Donnersbergkreis Ein gutes Fledermaus-Jahr

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Es war spannend wie jedes Jahr, als die Fledermausschützer der Nabu-Kreisgruppe Donnersberg ihre Fledermaushöhlen im Wald kontrollierten. Beim Öffnen der Vorderwand wanderte ein fragender Blick nach oben. Hing da eine kopfüber oder kuschelten gar mehrere Nachtschwärmer an der Höhlendecke?

Nach fünf Kontrollfahrten konnten die Nabu-Aktiven dann eine erfreuliche Bilanz ziehen: 23 Braune Langohren, fünf Bechsteinfledermäuse und vier Große Abendsegler. Die bewohnten Kolonien (in der Regel fünf Höhlen) hingen beim Messersbacherhof/Gundersweiler, Winnweiler/Igelbornerhöhe und Rockenhausen/Degenbachtal. 32 verschlafene Höhlentiere – das zweitbeste Ergebnis nach dem Rekordjahr 2014 mit 36 Tieren. Weil Fledermäuse oft ihre „Absteige“ wechseln, war es für die Fledermaus-Freunde reine Glückssache, sie zu Hause anzutreffen. Es ist nämlich Fledermausart, von Zeit zu Zeit in ein benachbartes Quartier umzuziehen. Aber schwarze Kotkrümel auf dem Boden zeigten an, dass sie hier geschlafen hatten. In vier Höhlen der Kolonie an der Igelborner Höhe lag eine dicke Schicht Kot auf dem Boden. Hier muss eine Wochenstube der Bechsteinfledermaus gewesen sein. Eine Gruppe von Weibchen hatte darin im Sommer ihre Jungen aufgezogen. Wie viele mögen das gewesen sein? Schade um den verpassten Rekord. Im Herbst ist die Paarungszeit der Fledermäuse. Fledermaus-Experte Hans König aus Kirchheimbolanden erklärt das bizarre Geschlechtsleben der Nachtschwärmer. Die Männchen besetzen eine Höhle und warten auf Damenbesuch. Mit zwitscherndem Gesang und einem starken Duftstoff locken sie heiratswillige Partnerinnen an, um dann Hochzeit zu halten. Besonders begabte, gut riechende Fledermaus-Herren dürfen mit mehreren Besucherinnen rechnen. „Vielweiberei“ gab’s besonders bei den Bechsteinfledermäusen: ein Herr – vier Damen. Bei den großen Abendseglern waren es ein Herr und drei Damen. Heutzutage geht es den Fledermäusen ziemlich schlecht. Sie haben menschliche Hilfe dringend nötig. Deshalb helfen die Donnersberger Fledermausschützer schon seit 30 Jahren den nächtlichen Insektenjägern bei der Quartiersuche im Sommer. In den Laubwäldern des Westkreises haben sie 84 Höhlen als mietfreie Sommerwohnungen aufgehängt. Der Einsatz von Giften (vor allem DDT) in den 1950er und 1960er Jahren hatte katastrophale Auswirkungen auf die Vorkommen der Fledermäuse im Kreis. Kein Wunder also, dass inzwischen alle 16 im Donnersbergkreis lebenden Arten in ihrem Bestand gefährdet und vom Aussterben bedroht sind. Deshalb wollen die Nordpfälzer Naturschützer bei der Bevölkerung Verständnis und Sympathie für ihre Schützlinge wecken. Fledermäuse haben nämlich entgegen der landläufigen Meinung nichts Furchterregendes an sich – schon gar nicht, wenn man sie aus der Nähe betrachtet. Die putzigen, kleinen Tiere schauen mit neugierigen Augen in die Welt und würden nie Menschen angreifen. (as)

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