Donnersbergkreis Durchgangsverkehr weckt Emotionen

Einstimmig hat der Gemeinderat die Änderung des Nutzungsvertrages und die Vergabe der Fußbodenreparatur für das Bürgerhaus beschlossen. Turbulent wurde es später in der Einwohnerfragestunde: Ortsbürgermeister Helmut Niederauer sah sich gezwungen, die Ratssitzung vorzeitig zu beenden.
Niederauer informierte den Rat über Beschädigungen und Chaos nach der letzten Veranstaltung im Bürgerhaus. Wände müssten neu gestrichen werden, eine Holzwand sei schwer beschädigt, das Rauchverbot nicht eingehalten und die sanitären Anlagen seien in katastrophalem Zustand hinterlassen worden. Die Reinigungskraft habe einen Tag gebraucht, um die Räume wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Der Ortschef schlug vor, die Kaution zu erhöhen. Nach intensiven Diskussionen legte der Rat diese auf 250 Euro fest. Für die Kerweveranstaltungen ist eine Reinigungspauschale von 100 Euro zu entrichten. Den Auftrag zur Reparatur des Fußbodens im Bürgerhaus vergab der Rat einstimmig an die Firma Hösch. Aus dem kommunalen Investitionsprogramm 3.0 für finanzschwache Gemeinden beantragt Jakobsweiler 20.000 Euro für neue Fenster und drei Türen im Bürgerhaus. Architektin Silvia Schappert von der VG habe diese Maßnahme empfohlen. Sie inspizierte auch die zum Teil beschädigte Mauer am Spielplatz, die wohl ersetzt werden müsse. Eine Konstruktion mit L-Steinen, Sandsteinverblendung und Drainage würde die Gemeinde mit 40.000 Euro sehr belasten, eine mögliche Unterstützung seitens der protestantischen Kirchengemeinde, Eigentümerin des Grundstücks, werde im Presbyterium besprochen. Werde das Vorhaben zu teuer, denke man an den Abriss der Mauer und eine Abböschung mit Zaun. Die Sperrung der Ortsdurchfahrt Bennhausen führt zu starkem Durchgangsverkehr in der Weitersweilerstraße. Anwohner beklagen zu schnelles Fahren, auch große Traktoren hielten sich nicht an die 30-Stundenkilometer-Begrenzung. Die Räte diskutierten darüber, neue Schilder anzubringen oder Schweller, ebenso wurde eine Umwandlung in eine Spielstraße vorgeschlagen. Der Rat will aber das Ende der Straßenarbeiten abwarten. In der anschließenden Einwohnerfragestunde griff ein Bürger dieses Thema auf. Er berichtete sehr emotional, dass Fahrzeuge rasen und die von ihm angelegte Böschung seines Anwesens von einem Traktor beschädigt worden sei. Auch beklagte er sich lautstark über die Missachtung von Räum- und Streupflicht und Ruhestörungen während der Mittagszeit und nachts. Niederauer wies darauf hin, dass dafür Polizei und Ordnungsamt zuständig seien, er aber die Einwohner in einem Brief nochmals auf die Einhaltung dieser Vorschriften hinweisen werde. Auch durch sachliche Argumente ließ sich der Anwohner nicht beruhigen. Er griff den Beigeordneten Michael Hauptmann sehr persönlich an, sodass dieser den Raum verließ. Wegen weiterer verbaler Angriffe des Bürgers („In diesem Kaff leben nur Egoisten, und kaum jemand hält sich an etwas.“) schloss der Ortschef die Sitzung. (dwk)