Donnersbergkreis Eine Fleischwurst in der Bütt

Haben das Publikum bei der Kappensitzung des Musikvereins in der voll besetzten Turnhalle mit einem rhythmischen Gardetanz begei
Haben das Publikum bei der Kappensitzung des Musikvereins in der voll besetzten Turnhalle mit einem rhythmischen Gardetanz begeistert: die »Rok-Funken«.

Unter das Motto „Weck, Worscht un Woi“ hatte der Musikverein Steinbach am Samstag seine Kappensitzung in der voll besetzten Turnhalle gestellt. Das närrische Programm war gespickt mit lustigen Büttenreden, schwungvollen Tanzdarbietungen und gekonnten Gesangsauftritten. Erfreulich: Viele Akteure kamen aus den eigenen Reihen.

Mit viel Witz moderiert haben den Abend „Weinkönigin“ Andreas Ernst Koch, „Winzer“ Michael Hack, „Metzgermeisterin“ Aline Breitenbruch und „Fleischwurst“ Melanie Klein. Letztere stieg auch als Erste in die Bütt und berichtete von ihren leidvollen Erfahrungen als ebensolche Fleischwurst. Eingeschnürt in einen Darm müsse sie die Schlachterei verlassen, in einer Kühltruhe vor sich hin frieren, werde gegen geringes Entgelt in eine Tasche gesteckt und am Abend zerschnitten auf den Tisch gestellt, wo lauter hungrige Mäuler auf sie warteten. „Rosi“ (Tanja Dautermann; Münchweiler) erzählte von ihrem beschaulichen, manchmal aber auch nervigen Leben auf dem Land. Hier werde man noch vom Gockelgeschrei geweckt, es gebe aber auch viele seltsame Zeitgenossen, die beispielsweise ständig an ihren Nachbarn etwas auszusetzen hätten. Deshalb träume sie manchmal von der großen weiten Welt – erste Schritte habe sie schon unternommen und einige Nachbardörfer besucht. Einen stimmungsvollen Dialog über ihren unterschiedlichen Musik-Geschmack lieferten sich Vater Roland Schmied und seine Tochter Anna. Das Kuriose: Das Mädchen machte sich für die Volksmusik stark, während ihr Papa auf Rock und Pop steht. Am Ende kamen sie zu dem Ergebnis, dass jede Stilrichtung ihre Berechtigung habe. Aus dem Nähkästchen plauderte „Bauer“ Frank Sidor aus Sippersfeld. Er erklärte seinen Zuhörern, weshalb er die dicksten Kartoffeln hat und warum bei ihm die Saat so gut gedeiht. Und er ziehe das Federvieh den großen Tieren vor – schließlich sei es einfacher, die Eier aus dem Nest zu holen als Kühe zu melken. Als „Hungernde“ bestieg Alexandra Kaiser die Bütt und sprach mit ihrem Vortrag vielen Besuchern aus der Seele. Sie habe etliche Pfunde zu viel, und dies nicht nur auf den Rippen und an den Beinen. Deshalb entschied sie sich zu einer Hungerkur, die sie sich allerdings anders vorgestellt habe: Noch bevor sie ein Pfund abgenommen hat, habe sie der Hunger übermannt. Zudem schlage das Abnehmen auf die Seele. Die „Walküren“ Marc-Oliver Gerke und Alex Schenk aus Breunigweiler fröstelten zwar in Island – was sie aber nicht daran hinderte, gehörig über ihr Umfeld zu lästern. Die Erlebnisse, die sie preisgaben, begannen beim Arztbesuch und gipfelten in einem Krankenhausaufenthalt. Auch erzählten sie von der Freundin, die nach rund 50 Jahren ihr Esszimmer wieder gefunden habe. Ende der 1960er Jahre, so sei ihr jetzt eingefallen, war eine Schrankwand in der Wohnung aufgebaut worden. Seit damals vermisse sie auch ihren Kurt. Ein Höhepunkt des Abends waren die fünf „singenden Kellermeister“, allesamt Lokalmatadoren. Unter der musikalischen Leitung von Rainer Bauer stellten die Weinkenner edle Getränke aus der Traube gesanglich vor. Dabei machten Michael Hack, Andreas Ernst Koch, Matthias Hahn und David Litmanski zunächst in Amerika Station, ihr Favorit war der „Kalifornische blue“. Ein Gaumenschmaus sei aber auch der griechische Wein – die Frage sei aber, warum so viele Griechen ihrem Land Adieu sagen und den edlen Tropfen im Ausland bei einem Sirtaki trinken. Ihr Resümee: Die besten Voraussetzungen für einen guten Wein biete die Pfalz – hier gehe die Sonne nie unter und es gebe genügend gute Trauben. Mit „Hoch lebe die Pfalz am Rhein“ rundeten die „Sängerfreunde Steinbach“ ihren stimmungsvollen Beitrag ab. Den Reigen der Tänze eröffnete Stella Maas als Tanzmariechen – die Sechsjährige überzeugte mit schnellen und präzisen Tanzschritten. Die „Rok-Funken“ begeisterten mit einem rhythmischen Gardetanz. Die kleinsten Tänzerinnen werden von Martina Baumgärtner trainiert und betreut. Sie leitet auch zusammen mit Lena Baumgärtner die „Blauen Funken“, die ebenfalls einen ausgereiften Gardetanz präsentierten. Einen gelungenen Schautanz mit ideenreichen Schrittfolgen zeigten auch die schwarz-gold gekleideten Tänzerinnen „Bella Vistas“ (Leitung Ina Herrbruck). Dem stand das Männerballett in nichts nach: Unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ stellten die „Riverstones“ ihre Beweglichkeit bei verschiedenen Elementen unter Beweis. Auch hier lag die Federführung bei Ina Herrbruck.

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