Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Drittel der Bürger geimpft, Frust wegen Wartezeit bei Terminvergabe des Landes

5fa54c00d3f24051

Etwa 25.000 Menschen im Donnersbergkreis haben mindestens ihre Erstimpfung erhalten. Bei manchem, der schon länger auf einen Termin vom Land wartet, staut sich Frust auf. Landrat Rainer Guth hofft indes, dass sich die Verwaltung bald um Personengruppen kümmern kann, die bislang kaum erreicht wurden.

Beschwerden darüber, dass trotz wochenlanger Wartezeit noch keine Einladung zur Impfung eingegangen sei oder dass der Nachbar trotz späterer Registrierung bereits geimpft sei, landen derzeit regelmäßig auf den Schreibtischen in der Kreisverwaltung. Allein: Diese ist für die Terminvergabe nicht zuständig. Die Registrierung erfolgt beim Land Rheinland-Pfalz, und dieses koordiniert die Termine und informiert die Impfberechtigten.

„Auf Nachfrage wurde uns aus Mainz mehrfach bestätigt, dass sich die Terminvergabe nach der Reihenfolge der Registrierung richtet“, berichtet Guth. Nachprüfen könne er das selbstredend nicht, aber die Systeme beim Land basierten auf Algorithmen, manuell werde da niemand vorgezogen oder zurückgestuft. Wer sich früher registriert hat, bekommt also auch früher einen Impftermin. Das gilt aber natürlich nur bei gleichen Voraussetzungen: Wer beispielsweise krankheitsbedingt eine höhere Priorisierung genießt, sich aber erst jetzt registriert, der starte natürlich nicht ganz hinten auf der Warteliste. „Aber ansonsten gibt’s bei den Impfzentrumsterminen keine Überholungen“, ist sich der Landrat sicher.

Sprachbarrieren oft ein Problem

Wenn sich nun ab 7. Juni alle Impfwilligen registrieren können, dann gelte dieses Gebot weiterhin, bekräftigt Impfzentrumskoordinator Reiner Bauer. Daher müssten sich Menschen mit Priorität, die noch auf ihren Termin warten, keine Sorgen machen, dass die Warteliste Anfang Juni durcheinandergewürfelt werden könnte. Im Grunde sei die komplette Aufhebung der Priorisierung alternativlos, befindet Rainer Guth, so weit gefasst wie Kategorie drei mittlerweile schon sei.

Der Landrat hofft, dass durch die Öffnung für alle der Organisationsaufwand stark abnehmen wird, so dass die personellen Ressourcen dann genutzt werden können, „um Gruppen zu erreichen, die wir bislang kaum oder gar nicht erreichen konnten“ – vor allem neu Zugewanderte, bei denen Sprachbarrieren eine Aufklärung erschweren. Alle Personengruppen stetig auf dem Laufenden zu halten, das sei eine „große Aufgabe der mittelfristigen Zukunft“. Denn nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand werden regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig sein.

Impfungen bald nur noch in Arztpraxen?

„Dazu braucht man dann aber eine Strategie – und kein Impfzentrum“, sagt Guth, der wie auch Reiner Bauer nicht davon ausgeht, dass das Impfgeschehen noch lange in kommunaler Verantwortung liegen wird. Schließlich kümmern sich ja auch um die jährlich wiederkehrende Grippeimpfung die Arztpraxen. Die Vorzeichen seien schon bei der nächsten Impfwelle ganz andere als in der Startphase, sagt Bauer: „In der Anfangszeit geht es ja noch darum, ein sehr knappes Gut – den Impfstoff – nach bestimmten Kriterien zu steuern, in sehr kurzer Zeit große Menschenmengen durchzuschleusen und auch Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.“ Beim Kreis seien derzeit „60 Köpfe mehr beschäftigt als normalerweise“.

Die Bilanz bislang: Rund 25.000 Menschen im Donnersbergkreis haben mindestens eine Impfung erhalten, circa 10.000 davon sind doppelt geimpft. Etwa zwei Drittel der insgesamt 35.000 Pikse wurden im Impfzentrum gesetzt, rund 7000 in Arztpraxen, mehr als 4000 von den Mobilen Impfteams. Im Impfzentrum fallen derzeit immer wieder Termine aus, weil die Impfwilligen bereits anderweitig geimpft wurden, etwa von ihrem Hausarzt, aber den Termin in der Kirchheimbolander Stadthalle nicht absagen. Es wäre aber gut, das zu tun, damit anderen Menschen ein Impfangebot gemacht werden kann.

x