Donnersbergkreis
Fünf Donnersberger erhalten Kreisehrenmedaille
Es war ein schöner Rahmen, um besonders verdiente Menschen zu ehren: Während des Festabends zum 50-jährigen Bestehens des Donnersbergkreises wurden am Freitagabend in der Stadthalle in Kirchheimbolanden fünf Persönlichkeiten mit der Kreisehrenmedaille ausgezeichnet.
Der Vergabe war ein demokratischer Beschluss im Kreisausschuss vorausgegangen, wie Landrat Rainer Guth sagte. Geehrt wurde Luise Busch aus Rockenhausen. Sie erhielt bereits 1996 die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, 2001 die Bundesverdienstmedaille und 2010 Verdienstorden des Bundes für ihr vorbildhaftes und vielfältiges Engagement. Von 1989 bis 2019 gehörte Luise Busch dem Kreistag an, von 1994 bis 2004 war sie dritte Kreisbeigeordnete.
Als Ausländerbeauftragte war sie Organisatorin unter anderem von Jugendbegegnungen. Von 2009 bis 2014 war sie Integrationsbeauftragte des Kreises. Im Jahr 2000 gründete sie den Arbeitskreis „Aktiv gegen Rechts“ mit unterschiedlichsten Aktionen. Seit 2015 ist Busch in der Flüchtlingshilfe tätig. 1987 war sie eine der Gründerinnen des Vereins „Frauen helfen Frauen“, dessen Vorsitzende sie ist. Tätig ist sie zudem im Arbeitsbündnis gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Von 1974 bis 1988 war Busch Vorstandsmitglied des Freundeskreises Rognac, seit 1988 ist sie dessen Vorsitzende. Vorstandsmitglied in der Europa-Union und Ansprechpartnerin für das Kahnweilerhaus sind weitere Ämter. „Ich bin mir sicher, es ist mir nicht gelungen, alle ehrenamtlichen Aktivitäten von Frau Busch hier vorzustellen und freue mich, dass sie nach dem Ausscheiden aus den politischen Gremien in ihren anderen Ehrenämtern aktiv ist“, sagte Guth.
Schicksale nie gleichgültig
Er ehrte außerdem Ingrid Schlabach aus Stetten. Für ihr vielfältiges Engagement ist sie seit 1999 Trägerin der Landes-Verdienstmedaille, seit 2007 des Landesverdienstordens. Als Gleichstellungsbeauftragte war sie Mitgründerin des Vereins „Frauen helfen Frauen“, aktiv tätig in der Kiboer Frauenwerkstatt „Klatschmohn“ und im Arbeitskreis „Pflegende Angehörige“ sowie in der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“. Mitglied im Kreistag war sie von 2004 bis 2014. Seit 2004 ist Schlabach Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats, seit Ende 2001 Geschäftsführerin im Kreisseniorenbüro, engagiert für die Belange älterer Menschen im Kreis eintretend. „Das persönliche Schicksal der einzelnen Person war ihr nie gleichgültig“, sagte Guth. Mitglied in der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Donnersbergkreis und im Presbyterium Stetten, Gründungsmitglied und Schriftführerin von „Aktiv gegen Rechts“ – auch hier schien es kaum möglich, alle Ehrenämter aufzulisten.
Mann mit der Gitarre
Ausgezeichnet wurde weiter der Kirchheimbolander Bernd Knell, der sich seit 20 Jahren für die Vermittlung von Kultur und Geschichte der Region als Gästeführer in Kirchheimbolanden und auf dem Donnersberg einsetzt – seit zehn Jahren auch im Keltendorf Steinbach. 2011 initiierte er die kulinarisch-musikalischen Stadtführungen und bringt sich bei der Ausbildung neuer Gästeführer ein. „Er versteht es, seine geschichtlichen Kenntnisse jeder Altersgruppe verständlich und interessant zu vermitteln. Viele schwärmen ,vom Mann mit der Gitarre’“, so der Landrat. Knell ist auch Sänger im Oratorienchor. Für sein Engagement erhielt er 2015 den Deutschen Bürgerpreis.
Prägend in der Kulturszene
Uli Lampaus Weitersweiler ist seit über 30 Jahren Kunstinitiator und Künstler im Donnersbergkreis – Spuren der zahlreichen von ihm auf den Weg gebrachten Symposien sind in vielen Gemeinden des Kreises zu sehen, seine Arbeiten im Bereich Kunst am Bau sind herausragende künstlerische Akzente. Seit vielen Jahren als Vorsitzender des Kunstvereins Donnersbergkreis tätig, organisierte er Symposien im Keltengarten Steinbach, für den dortigen Skulpturenweg sowie im Landschaftspark Gienanth in Eisenberg und unterstützte die Herausgabe der entsprechenden Broschüren. Als „eine der drängendsten Kräfte in der Kulturszene“ vor Ort wurde er 2015 mit dem Deutschen Bürgerpreis geehrt.
Auf vielen Ebenen aktiv
Ebenfalls erhielt Manfred Schäfer aus Alsenz eine Kreisehrenmedaille. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement erhielt er 1994 die Ehrennadel des Landes und 2018 die Landesverdienstmedaille. In seiner Jugend baute er in seiner Heimatgemeinde eine erfolgreiche Leichtathletik-Abteilung auf und agierte als Trainer. Von 1999 bis 2004 sowie von 2007 bis 2009 war er Mitglied des Bezirkstages. Seit über 45 Jahren gehört er dem Verbandsgemeinderat Alsenz-Obermoschel an, 28 Jahre davon als Fraktionsvorsitzender. Von 1974 bis Mai 2019 war Schäfer Mitglied des Kreistages, davon 15 Jahre als Fraktionsvorsitzender. Fünf Jahre lang war er Kreisbeigeordneter.
Er hat sich für die Inbetriebnahme der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und -somatik des Pfalzklinikums in Rockenhausen ebenso eingesetzt wie für die Ansiedlung der geriatrischen Abteilung im Westpfalz-Klinikum, ist Mitbegründer und zweiter Vorsitzender des Betreuungsvereins und kümmert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um die Bewohner des evangelischen Diakoniewerkes Zoar. Er engagierte sich für den Bau eines stationären Hospizes im Kreis. Schäfer vermittelt Schülerpartnerschaften im Partnerland Ruanda, war 35 Jahre lang am Oberverwaltungsgericht in Koblenz als ehrenamtlicher Richter tätig und seit Jahren als Rechnungsprüfer in der Europa-Union. Am Tag der Ehrung hatte Manfred Schäfer seinen 77. Geburtstag.
Besonderes Geschenk
Als ganz besonderes Geschenk bekamen die Ausgezeichneten eine in 3D-Technik hergestellte gusseiserne Abbildung „ihres“ Donnersberges.