Donnersbergkreis Fünf Länder, fünf Apps
Der Startschuss ist gefallen: An der BBS Eisenberg hat das Projekt „EU-App 16“ begonnen. Was sich dahinter verbirgt? Schüler der beiden Leistungskurse Informationsverarbeitung entwickeln gemeinsam mit vier weiteren Schulen in Italien, England, Polen und Tschechien fünf Apps. Innerhalb von zwei Jahren werden sich die Teilnehmer gegenseitig besuchen und jeweils eine Woche lang in Teams das Gestalten einer App erlernen. Finanziert wird das Projekt über das EU-Bildungsprogramm Erasmus-Plus.
Eine Woche lang haben die Schüler der beiden Leistungskurse der zwölften Jahrgangsstufe des Wirtschaftsgymnasiums nun mit den Schülern der anderen EU-Länder an ihren Apps gearbeitet. Ziel der ersten Woche sei es, Ideen zu entwickeln, sie zu dokumentieren und erste grafische Designs zu gestalten, sagt Wolfgang Bey, der für EU-Projekte an der BBS zuständig ist. Bewusst wurden die Schüler der unterschiedlichen Länder in verschiedene Gruppen aufgeteilt – auch um die Englischkenntnisse zu verbessern. Noch vier weitere Arbeitstreffen wird es innerhalb der nächsten zwei Jahren geben, immer in einem anderen Land. Dazu reist jeweils eine sechsköpfige Delegation mit den Fachlehrern an. „Es werden nicht immer die gleichen Schüler sein, da müssen wir abwechseln“, erklärt Kursleiter Stefan Densborn. Trotzdem arbeiten alle Schüler an dem Projekt mit. Vor allem der Grundgedanke eines gemeinsamen und friedlichen Europas mache diese Arbeit so spannend, fügt Schulleiter Matthias Frietsch hinzu: Schüler tauschen sich international aus, lernen sich kennen und entwickeln Freundschaften. Ein weiterer Faktor sei, Schülern noch vor der allgemeinen Hochschulreife, die sie an der BBS mit erfolgreicher Beendigung der 13. Jahrgangsstufe erreichen, Einblicke in das Arbeitsleben zu geben, so die Studiendirektorin des Wirtschaftsgymnasiums, Gisela Glas-Lorenz. Den Antrag für das Projekt stellte die BBS Eisenberg. Die Kosten – 24.000 Euro für jede Schule – werden aus dem Budget des Bildungsprogramms finanziert. Sport, Sicherheit, Umwelt, Schule und Lernen sind die Themen der fünf Apps, mit denen sich die Schüler beschäftigen. Bereits eine Woche nach Start des Projekts wurden die ersten Ergebnisse präsentiert. Dabei erklärten die internationalen Teams den Aufbau ihrer Apps, beispielsweise die Gruppe „Helping Hand“, die sich mit dem Umweltgedanken beschäftigt. Recycling, Licht und Drucken sind wesentliche Themen, die Nutzer der App künftig erwarten. „Gute Ergebnisse haben die Schüler heute vorgestellt“, findet Kursleiter Kevin Jahn. Nicht zuletzt, weil das Erlernte auch Stoff der nächsten Kursarbeit sein werde. Somit hätten sie auch praktisch und nicht nur theoretisch Einblicke in das Programmieren bekommen. So sieht es auch Schülerin Cynthya Tamm aus Grünstadt. „Wir kennen uns zwar alle erst seit einer Woche, aber es sind schon Freundschaften entstanden“, erzählt die 19-Jährige. Sie sei stolz, Teil dieses Projekts zu sein. In ihrem Team, das die Schul-App entwickelt, habe sie bereits einiges über die Geschichte ihrer Schule erfahren, zudem Ideen anderer Programmierer aufgenommen. Später möchte sie einmal Wirtschaftsinformatik studieren, und diese Erfahrung könne nur von Vorteil sein. Genau das sei der Grund, weshalb die BBS sich für dieses Bildungsprogramm entschieden habe, sagen die beiden Kursleiter, die auch eine Kooperation mit der Fachhochschule Worms pflegen. Schüler der BBS nehmen unter anderem an Vorlesungen und Tutorien teil und können so in Studiengänge hineinschnuppern, um sich vielleicht später dafür einzuschreiben.