze deutlich dominierend.
Wie nötig deshalb die Gewinnung und Ausbildung neuer Wehrleute ist, habe gerade erst der Einsatz bei Bischoff nach der glücklicherweise glimpflich verlaufenen Explosion einer Produktionsanlage gezeigt. 2015 wurden die Feuerwehren der VG Winnweiler zu 157 Einsätzen gerufen, 2019 waren es schon 246. Die Zahl der Einsätze gehe ständig nach oben, so Füllert, bis zum 27. August waren die Wehr in diesem Jahr bereits 188-mal gefordert.