Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Eiserne Hochzeit: Wie aus einer flüchtigen Kerwe-Begegnung ein Bund fürs Leben wurde

Sind seit 65 Jahren verheiratet: Gerda und Rudolf Schmidt aus Breunigweiler. Zu ihrem Jubeltag gratulieren drei Kinder, sieben E
Sind seit 65 Jahren verheiratet: Gerda und Rudolf Schmidt aus Breunigweiler. Zu ihrem Jubeltag gratulieren drei Kinder, sieben Enkel und sieben Urenkel.

Es war eine flüchtige Begegnung, die dem Leben von Gerda und Rudolf Schmidt vor gut 66 Jahren eine entscheidende Wende gab. Am 23. Dezember feiert das Paar Eiserne Hochzeit.

Der magische Augenblick ereignete sich Ende der 1950er Jahre: Zufällig begegneten sich die Standenbühlerin und der Breunigweilerer auf der Kerwe in Dreisen. „Eigentlich war es nur ein kurzer Moment, aber es hat sofort gefunkt“, erinnert sich Gerda Schmidt. Aus diesem Funken wurde schnell ein Feuer – und schon ein Jahr später legten sie, wie sie augenzwinkernd erzählt, den „Turbogang“ ein. Der Grund dafür war nicht zu übersehen: Nur wenige Wochen nach der Hochzeit kam ihre erste Tochter zur Welt.

„Alles andere als leicht“ sei das Leben damals gewesen, sagt die Jubilarin rückblickend. Doch mit Mut, positiver Energie, starkem Willen und vor allem mit der Unterstützung der Familie hätten sie jede Herausforderung gemeistert. Zunächst lebte die junge Familie bei der Oma in Standenbühl, ehe sie sich den Traum vom eigenen Heim erfüllte. Binnen zwölf Monaten entstand Mitte der 1960er Jahre ihr Haus. Rudolf Schmidt war Maurer – und so, wie er vielen anderen beim Bauen geholfen hat, so packten nun auch bei ihnen viele Freunde und Bekannte mit an. Das galt allen voran für seine Feuerwehr-Kameraden.

Im Hause Schmidt ging es zu wie im Taubenschlag

Derweil hat Schmidts Ehefrau in Kaiserslautern gearbeitet. Bei Wind und Wetter ist sie Tag für Tag zu Fuß zum Bahnhof und wieder zurück gelaufen. Doch trotz aller Mühen sei die Freude nie auf der Strecke geblieben. „Der Spaß am Leben hat uns immer angetrieben“, sagt Rudolf Schmidt heute mit einem Lächeln. Seine Leidenschaft galt dem Angeln am Fischweiher bei Steinbach – und ganz besonders dem Fußball. Der SV Alsenborn, der in den 1970er Jahren vom Bundesliga-Aufstieg träumte, hatte es ihm angetan. Aber natürlich galt seine Sympathie auch immer dem 1. FC Kaiserslautern.

Eine weitere Herzensangelegenheit war für beide der Gesangverein. Noch heute erzählen sie gerne von einem großen Sängerfest, für das eine große Bühne aufgebaut wurde. Darüber hinaus sorgten drei Kinder stets für Leben im Hause Schmidt. „Bei uns war es wie in einem Taubenschlag“, erzählen sie übereinstimmend mit einem Lachen. Jeder sei bei ihnen willkommen gewesen, ihre Türen und Herzen hätten offen gestanden. Eine Mentalität, die bis heute die Familie präge. Die drei Kinder leben alle in der Nähe von Breunigweiler, sie fänden immer wieder den Weg nach Hause – ein Zeichen für den starken familiären Zusammenhalt, der über Generationen gewachsen sei.

Der Garten ist ein kleines Naturparadies

Gerda und Rudolf Schmidt genießen ihren Alltag – mit viel Gelassenheit, inzwischen auch mit etwas Unterstützung. Besonders ans Herz gewachsen ist ihnen der Garten: Überall stehen Futterstellen für Vögel, die sie aufmerksam beobachten. Auch andere Besucher schauen gerne vorbei: Immer wieder lassen sich Rehe und kleinere Vierbeiner blicken, sie machen den Garten zu einem kleinen Naturparadies.

Gefeiert wird der Jubeltag im engsten Familienkreis. Drei Kinder, sieben Enkel und sieben Urenkel werden das Fest bereichern – ein lebendiger Beweis dafür, was aus einem zufälligen Treffen auf der Kerwe entstehen kann. 65 Jahre Ehe bedeuten ungezählte Erinnerungen, Herausforderungen, Freude, Zusammenhalt und Liebe. Gerda und Rudolf Schmidt haben all das geteilt – und tun es bis heute.

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