Donnersbergkreis Eis schnell gebrochen

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WINNWEILER. Bei einem Benefizkonzert zugunsten des im März gegründeten Fördervereins Zoar erwies sich das am Samstag in der gut besuchten protestantischen Kirche gastierende Ensemble „Foreign Feathers“ (Fremde Federn) als kompetenter Sachverwalter und Botschafter schottischer und irischer Musik.

Offenbar ist die keltische Folk-Musik derzeit en vogue, nach Konzerten in Kaiserslautern und Gonbach in wenigen Wochen wurde jetzt Winnweiler von dieser neuen Welle heimgesucht oder überspült. Allerdings haben sich die aus Niederhausen im Taunus, Mainz und Eltville im Rheingau stammenden fünf Musiker mit ihrem sehr aufwändigen, authentischen Instrumentarium und dem dazu ergänzend vorgetragenen fünfstimmigen Gesang in meistens reiner Intonation ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Zumal diese Irish Folk Band seit 1989 traditionelles Liedgut an Balladen, Volksweisen und Tanzliedern wie Jigs, Reels oder Hornpipes in Überlieferungen an Text und Melodik zwar zusammengetragen, aber auch selbst instrumentiert, harmonisiert und rhythmisch verfeinert haben. Diese gemeinsamen Arrangements basieren auf der Originalsprache, die oftmals vom klassischen „Schulenglisch“ abweicht, so kein „th“ kennt und auf sprachliche Vereinfachungen setzt. Till Moysies auf Geige und der nach griechischem Vorbild gefertigten Bouzouki sowie der Gitarrist und Banjospieler Holger Pfaff sorgen für pulsierende rhythmische Vielfalt, dazu spielt Hannes Kraft den Basspart auf dem klassischen Violoncello. Doch hier muss jeder als „Primus inter pares“ sowohl begleitende wie auch solistische oder hervortretende Aufgaben übernehmen, das macht die Einmaligkeit des Ensembles aus: So ist Wolfgang Paßmann auf verschiedenen Längsflöten wie Tin- und Lowwhistle zwar einer der führenden Melodieträger, fungiert aber auf Handtrommeln auch als perkussive Unterstützung. Komplettiert wird das Ensemble vom Knopfakkordeonist Jürgen Morath. Die bearbeiteten Balladen haben oftmals erzählenden Charakter, berichten inhaltlich über Alltagsepisoden, präsentieren aber auch Liebeslyrik und thematisieren die Auswandererproblematik und deren Heimweh oder den irischen Aufstand. Melodisch haben sie den für diese Musik so typischen melancholischen Grundzug, der aber durch die beschwingten Tanzrhythmen aufgelockert wird. Durch das ständige Wechselspiel aus solistischem Vorsänger und Tuttirefrain sowie das Alternieren der instrumentalen Klangfarben entstehen bestrickende Klangreize und vor allem: für den Konzertbesucher eine lebendige Abwechslung. Durch den Vortrag „unplugged“, also rein mit akustischen Instrumenten und ohne Beschallungsanlage, entsteht eine für diese Musik gewollte Ursprünglichkeit. Nur beeinträchtigt durch die oftmals unverständliche Moderation, bei der man sich eine Verstärkung oder andere Positionierung des Redners gewünscht hätte, zumal bei den Werkerläuterungen im Hintergrund auch noch gestimmt wurde. Positiv prägend für den Vortragsstil, dass diese Vorträge nicht nur gesungen und gespielt, sondern mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik auch gelebt wurden. Das wirkte unbedingt elektrisierend und ansteckend. Da war das sprichwörtliche Eis schnell gebrochen. Dennoch war die ansprechende Musik zwar mitreißend, gewann aber (noch) nicht die ekstatische Intensität, wie sie Ensembles von der „grünen Insel“ erreichen. Zumal der Geiger hier seine klassische Schule kultiviert und zelebriert und eben nicht die Fiddle (Fidel) einsetzt, die anders gehandhabt und gespielt wird. Ansonsten ein vielversprechendes klingendes Kompendium keltischer Musik, das begeisterte Resonanz fand und zum Mitklatschen und -singen animierte.

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