Donnersbergkreis „Ein bewegender Augenblick“
Letztes Jahr wurden in Lauterecken zwölf sogenannte Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig zur Erinnerung an Opfer der Nazizeit in der Saarbrückerstraße und auf dem Veldenzplatz verlegt. Am Freitag wurde das Werk vervollständigt und zwei weitere Stolpersteine hinzugefügt, die an Walter Nesseler und Johan Lichowsky erinnern.
Wie Projektkoordinator Jan Fickert berichtet, wurde Walter Nesseler am 11. Juli 1927 in Lauterecken als Sohn des Katholiken Luitpold Ludwig Nesseler und der Jüdin Jenny Löb geboren. Von den Nazis wurde er als „Halbjude“ bezeichnet und kam im Dezember 1944 als Zwangsarbeiter ins Arbeitslager Lenne in Niedersachsen, wo er im Januar 1945 nach offiziellen Angaben an Diphtherie starb. Zur Stolpersteinverlegung waren seine Brüder Günter Nesseler aus Neustadt an der Weinstraße und Klaus Nesseler aus Pfullingen bei Reutlingen gekommen. Für Günter Nesseler war die Verlegung des Steins 70 Jahre nach dem Tod seines Bruders ein bewegender Augenblick. Es sei ein Zeichen der Erinnerung und gegen das Vergessen. Lauterecken habe einen respektablen Beitrag zur Aufarbeitung geleistet. Der zweite Stein erinnert an den polnischen Zwangsarbeiter Johan Lichowsky, der im Alter von 28 Jahren am 27. Februar 1942 in einem Wald bei Lauterecken erhängt wurde. Ihm wurde sein Verhältnis zu einer deutschen Frau aus Einöllen zum Verhängnis. Auf diesen Fall wurde die Stadt durch einen in der RHEINPFALZ erschienenen Artikel aufmerksam. Während die ersten zwölf Stolpersteine von Gerhard Heil finanziert wurden, teilte er sich jetzt mit dem Stadtbeigeordneten Günter Lüers die Kosten für die beiden weiteren Stolpersteine. (say)