Niedermoschel RHEINPFALZ Plus Artikel Fastnachtsumzug: Wie sich die kleine Gemeinde für den großen Ansturm rüstet

Der Umzug in Niedermoschel lockt stets auch viele junge Zuschauer an die Strecke.
Der Umzug in Niedermoschel lockt stets auch viele junge Zuschauer an die Strecke.

Der Fastnachtsumzug in Niedermoschel ist einer der letzten seiner Art im Donnersbergkreis. Vom Aussterben bedroht ist er hingegen nicht – eher ist das Gegenteil der Fall.

Es ist schon lange kein Festtag mehr, den man mal einfach so in kleiner Gruppe plant. Die „Nerrermoschler Strossefassenacht“ mit dem fest dazu gehörenden Umzug durch die Straßen und Gassen von Niedermoschel gehört längst zu den größeren Veranstaltungen der Region. Am Fastnachtsdienstag rechnen die Organisatoren diesmal mit bis zu 1500 Gästen. Die Nachfrage stieg in den vergangenen Jahren spürbar.

So müssen im Hintergrund auch längst einige Fäden mehr zusammenlaufen, als es noch in den Anfängen des Umzugs, der bis in die 70er-Jahre zurückgeht, der Fall war. „Es ist die letzten Jahren komplett explodiert“, sagt Dominik Schug vom Förderverein für Feuerwehr und Brauchtum. Der Verein ist es auch, der traditionell die Planung des Umzuges und der dazugehörigen Feierlichkeiten übernimmt. Das erfordert bei den inzwischen erreichten Ausmaßen auch das Aufstellen von Sicherheits- oder Parkkonzepten. „Vieles davon können wir gar nicht alleine stemmen. Da erhalten wir aber Unterstützung, beispielsweise durch die Feuerwehren umliegender Gemeinden“, sagt Schug.

Nach Corona „ist es explodiert“

Doch wie konnte die Nachfrage so schnell steigen? „Ach, da kommt einiges zusammen“, mutmaßt das Organisationsteam. Helmut Brenzel, der schon die früheren Veranstaltungen miterlebt hat, sieht auch in den klimatischen Veränderungen eine Ursache. „Früher haben wir literweise Glühwein ausgeschenkt“, erinnert er sich. Bei oft niedrigen Temperaturen sei der Zustrom an Gästen nicht immer so gut gewesen, auch seien diese dann nicht unbedingt noch lange zum Feiern geblieben. „Wir haben in den 2010er-Jahren angefangen, auch selbst im Raum Bad Kreuznach auf Umzüge zu fahren“, nennt Schug einen weiteren Faktor. Die dortigen Gruppen hätten von da regelmäßig in Niedermoschel teilgenommen. Und dann sei nach Corona – der Umzug musste in 2021 und 2022 ausfallen – nochmal ein Schub gekommen. „Im ersten Jahr nach der Pandemie waren wir darauf noch nicht optimal vorbereitet“, erinnert sich Schug. Dann habe man aufgerüstet, ist nun bestens auf den Andrang vorbereitet.

Fluchtwege, verbessertes Sicherheitskonzept, weitere Sanitäranlagen, ein Food-Truck, der für Verpflegung sorgt – die Planung des Umzugs hat viele Facetten. Wie viele Wagen denn nun tatsächlich kommen, lässt sich im Vorfeld aber nicht zu 100 Prozent sagen. „Wir haben lose Anmeldungen, schicken aber auch keinen weg“, heißt es. Die befreundeten Gruppen aus dem Kreuznacher Raum haben sich allerdings angekündigt und bringen in der Regel bereits reichlich Menschen mit. „Aus Spabrücken kommen drei Wagen, Waldböckelheim hat zwei Reisebusse und zwei eigene Wagen angekündigt“, nennt Schug Beispiele – es wird also voll werden in den Gassen. „Es sind nicht nur Kooperationen, sondern auch Freundschaften entstanden in den letzten Jahren. Die „Besenbinner“ aus Lauschied waren damals die ersten, die dabei waren“, sagt er mit Blick auf die Besucher aus der Region. „Das ist einfach toll, wenn die mit ihren großen Mottowagen kommen und die Kinder freuen sich auch, weil die teilweise auch ganz besondere Dinge auswerfen“, so Schug. Hinzu kommen aber auch Fußgruppen und kleinere Gruppen aus der Gemeinde und den umliegenden Ortschaften.

Große Party steigt am Feuerwehrgerätehaus

Und natürlich darf auch der eigene Wagen nicht fehlen. „Wir haben Anfang November mit dem Bau angefangen, waren seitdem ein bis zwei Mal wöchentlich damit beschäftigt“, sagt Marvin Erking. Nun freue man sich darauf, das Ergebnis präsentieren zu können. Und dann selbstverständlich auch auf die Feierlichkeiten. Im Anschluss an den Umzug startet die eigentliche Straßenfasnacht am Feuerwehrgerätehaus. Dort beginnt bereits vor dem Umzug, ab 11 Uhr, die Bewirtung. Neben der nötigen Getränkeversorgung stehen auf der Karte beispielsweise Chili con Carne, Linseneintopf, Wildschweingulasch oder Champignons in Kräuterrahm. Man ist eben gewachsen, auch was das kulinarische Angebot angeht.

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