Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Drei Titel: TuS Finkenbach/Waldgrehweiler blickt auf traumhafte Saison zurück

Am Ziel: Mit einem 9:0-Sieg beim SV Alsenborn II sicherte sich TuS Finkenbach/Waldgrehweiler vorzeitig die Meisterschaft.
Am Ziel: Mit einem 9:0-Sieg beim SV Alsenborn II sicherte sich TuS Finkenbach/Waldgrehweiler vorzeitig die Meisterschaft.

Beim TuS Finkenbach/Waldgrehweiler scheint gerade etwas Nachhaltiges zu entstehen. Zuletzt feierte der Verein drei Titel. Die erste Mannschaft spielt nun in der A-Klasse.

Jens Werrmann, dem sportlichen Leiter des TuS Finkenbach, sind Stolz und Freude förmlich ins Gesicht geschrieben. Dabei berichtet er gerade noch gar nicht über die gerade eingefahrenen Titel, sondern über das Miteinander innerhalb der beiden Aktiven-Mannschaften, für die er sportlich verantwortlich ist. „Wir bieten ein sehr familiäres Umfeld, wollen Spaß zusammen haben“, erzählt er. Dieser Spaß kommt oft zusammen mit sportlichem Erfolg – und umgekehrt. So auch beim TuS.

Die Verantwortlichen entschieden sich vor ziemlich genau zwei Jahren dazu, wieder eigenständig Fußball spielen zu wollen. Viele Spieler aus der damaligen Bezirksliga-Spielgemeinschaft schlossen sich dem TuS an und Silas Schlemmer konnte als Spielertrainer gewonnen werden. Eine ganz wichtige Personalie, denn der defensive Mittelfeldspieler agiert nicht nur als Spieler herausragend, sondern führte auch seit Tag eins seine Mannschaft als Trainer tadellos. In der ersten Saison nach dem SG-Austritt wirkte die Schlemmer-Elf oft unterfordert. Die Spieler dürften sich oftmals ähnlich gefühlt haben, wie vor fünf Jahren die Stars des FC Bayern: „Für uns ist es gerade schwerer ein Spiel im Training zu gewinnen, als im Ligabetrieb“ sagte damals die scheidende Legende Thomas Müller.

14 Punkte Vorsprung

Am Ende der C-Klasse-Saison stand mit 147:8 Toren und der Maximalausbeute von 66 Punkten aus 22 Spielen die souveräne Meisterschaft. Außerdem stand die Schlemmer-Elf im Kreispokalfinale, zog gegen Gundersweiler allerdings im Elfmeterschießen den Kürzeren. Besser lief es in diesem Wettbewerb dann als B-Klassist: Gegen den TuS Göllheim, der zu allem Übel auch nur den undankbaren dritten Platz in der A-Klasse erreichte, siegte die Rosenelf denkbar knapp, aufgrund des Spielverlaufs aber völlig verdient, mit 12:11 nach Elfmeterschießen. Nach dem Pokalsieg am Ostersamstag siegte die „Erste“ des TuS auch in der B-Klasse konstant weiter.

„Wir hatten viele Spiele, in denen wir an unsere Leistungsgrenze gehen mussten, um zu gewinnen. In der B-Klasse Meister zu werden, war lange nicht so einfach, wie es die Abschlusstabelle vielleicht vermuten lässt“, sagt Jens Werrmann. Im Endeffekt stand aber auch hier der souveräne Titelgewinn. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten, den FC Shqiponja Kaiserslautern, betrug ganze 14 Punkte. Weil aber bekanntermaßen aller guten Dinge drei sind, hatte sich auch die Zweitvertretung der Rosenelf in der C-Klasse etwas vorgenommen und blieb im Fußballjahr 2025 ungeschlagen. Die von Steffen Werrmann und Georg Rhein trainierte Mannschaft kletterte somit ebenfalls bis ganz nach oben, verzichtete aber auf den Aufstieg in die B-Klasse.

Zwei Stützen gehen

„Wir trainieren mit beiden Mannschaften zusammen und hatten somit immer mindestens 20 Mann im Training. Dass wir zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg eingefahren haben, haben wir uns verdient. Wir sind mega stolz darauf, die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gespielt zu haben“, strahlt der sportliche Leiter jetzt auch ob der errungenen Erfolge. Diese wurden selbstredend auch ordentlich gefeiert: „Wir sind ohne Tote und Verletzte wieder aus Düsseldorf zurückgekehrt“, gewährt Werrmann spaßig Einblicke in die diesjährige Abschlussfahrt.

Für die kommende Saison wird Coach Schlemmer auf zwei Stützen seiner Mannschaft verzichten müssen: Jens Eich und Steven Huff werden ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen. Eich war mit 38 Treffern der beste Torschütze der Saison. Huff, im Pokalfinale in der regulären Spielzeit gemeinsam mit Göllheims Torhüter Janik Braun der beste Spieler auf dem Feld, wird ebenfalls eine große Lücke hinterlassen. „Wir konnten uns aber auch schon hervorragend verstärken“, spielt Werrmann auf den Transfer des künftigen Co-Trainers Oliver Benz an. Der Stürmer machte in der Bezirksligasaison 2015/16 mit 32 Treffern auf sich aufmerksam und stürmte im Anschluss ein Jahr in der Oberliga für den SV Morlautern. Zuletzt stand er für die SG Appeltal auf dem Platz.

Sauna angeschafft

Werrmann betont: „Wir fühlen uns auch für die A-Klasse gut aufgestellt und wir freuen uns sehr auf die Saison mit vielen guten Mannschaften.“ An ihrer Herangehensweise wollen die Verantwortlichen des TuS übrigens festhalten: „Wir sehen A-Klassen-Fußball als absolutes Hobby“, so Werrmann. Dementsprechend werde auch künftig im Gegensatz zu vielen anderen A-Klassen-Teams, die um die oberen Plätze spielen wollen, keine Gelder gezahlt. „Weder Fixsummen, noch Trainingsgeld oder Prämien“, betont Werrmann. Stattdessen wolle man den Spielern weiterhin ein bestmögliches Umfeld bieten. „Beispielsweise mit einer Sauna, die wir angeschafft haben. Bei uns fühlen sich die Jungs wohl“, so Werrmann abschließend, der sich für seine gute und engagierte Arbeit in einer ruhigen Minute getrost auch mal selbst auf die Schulter klopfen darf.

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