WEIERHOF RHEINPFALZ Plus Artikel Entspannt, unterhaltsam und amüsant: Comedian David Kebekus im Blauen Haus

Will den Menschen die Augen für lustige Dinge im Leben öffnen: David Kebekus.
Will den Menschen die Augen für lustige Dinge im Leben öffnen: David Kebekus.

Wenn der Name Kebekus fällt, wird er meist direkt mit der Komikerin Carolin Kebekus verbunden. Ihr Bruder David macht eine ganz andere Art von Comedy, reitet aber gerne auf der Welle seiner Schwester mit, wie er am Freitagabend im Blauen Haus zugab.

Dies zeigte Kebekus mit seinem entspannten, unterhaltsamen und amüsanten Programm „Aha? Egal!“ am Samstagabend im Blauen Haus. „David Kebekus war ganz anders als seine berühmte Schwester, die man aus dem Fernsehen als aggressiv und deftig kennt“, meinte Sabine Gladosch aus Kirchheimbolanden nach der Veranstaltung. „Er hatte einen eher stillen Humor und es war doch sehr anregend, wie er uns in sein Leben hineinzog. Das hat mir gut gefallen. Im Übrigen fand ich es ausgesprochen gut, wie sich alle Gäste an das Corona-Konzept der Veranstalter gehalten haben. Das habe ich in letzter Zeit schon ganz anderes erlebt.“

In der Tat unterscheidet sich David Kebekus erheblich von seiner bekannteren Schwester Carolin. So als würde er sich unter Freunden befinden, erzählt er seinem Publikum im lockeren Plauderton aus seinem Leben. Ganz entspannt aber sehr unterhaltsam. Er lebt nicht von Schenkelklopfern oder Riesengags, dafür sorgt er für fortgesetztes Schmunzeln und leises Gelächter bei seinen Zuhörern.

Die Dilemmata seines Lebens

Von seinen eigenen Schwächen ausgehend nimmt er die Menschen mit in seine Familien- und Beziehungsprobleme, lässt sie an seinen Schwierigkeiten mit seiner Geschlechterrolle und dem Älterwerden teilhaben und konfrontiert sie mit seinem Liebeskummer oder seinen Sport- und Social Media-Erfahrungen. „Leute kennenzulernen ist heute in den sozialen Medien total einfach. Versucht man aber, die Ex-Freundin aus seinem Leben zu streichen, ist das kaum noch möglich, weil alles mit allem vernetzt ist und sie so immer wieder auftaucht.“

In seinem Programm zeigt er auch auf die Dilemmata seines Lebens: „Wir alle finden, es ist doch scheiße, dass wir die Umwelt verschmutzen. Doch wenn wir dann für 20 Euro im Flieger nach Malle sitzen, dann ist das doch geil.“ Oder: „Viele meinen, jetzt macht da der Bruder von Carolin Kebekus auch auf Comedy. Das ist Scheiße. Aber wenn ich auf der Welle meiner Schwester mitreiten kann, dann ist das doch geil, oder?!“

2010 Bühnenkarriere begonnen

An anderer Stelle bezieht er sich auf seine Erscheinung und berichtet: „Immer wieder ruft mir jemand ,Hey Jesus’ hinterher. Dabei ist wie Jesus auszusehen für einen Mann nicht schwer. Man muss nur … warten. Für die, die ihn nicht kennen, Jesus, das war so ein Typ mit langen Haaren und Bart. So sah der aus. Und dann gab es auch noch Josef. Das war so ein Typ mit langen Haaren und Bart. So wie Moses: Lange Haare und Bart. Der Look war damals Trend. Wenn die Männer damals alle so gleich aussahen, dann muss man sich doch fragen, ob sie damals den Richtigen ans Kreuz genagelt haben.“

Kebekus wollte schon immer in die Comedy. Nach seinem Abitur begann er, für verschiedene Formate Witze zu schreiben. Nebenher studierte er Medienwirtschaft, Film und Regie sowie Sketch Comedy Writing in New York. Als Comedy-Autor war er für die RTL-Sendung Freitag Nacht News, Ladykracher, Switch reloaded, WunderBar, Weibsbilder, SketchNews, Broken Comedy sowie 1LIVE Comedy-Nacht XXL (WDR) tätig. Darüber hinaus war er unter anderem zu Gast in verschiedenen TV-Shows. 2010 begann er dann seine Bühnenkarriere: zunächst in der Comedy-Slam-Szene, 2016 dann mit abendfüllenden Solo-Shows.

„Augen für lustige Dinge öffnen“

Gegenüber der RHEINPFALZ äußerte Kebekus: „Ich mache kein politisches Kabarett. Ich mache Comedy. Ich will nicht kritisieren, hinterfragen und Einfluss auf Meinungen nehmen. Ich möchte den Menschen die Augen öffnen für die vielen lustigen Dinge im Leben um uns herum. Das ist unterhaltsam genug. Deshalb nehme ich mein Publikum mit und lasse sie in mein Leben hineinsehen.“

Sichtlich zufrieden mit dem Abend zeigte sich auch Michael Werner-Scheid vom veranstaltenden Verein Neuer Landweg: „Wir sind ausverkauft. Das ist gut. Leider können wir viele Kartenwünsche nicht erfüllen. Aber es geht jetzt wenigstens weiter. Alles kleiner als ursprünglich geplant. Dafür ist unser Programm in diesem Herbst sehr dicht. Zu den geplanten Veranstaltungen kamen noch einige hinzu, die während des Lock-Downs abgesagt werden mussten.“

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