Donnersbergkreis Erfolgreiche Klepperbuben

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„Das ist der Engel des Herrn, Ave Maria“ – seit gut 20 Jahren war dieser Ruf der „Klepperbuben“ in Falkenstein verstummt. Bis zu diesem Jahr. Mit lauten, knarrenden Ratschen zogen 26 „Falkesteener Klepperbuben“ am Karfreitag und Samstag durch die Straßen und verkündeten das „Ave Maria“ zum Morgen-, Mittag- und Abendläuten. Als Dank gab es Süßigkeiten, Ostereier und eine ordentliche Spende für den Ort.

Schließlich ergab die Haussammlung die so nicht erwartete Summe von gut 800 Euro, die ein großzügiger Spender auf 1000 Euro erhöhte. Das Geld ist für einen Zweck im Ort bestimmt. Auf dem Geburtstag von Joachim Demmerle war die Idee aufgekommen, das „Kleppern“ in Falkenstein wieder aufleben zu lassen. Bruder Berthold Demmerle aus Rockenhausen, Sohn Timo und Ortsbürgermeister Volker Demmerle besorgten T-Shirts mit der Aufschrift „Falkesteener Klepperbube“ und hielten Ausschau nach Mitstreitern. Die waren schnell gefunden: im Verwandtenkreis, beim Gesangverein und bei ehemaligen „Klepperbuben“, die teilweise nicht mehr im Ort leben. Die Mannschaft komplettierten sechs Kinder und Jugendliche. Die Ratschen wurden von der katholischen Kirchengemeinde Winnweiler ausgeliehen. Das Kleppern ist ein kirchlicher Brauch. Von Gründonnerstag nach dem Gloria bis in die Osternacht schweigen die Glocken in den katholischen Kirchengemeinden. „Die Glocken fliegen nach Rom zur Beichte oder zum Buddermillich trinke“, erzählte man früher. So entwickelte sich der Brauch, das Morgen-, Mittag- und Abendgeläut mit lautstarken Klappern und Ratschen zu ersetzen. „Früher haben wir auch noch an Gründonnerstag gekleppert“, erinnerte sich Ottwin Orthöfer. Später war es in Falkenstein Brauch, an Karfreitag und Karsamstag zu kleppern. Auf alten Bildern erkennt man noch zwei Holzinstrumente der Klepperbuben: die Klapper und die Ratsche. Die Klapper, ein Holzbrett mit Griff und einem beweglichen Hammer, erzeugte durch Vor- und Rückwärtsbewegung das typische „Kleppern“. Heute sieht man nur noch die Ratschen, bei der durch eine rhythmische Kreisbewegung gespannte Holzbrettchen über einen Holzstern gedreht werden. Der Begriff Kleppern hat sich aber gehalten. Nach dem Morgenkleppern am Karsamstag zogen die Klepperbuben mit einem geschmückten Weidenkorb von Haus zu Haus und sammeln Geschenke wie Süßigkeiten, Ostereier und auch Geldspenden ein. Dabei sagten die Anführer folgenden Spruch auf: „Gemoje Fraa Baas (oder Herr Baas), was leegd uns de Haas? Wir haben gekleppert fürs Heilige Grab, drum bitten wir um eine Gab, nicht so groß und nicht zu klein, damit wir können zufrieden sein!“ Die Klepperbuben dankten mit dem Lied „Die gute Frau, die gute Frau, die hat uns was gegeben, nächstes Jahr um diese Zeit soll sie auch noch leben!“ In Falkenstein freuten sich Bürger über das Aufleben der Tradition. Beim Abschluss im Falkensteiner Hof waren sich die Klepperbuben einig: Nächstes Jahr soll es auf jeden Fall eine Neuauflage geben.

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