Donnersbergkreis
Eisenberg: Wie die Firma Sicon sich in der Corona-Krise umgestellt hat
Eigentlich sind die verschieden großen blauen Fässer aus der Produktionslinie der Firma üblicherweise als Transportbehälter vor allem in Kreisen von Kleingärtnern als Auffangbehälter für Regenwasser bekannt. Der Verpackungshersteller gehört nach eigenen Angaben zu den systemrelevanten Unternehmen und produziert derzeit für lokal ansässige Apotheken und große Abfüller Flaschen und Kanister für Desinfektionsmitteln einer Größenordnung bis zu 60 Liter.
Eine 50-Liter-Spende ging in den vergangenen Tagen an die Stadt Eisenberg. „Wir sind dafür sehr dankbar“, freute sich Stadtbürgermeister Peter Funck (FWG), „ je fünf Liter der Händedesinfektion haben wir an zehn örtliche Ärzte weitergeleitet.“ Das Desinfektionsmittel stellt Sicon nicht selbst her, erklärt Betriebsleiter Anton Schuck, „sondern wir bekommen es von der BASF in Ludwigshafen, für die wir ebenfalls Kunststoffbehälter in verschiedenen Größenordnungen produzieren.“
Produktion läuft auf Hochtouren
Die Produktion dafür läuft wegen des großen Bedarfs nach Firmenangaben auf Hochtouren. Und worüber die Beschäftigten überaus erfreut sind: Zur Zeit ist im Gegensatz zu vielen anderen Branchen keine Kurzarbeit geplant. Im Gegenteil: „Wir haben im Vergleich zu Anfang März rund 30 Prozent Mehrarbeit“, so Betriebsleiter Schuck. „Deshalb werden zwei bis drei Sonderschichten gefahren, auch an den Wochenenden, wofür wir unseren Mitarbeitern sehr dankbar sind“, so Schuck.
Auf „Hochtouren“ laufe die Produktion auch an allen anderen Standorten der Firma, so deren Geschäftsführer Josef Siepe. Denn: In diesen Tagen erlebe sein Unternehmen „einen regelrechten Nachfrage-Boom im Bereich der Kunststoffverpackungen“. Deshalb wolle er, so Siepe, dazu beitragen, „die Versorgung mit Desinfekions- und Reinigungsmitteln in dieser Krise zu sichern“. Dabei reiche der Kundenkreis vom „kleinen“ Apotheker bis hin zum Großabfüller in der chemischen Industrie, um den seit Ende Februar spürbar gestiegenen Bedarf nach Flachen und Kanistern für die Abfüllung dieser Flüssigkeiten zu decken.
Zur Sache: Die Firma Siepe/Sicon
Der Verpackungshersteller mit einer über 140-jährigen Familiengeschichte ist mit seinem Schwesterunternehmen Sicon GmbH & Co KG am Standort Eisenberg ein inhabergeführtes Familienunternehmen in der 6. Generation im rheinischen Sindorf (Stadtteil von Kerpen) und stellt an vier deutschen Standorten (insgesamt 400 Mitarbeiter) Verpackungen aus Metall und Kunststoff für die unterschiedlichsten Branchen her. Das Werk in Eisenberg am Ortsausgang Richtung Ebertsheim wurde 1978 gegründet und firmiert seit 2002 unter dem Namen „Sicon“. Dieser Name setzt sich zusammen aus dem Firmennamen Siepe und der Produktbezeichnung „Container“. Schwerpunkt der Produktion sind Flaschen und Kanister aus Kunststoff in der Größenordnung von 500 ml bis 60 Liter und Fässer von 30 bis 220 Liter. (Quelle: Firma Siepe)