Steinbach
Für Nutzung der Jugendherberge viele Ideen auf den Weg gebracht
Seit Ende Oktober sei die Gemeinde jetzt endgültig Eigentümer der Jugendherberge mit allen Rechten und Pflichten, informierte Röß den Rat. Schnell habe sich gezeigt, dass die Gemeinde die Räume im unteren Bereich der Herberge an die Verbandsgemeinde abgeben kann, um dort eine dritte Kindergartengruppe einzurichten. Die sei mittlerweile eingezogen und nutze das Gebäude nach kleineren Umbauarbeiten recht intensiv.
„Bislang ging es für die Kinder immer beengt zu, jetzt nach der Auslagerung der dritten Gruppe gibt es genügend Platz“, so Röß. Den Kindern stehen neben einem Gruppenraum ein Turnraum und ein Speiseraum zur Verfügung. Durch den Einbau einer kleinen Küchenzeile sei auch die Versorgung der Gruppe mit Essen gewährleistet. Die Gemeinde profitiere durch die Nutzung, da Heizung und Wasserversorgung genutzt werden, das regelmäßige kostenintensive Spülen der Leitungssysteme entfalle, bis frühestens im Sommer 2021 wieder Gäste in einem Beherbergungsbetrieb unterkommen können. Profiteur sei aber auch die Verbandsgemeinde, die für die Kindertagesstätte keine kostenintensive Container-Lösung habe schaffen müssen.
Rotes Kreuz plant Übernachtungen
Röß erwartet, dass die Kita wohl auch im kommenden Jahr die Jugendherberge noch nutzen werde, sofern dies möglich sei. Mit der Verbandsgemeinde gebe es eine optimale Kostenteilung für das Gebäude. 90 Prozent aller anfallenden Nebenkosten übernimmt die VG, zehn Prozent die Ortsgemeinde. „Die Heizung läuft, die Wasserversorgung auch, das ist sehr sinnvoll, um das Gebäude in einem guten Zustand zu erhalten“, so die Ortsbürgermeisterin. Zudem sie es gelungen, eine erste Nutzung herbeizuführen. „Das Deutsche Rote Kreuz ist an uns herangetreten, um 18 Lehrgangsteilnehmer in der Jugendherberge unterbringen zu können. Diese haben zwei Tage lang im Haus gewohnt und wurden dort auch versorgt“, so Röß. Da die Teilnehmer der Lehrgänge, die in Winnweiler stattfinden, ihre Bettwäsche selbst mitbringen und nur das Geschirr der Jugendherberge nutzen, sei dies ein Gewinn für die Gemeinde. Pro Lehrgangsteilnehmer habe die Gemeinde 25 Euro als Aufwandspauschale erhalten, berichtet Röß. Angesicht der Corona-Situation gebe es die Anfrage des DRK, im Jahr 2021 acht Mal solche Übernachtungsangebote in Steinbach jeweils für komplette Wochen zu nutzen. Auch eine Anfrage, die Hausmeister-Wohnung zu mieten, habe sie mittlerweile vorliegen, so Röß. „Es ist Leben im Gebäude, wir müssen keinen Vandalismus befürchten“, sagte sie.
Zoar prüft integrative Beherbergung
Aktuell laufe die Wirtschaftlichkeitsprüfung durch Zoar. Die Betreuungseinrichtung stellt Überlegungen an, einen integrativen Beherbergungsbetrieb in der Jugendherberge einzurichten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen bis Februar vorliegen. Röß will den Rat über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Die Ortsbürgermeisterin hat zudem zwölf Hotels und Tagungsstätten im Donnersbergkreis angeschrieben und diesen große Räume zur Nutzung in der Jugendherberge angeboten. „Hotels kommen in Coronazeiten auf Grund der Abstandsregeln schnell mit ihren eigenen Räumen an ihre Grenzen, wir hätten Ausweichkapazitäten.“ Es bleibe abzuwarten, welche Resonanz ihre Initiative bringe.
Ideen: Gästeunterkunft, Büros und dauerhafte Kita
Röß gab auch bekannt, dass es – sollte sich der Wiederaufbau einer Gästeunterkunft zerschlagen – erste Anfragen aus verschiedensten Richtungen für die weitere Nutzung gebe. Das reiche von der Umnutzung als Bürogebäude bis hin zur dauerhaften Nutzung als Kindertagesstätte. „Wir sind insgesamt sehr viel weiter, als wir uns das bei der Übernahme des Gebäudes vorgestellt hatten.“
Auf Anregung aus dem Rat soll es auch örtlichen Vereinen ermöglicht werden, Räume in der früheren Jugendherberge nach Bedarf und nach Lockerung der Corona-Beschränkungen zu nutzen. Die Vergabe des Gebäudes soll allerdings zunächst weiterhin die Ortsbürgermeisterin organisieren, die bereits individuelle Verträge mit dem DRK ausgehandelt hat. Ratsmitglied Reiner Bauer forderte, der Ortsbürgermeisterin zu vertrauen statt auf starre Regelwerke und Hausordnungen zu setzen, die aus dem Gremium heraus auch gefordert worden waren.