Donnersbergkreis Ferngesteuerte Hilfe in der Luft

Testflug vor der Wache: An der Drohne der Winnweilerer Feuerwehr sind eine „normale“ und eine Wärmebildkamera angebracht.
Testflug vor der Wache: An der Drohne der Winnweilerer Feuerwehr sind eine »normale« und eine Wärmebildkamera angebracht.

Dass auch die Feuerwehren mit der Zeit gehen, ist längst kein Geheimnis mehr. Müssen sie auch. Die Herausforderungen werden für die vielen ehrenamtlichen Wehrleute immer größer. Die Wehr in Winnweiler hat nun eine Drohne bekommen. Auf diese setzen Wehrleiter Christian Füllert und Rudolf Jacob, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler, große Stücke. Auch, was die Sicherheit der Einsatzkräfte betrifft. Das Flugobjekt soll zudem für den Kreis im Einsatz sein.

Christian Füllert kann sich noch gut an den Brand im Mai in Steinbach erinnern. Ein Fahrzeug- und Garagenbrand im Ortskern. „Für uns war es schwierig zu erkennen, wo und wie sich das Feuer ausbreitet“, erzählt der Wehrleiter. Eine große Hilfe wäre hier eine Drohne gewesen, mit der man sich hätte von oben ein Bild der Lage machen können. Genau eine solche wurde mittlerweile angeschafft. 7000 Euro wurden dafür investiert. An den Kosten hat sich auch der Kreis beteiligt, die Drohne soll auch außerhalb der Verbandsgemeinde eingesetzt werden. Für Füllert und auch für Bürgermeister Rudolf Jacob ist sie alles andere als eine schöne Freizeitbeschäftigung, sondern eine äußerst nützliche Anschaffung. „Es gibt Geräte bei der Feuerwehr, die deutlich teurer und viel weniger im Einsatz sind“, berichtet der Wehrleiter – und Jacob schiebt nach: „Ich bin davon überzeugt, dass eine Drohne in ein paar Jahren Standard bei den Feuerwehren sein wird.“ Der Quadrocopter, so die Bezeichnung der Winnweilerer Drohne, verfügt über eine „normale“ und eine Wärmebildkamera. Gerade Letztere sei von der Bedeutung her nicht zu unterschätzen, berichtet Füllert. Der Wehrleiter bringt hier als Beispiel eine Person, die in einem Gewässer vermisst wird. Mit Hilfe von Kamera und Wärmebildkamera könne man den Quadrocopter dann über das Gewässer steuern. Nächstes Beispiel: ein Wald- oder Flächenbrand. Mit Hilfe der Drohne lasse sich schnell feststellen, in welche Richtung sich das Feuer ausbreitet und wie man am schnellsten zur Brandstelle kommt – und auch am sichersten, wie der Wehrleiter weiter betont. Schließlich bestehe bei einem Waldbrand auch die Gefahr, dass die Wehrleute am Ende selbst von einem Feuer eingekreist werden. Grundsätzlich sei eine Drohne auch bei Nachlöscharbeiten von Vorteil, da man dank der Wärmebildkamera erkennen könne, wo sich noch Glutnester befinden. Oder die Personensuche: „Hier lassen sich mit der Kamera und Wärmebildkamera relativ schnell große Flächen untersuchen“, erzählt der Wehrleiter – und ergänzt: „Für die Drohne brauchen wir nur wenige Minuten Rüstzeit, bis sie in der Luft ist.“ Dafür werde allerdings auch Personal benötigt, das den Quadrocopter fliegen kann. Ein Thema, mit dem sich in der Winnweilerer Feuerwehr ebenfalls bereits befasst wurde. Anfang Juli fand eine Ausbildung zur Steuerung des Flugobjekts statt. Neun Wehrleute nahmen an der 16-stündigen Ausbildung teil. „Das waren überwiegend Personen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch da sein können bei Einsätzen“, berichtet Christian Füllert. Thema seien dabei auch rechtliche Grundlagen gewesen. „In der Praxis muss sich der Einsatz der Drohne natürlich erst noch einspielen“, weiß der Wehrleiter. Und er sagt zudem: „Auch eine Drohne hat ihre Grenzen. Ich kann damit nicht durch Hindernisse sehen.“ Nichtsdestotrotz ist der Winnweilerer Wehrleiter überzeugt: „Sie wird eine deutliche Verbesserung sein.“ Alleine schon, weil man sich damit in Echtzeit einen Überblick über die Lage verschaffen könne. Mit Hilfe der Drohne könne nicht zuletzt in einem Lagezentrum die jeweilige Situation beurteilt, aber auch der Einsatz hochwertig dokumentiert werden. Laut Bürgermeister Rudolf Jacob ist die Winnweilerer Wehr die erste im Kreis, die eine Drohne besitzt – „aber nicht die erste generell“.

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