KIRCHHEIMBOLANDEN / Winnweiler
Feuerwehr: Neue Drohne mit mehr Möglichkeiten bei der Personensuche wird angeschafft
Die in Winnweiler stationierte Drohne sei mittlerweile eines der am häufigsten angeforderten Einsatzhilfsmittel, zumal sie auch überregional gefragt sei, sagte Landrat Rainer Guth eingangs. Was Drohnen leisten könnten, sei ihm selbst bei einem Werkstatt- und Garagenbrand bewusst geworden, bei dem mehrere Gebäude in Alsenz betroffen gewesen seien. Da habe die Aufklärung der Lage durch die Drohne eine deutlich effektivere Brandbekämpfung ermöglicht. Auch bei den zunehmenden Wald- und Vegetationsbränden helfe die Drohne, die Lage besser einzugrenzen.
Guth richtete das Augenmerk aber auch auf einen weiteren Einsatzbereich von wachsender Bedeutung, nämlich die Personensuche. „In unserer zunehmend älter werdenden Gesellschaft ist immer häufiger damit zu rechnen, dass demente Personen vermisst werden“, nannte Guth ein Beispiel. Hier sei das neue Gerät, das angeschafft werden soll, mit ihrer effektiveren Wärmebildtechnik gegenüber der älteren Drohne weit im Vorteil. Kreisfeuerwehrinspekteur Christian Rossel und sein Stellvertreter Christian Füllert, der als Wehrleiter in Winnweiler seit drei Jahren Erfahrung mit Drohneneinsätzen sammeln konnte, sprachen von einem „High-End-Gerät“. Die Kosten für das vorgeschlagene Modell der Firma Terra Active Networks GmbH werden mit entsprechendem Zubehör mit rund 26.000 Euro angegeben.
Personensuche soll aufgewertet werden
Zur Frage nach der zu erwartenden Lebensdauer des Geräts, die Alexander Groth (FWG) aufwarf, verwies Füllert darauf, dass natürlich noch keine Langzeiterfahrungen vorlägen. Fachleute seien sich aber einig, dass auf eine Dauer von zehn Jahren mit keiner Neuentwicklungen zu rechnen sei, durch die dieses Gerät obsolet werden könnte.
„Worin besteht das Mehr an Sicherheit, wenn wir jetzt zwei Drohnen in Winnweiler vorhalten?“, wollte Rita Beck (Grüne) wissen, worauf Füllert auf die Absicht verwies, die ältere Drohne zu veräußern. Er nahm die Frage indes zum Anlass, seinerseits die Vorteile der neuen Drohne bei der Wärmesensorik herauszustellen. „Die vorherige Wärmebildtechnik hat sich bei Bränden sehr gut bewährt. Allerdings hat sich gezeigt, dass sie bei Personensuchen nur sehr schlecht einsetzbar ist.“ Dieses Einsatzgebiet solle gestärkt werden.
Auch bei Regen einsetzbar
Dabei rede man nicht von polizeilichen Suchaufträgen, sondern von Personensuchen im Brand- und Katastrophenschutz, wo es um Personen geht, die abgängig seien, um vermisste Kinder, verunglückte Wanderer. Solche Fälle habe man zur Zeit zwei- bis dreimal im Jahr. Füllert berichtete von einer Suche nach einer Frau in einem Nachbarlandkreis, die erst am nächsten Morgen in einem Graben gefunden worden sei und nur mit knapper Not überlebt habe. „Hätte man eine Drohne zur Verfügung gehabt, wäre sie sofort gefunden worden, da sie im Nahbereich ihres letzten Aufenthaltsortes war.“ Als einen weiteren Vorteil dieser neu zu beschaffenden Drohne führte Füllert an, dass sie auch bei Regen fliegen könne.
Da die Feuerwehr in Winnweiler als Vorreiter bei der Drohnentechnik inzwischen ein sehr erfahrenes Team beisammenhabe, soll die neue Drohne auch wieder dort stationiert werden. Interesse bei anderen Feuerwehreinheiten sei auf Wehrleiterebene abgefragt worden, von einer sei Interesse bekundet worden, hieß es auf eine Frage von Michael Cullmann (SPD). Im Rahmen anstehender Ausrüstungserweiterungen sollte auch über weitere Drohnen nachgedacht werden, wenn auch nicht überall mit einem High-End-Gerät, so die Spitze der Kreisfeuerwehr. Skepsis äußerte Cullmann bei der Erwartung einer zehnjährigen Nutzungsdauer. Bei allem, was Chips und Kameras in sich trage, habe er da Zweifel. Dazu schreite die Entwicklung zu rasch voran.
Förderung noch unklar
Der Beschaffung der Drohne hat der Kreisausschuss, der am Montag erstmals seit Anfang März wieder getagt hat und zur Wahrung der gebotenen Sicherheitsabstände in den großen Sitzungssaal umgezogen war, bei einer Enthaltung (Rita Beck, Grüne) einmütig zugestimmt. Die Frage einer Förderung durch das Land sei noch unklar, so Rossel auf Nachfrage. Eine Anfrage sei gestellt, aber noch nicht beschieden, mit einer Förderung zwischen 33 und 40 Prozent der Kosten könne gerechnet werden.