Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Kolumne von kurzfristigen Sperrungen und seltsamen Verhaltensweisen

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Straßensperrungen: Von jetzt auf gleich

Wünschen wir uns das nicht alle von unseren Verwaltungen, Ämtern, Landesbetrieben? Dass es einfach mal ganz schnell geht. Von jetzt auf gleich. Ohne bürokratisches Hin und Her. Nur: Zack, hier ist, wir machen. Super! Kommt halt leider so gut wie nie vor. Außer… ja, außer man ist Autofahrer im Donnersbergkreis. Da wird man in jüngster Vergangenheit geradezu überhäuft mit ganz schnellen, kurzfristigen Straßensperrungen.

Beispiel Lohnsfeld: Dort ist seit Montag die Ortsdurchfahrt dicht. Weil die Versorgungsleitungen fürs Neubaugebiet verlegt werden. So etwas wird doch in unseren Breiten gemeinhin über Monate geplant, angekündigt und dann kurz vorm Starttermin aus undurchsichtigen organisatorischen Gründen nochmal um ein paar Wochen verschoben – oder? Mitnichten! Erst kurz zuvor konnte die Vollsperrung geplant werden, sagt Bürgermeister Rudolf Jacob. Weil eben kurzfristig auf den Baufortschritt im Neubaugebiet reagiert wurde.

Wortreiche Ankündigungen zu Sperrung und Umleitung blieben aus. Mal kurz was im Amtsblatt abgedruckt, und gut ist. Selbst Michael Hörhammer hat nach eigenen Worten erst vier Tage vor der Vollsperrung von selbiger erfahren. Das ist zugegebenermaßen recht knapp für jemanden, der seine Bäckerei an einer Stelle betreibt, zu der jetzt wirklich nur noch diejenigen kommen, die ganz gezielt dort hin fahren und dabei bewusst große Umwege in Kauf nehmen.

Obgleich die ehemalige B 40 natürlich längst nicht mehr die Bedeutung hat wie in Prae-A-63-Zeiten, dürfte die so kurzfristig anberaumte Fünf-Wochen-Pause doch Fragezeichen aufs Gesicht des einen oder anderen Verkehrsteilnehmers gezaubert haben. Und auch den Betreibern von Tankstellen, wie der in Wartenberg-Rohrbach, soll es dem Vernehmen nach ja ganz recht sein, wenn ab und an Autos vorbeifahren und idealerweise kurz anhalten.

Worüber sich manch Verkehrsteilnehmer in den vergangenen Wochen ebenfalls geärgert hat: Im Landkreis wurden einige Bahnübergange saniert, und von deren Sperrungen erfuhr man auch eher zufällig, kurzfristig bis überhaupt nicht. Also: Wir sind offenkundig auf dem Weg, endlich wieder ein Volk von Machern zu werden. Nicht lange rumlamentieren, nicht bis ins letzte unnötige Detail durchorganisieren, nicht alles kaputt diskutieren – sondern loslegen. So soll es sein! Einfach mal alle durchimpfen ... nee, das hat nicht so hingehauen ... einfach mal die Straße aufreißen!

Pandemie: Die Zeiten werden nicht einfacher

Seit Tagen war es zu beobachten: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden überproportional angestiegen. Fast 45 Prozent der aktuell im Donnersbergkreis Infizierten leben in der VG Kibo. Aber das Bild war diffus, wie Eva Hoffmann, die zuständige Referatsleiterin bei der Kreisverwaltung, es ausdrückte. Kein Hotspot war auszumachen. Jetzt, knapp drei Wochen nach Ostern, scheint endlich klar: Die großangelegte Verteilung des Virus hat ihren Ausgang bei Osterfeierlichkeiten genommen, und danach gab’s „mangelhafte Angaben“ der Beteiligten.

Und da darf man sich dann schon mal fragen: Ernsthaft? Kann so etwas sein? Sich im großen Kreis zusammenzufinden, trotz klarer Anweisung, es nicht zu tun, ist das eine. Mag sein, dass es so manchem seit Monaten gelungen ist, Politik und Wissenschaft zu ignorieren, Nachrichten in Zeitungen, Radio, und Fernsehen zu meiden und seriöse Seiten im Internet gekonnt zu umschiffen. Zwar schon von Corona gehört zu haben, aber es dann doch nicht als so interessant zu empfinden.

Aber dann nach nachgewiesener Infektion durch unrichtige Angaben das Aufspüren und Durchbrechen von Infektionsketten über einen solchen Zeitraum zu boykottieren, das ist noch mal eine ganz andere Liga. Und keine gute. Eher so die Super League des angebrachten Verhaltens, um mal den Aufreger der Woche aus Fußballkreisen an dieser Stelle unterzubringen.

Bleibt zu hoffen, dass die Infektionsausbreitung rund um Kibo nun wieder etwas eingedämmt werden kann. Denn die meisten Menschen halten sich ja an die Vorgaben, obgleich es natürlich jedem schwerfällt. Immerhin: Die Ausgangsbeschränkungen greifen ab Samstagabend nicht mehr ab 21, sondern erst ab 22 Uhr. Da am Samstag die neue einheitliche Bundesregelung in Kraft tritt, entfällt nämlich nach nur einer Woche die Allgemeinverfügung, die der Kreis noch auf Basis der Landesvorgaben erlassen hatte. Joggen im Freien – natürlich nur alleine – geht jetzt sogar bis 24 Uhr. Schönes Wochenende!

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