Donnersbergkreis Edle Tropfen in großer Vielfalt

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14 Weingüter, darunter sechs aus dem Zellertal, präsentierten am Sonntag in der Alten Brennerei in Mölsheim beim 4. Donnersberger Weinforum ihre besten Weine aus den drei Anbaugebieten, an denen die Donnersbergregion Anteil hat.

„Ursprünglich sollten es nur Zellertaler Weine sein, doch es hat nicht geklappt, sie zusammenzuführen“, blickt Rainer Schulmeyer von Slow-Food auf die ersten Ideen zu diesem Forum zurück. Als Initiatoren haben Schulmeyer und seine Frau den Donnersberg-Touristik-Verband mit ins Boot geholt und mit der Alten Brennerei von Familie Göhring in Mölsheim einen zuverlässigen Veranstaltungspartner gefunden. „Auch da planten wir, das Weinforum jedes Jahr an einen anderen Ort zu bringen, doch nach der ersten Veranstaltung waren sich alle einig: Wir bleiben in der Alten Brennerei“, so Schulmeyer. Trotz kühler Temperaturen am Sonntag fand das Weinforum viel Zuspruch, auch über das Zellertal hinaus. „Da wir Slow Food selbst leben und unsere Speisekarte für den Event speziell darauf ausgerichtet haben, war es nicht verwunderlich, dass aus ganz Deutschland Slow-Food-Anhänger kamen“, freute sich Judith Seidel-Göhring, die saisonale Speisen zubereitete. Zahlreiche Gäste kehrten daher zwischen der ausgiebigen Weinprobe auch in der Gutsschänke ein und wärmten sich am Kamin. Doch im Fokus stand der Wein. Loni Gehrmann kam mit ihrer Freundin aus Winnweiler angereist. „Mich interessieren speziell die Zellertaler Weine. Sonst kennen wir eher Angebote aus der Vorderpfalz. Ich finde die Atmosphäre hier sehr gelungen“, lobte Gehrmann. Gerne ließ sie sich von Georg Schwedhelm vom Zeller Klosterhof einen körperbetonten Sauvignon Blanc einschenken. „Wir warten mit der Ernte, bis die Reben vollreif sind, und machen dann von Hand noch eine Negativselektion. Auf Messen wurde unser Wein sogar schon von Sommeliers mit einem Neuseeländer verwechselt“, lachte Schwedhelm. Schwedhelms Bruder brachte von seinen Reisen nach Neuseeland eine neue Note mit ein, seit er 2008 die Kellerei der Eltern übernahm. Seit 2013 gehört der Klosterhof zu den Prädikatsweingütern des VDP. Besonders stolz sind die Brüder auf den trockenen Riesling von der Lage „Schwarzer Herrgott“ und den cremigen Weißburgunder, der zu einem Viertel im Holzfass gereift ist. „Die Zellertaler Böden sind karg und kalkig, dadurch geben sie sehr mineralische Weine“, erklärt der Jungwinzer. „Der karge Boden ergibt eher kleine Trauben, und das Aroma steckt in der Schale“, sagt Bernd Pfluger vom Weingut Janson-Bernhard in Harxheim. Auch hier wird der „Schwarze Herrgott“ sehr geschätzt. Der „Renner“ ist aber der Riesling und Gewürztraminer, der gemeinsam wächst, geerntet und verarbeitet wird. In dieser Mischung vereine man die „launische Diva, den Gewürztraminer“ mit dem „in Ertrag und Qualität zuverlässigen Riesling“, so Pfluger. Helmut Krauß aus Zell war 1982 der erste Winzer im Zellertal, der Bio-Weine produzierte. 1985 folgten Janson Bernhard und andere (auch Klosterhof) seinem Beispiel. Doch Krauß ist auch für einen ganz anderen Markt gewappnet. Seit 1999 produziert er in der Türkei unter dem Label „Akberg Sirince“ auch Fruchtweine. „Karadut“, schwarze Maulbeere, und „Kavum“, Honigmelone, kommen demnächst auch auf den deutschen Markt. „Das ist etwas für den Sommer, man kann ihn auch gut mit Secco mischen“, sagte Krauß. Auch Newcomer wie das Weingut Boudier & Koeller aus Stetten haben beim Forum Gelegenheit, sich zu präsentieren. 2007 renovierten die beiden das alte Stettener Pfarrhaus, seit 2010 betrieben sie auf einem halben Hektar mit 100 Flaschen Ertrag Weinbau als Hobby. „Heute sind es 40.000 Flaschen und 8,5 Hektar, die von uns in Eigenregie bewirtschaftet werden“, sagte Jan Groß, Betriebsleiter und Kellereimeister. Als Riesenerfolg stellte sich der Cuvée „Coming Out“ heraus, eine feinherbe Mischung aus Riesling, Scheurebe und Muskateller. Neben Zellertaler Weinen konnte man auch Weine der rheinhessischen Nachbarn und der Vorderpfalz probieren sowie von der Nahe. Als einziges Weingut von der Nahe zeigte sich der Steigerhof aus Altenbamberg von seiner schönsten Seite. Die 22-jährige Tochter des Hauses, Barbara Wollschied, ist Naheweinkönigin 2013/14, aber beim Weinforum ganz inoffiziell ohne Krönchen. Auf zwölf Hektar, die Hälfte in Steillage, bewirtschaftet die Familie seit 1922 den Hof, ihre Spezialität ist der Riesling, insbesondere von der Lage „Kehrenberg“: „Der ist 100 Prozent von Hand geerntet.“ Gerd Müller aus Tamm bei Stuttgart kann die Naheweinkönigin mit dem mineralischen Wein aber nicht ganz überzeugen. „Ich mag am liebsten die staubtrockenen Weine, am besten mit 0,01 Prozent Restzucker“, lacht der Schwabe. Er kam über Slow Food zum Forum und stellt den Winzern seinen mobilen Thekenaufsatz zur Verfügung. Neben dem beruflichen Anlass nimmt er sich Zeit, die pfälzischen und rheinhessischen Winzer kennenzulernen. (mth)

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