Donnersbergkreis Eine Riesenbanane an der Hausfassade
Es mag für Außenstehende kurios klingen, Kunstbegeisterte sehen darin eine kleine Sensation: Thomas Baumgärtel, einer der international bekanntesten Graffiti-Künstler, kommt nach Kirchheimbolanden, um seine Ausstellung „Schilderwald“ im Kunstraum Holzmann zu präsentieren. Im Zuge dessen wird er sich mit seinem Markenzeichen in der Stadt verewigen: mit der größten gesprayten Banane der Welt.
Seit 30 Jahren sprüht Baumgärtel seine Kunst-Bananen rund um den Globus. 1986 entstand die erste, seitdem hat er mehr als 4000 Bananen gesprüht, darunter in Paris, London, New York, auf der Documenta in Kassel und in Köln. Seine Spraybanane zeichnet weltweit die besten Museen und Kunstorte aus. Sie sei mittlerweile zum Qualitätssiegel und inoffiziellen Markenzeichen der Kunstszene geworden, sagen Kenner. Als Symbol für die Deutsche Einheit bezeichnete die New York Times Baumgärtels Banane 1993 als „the best sign of change“, das beste Zeichen der Veränderung. Die Idee, Baumgärtel nach Kirchheimbolanden zu holen, entwickelte Lydia Thorn Wickert, Inhaberin der Agentur thornconcept, gemeinsam mit „Kunstraum Holzmann“. Dort wird im Beisein des Künstlers am Donnerstag, 12. Mai, die Ausstellung „Schilderwald“ eröffnet, die andere Objekte wie Übersprühungen von Metallschildern zeigt und auch Einblicke in die weiteren Arbeiten Baumgärtels gibt, die neben der Street Art auch Zeichnungen, Druckgrafik, Fotocollagen, Performances und Happenings im öffentlichen Raum umfasst. Aufsehenerregend wird es aber schon in der kommenden Woche. Wenn das Wetter mitspielt, wird Baumgärtel in Kirchheimbolanden dann selbst ein Kunstobjekt fertigen: Auf der Fassade des Hotels Braun soll die größte Graffiti-Banane der Welt entstehen. „Die Idee ist ebenfalls gemeinsam mit Lydia Thorn Wickert entstanden“, sagt Hotelchef Martin Braun. „Wenn so ein renommierter Künstler bei uns ist, wäre es doch toll, etwas Bleibendes von ihm hier zu haben. Das war der Ausgangsgedanke“, so Braun. Da das Hotel in der Uhlandstraße gerade zum „Art Hotel“ umgestaltet wird, lag die Verbindung quasi auf der Hand. „Wir wollen unserem Hotel mit Skulpturen und Wechselausstellungen eine neue Ausrichtung geben, um unseren Gästen etwas besonderes zu bieten“, so Braun. „Seit der Eröffnung der Stadthalle sind bei uns auch immer wieder viele der dort auftretenden Künstler zu Gast. Da passt das, wie ich finde, wunderbar“, so der Hotelier. Im ersten Schritt wurde die gesamte Hausfassade des Hotels neu angelegt, präsentiert sich jetzt schwarz-weiß. Auch das Dach wurde schwarz eingefärbt. Nachdem das Baugerüst abgebaut ist, wird Baumgärtel die Riesenbanane mit Hilfe eines Steigers aufsprühen. „Sie soll dann dauerhaft dort bleiben“, erzählt Braun, der in dem Kunstobjekt nicht nur eine Werbeaktion für sein Hotel sieht, sondern auch eine echte Verbindung: „Mein Vater war vor seiner Zeit als Hotelier in Hamburg, hat lange in Ecuador gelebt und arbeitete neun Jahre lang im Bananen-Export.“ Die Banane habe quasi den Weg zum späteren Hotel geebnet. „Deshalb passt das einfach alles so gut zusammen“, ist Braun begeistert. (fky)