Donnersbergkreis
Donnersbergkreis: Hitze und Trockenheit trifft Fischweiher
Der trocken-heiße Sommer hat auch im Donnersbergkreis die Temperaturen in den Gewässern über das normale Maß hinaus ansteigen lassen. Was Badegäste in die Schwimmbäder lockt, wird aber allmählich zum Problem für die Angelsportvereine.
Die seit Wochen gnadenlos brennende Sonne erwärmt natürlich auch die Fischweiher. Sinkt dabei der Sauerstoffgehalt des Wassers unter eine kritische Marke, verenden die Fische. Durch die ausbleibenden Niederschläge versiegen zudem die Zuflüsse. So fehlt vielfach die Frischwasserzufuhr, die das Wasser durchmischen und mit Sauerstoff anreichern könnte. Oft einzige Notfall-Lösung: Die Feuerwehr muss anrücken und beim „Belüften“ der Angelweiher helfen. „Als Angler sind wir der Macht der Natur ausgeliefert“, sagt Karl-Georg Riel, Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) Orbis. Zwar habe er im Hinblick auf das anhaltend heiße Wetter bislang noch keine negativen Auswirkungen auf den Fischbestand im Vereinsweiher festgestellt, aber es sei nur noch wenig Sauerstoff im Wasser. Wenn es nicht bald ergiebig regne, werde es bedenklich. Mit nur 23 Mitgliedern kann sich der Orbiser ASV eine teure Anlage zur Sauerstoff-Anreicherung nicht leisten. Der Vereinsweiher, das ehemalige Naturfreibad mit Wasserdurchfluss, gehört der Gemeinde, die selbst ein Interesse daran hat, dass das Wasser nicht „umkippt“. Mit Zustimmung der Ortsgemeinde werde deshalb im Rahmen von Löschübungen, insbesondere der Jugendfeuerwehr, der Weiher ab und zu belüftet. Dabei wird das Wasser mit einer Pumpe aus dem Weiher gezogen und direkt wieder hineingespritzt, ähnlich wie bei einem riesengroßen Springbrunnen. Beim Steinbacher Angelsportverein hat man laut zweitem Vorsitzenden Karl Hartmeyer die Situation noch im Griff. Der Verein, mit 112 Mitgliedern der größte seiner Art im Donnersbergkreis, nutze neben seinem Hauptweiher zwischen Steinbach und dem Hahnweilerhof noch einen Zuchtweiher im Borntal. Hinzu kämen angepachtete Bachläufe im Bereich der Gemeinde Steinbach. In den Vereinsgewässern befänden sich derzeit Forellen, Karpfen, Schleie, Zander, Aal, Barsch, Bitterling, Schlammpeitzger und verschiedene Weißfischarten. Die Lage sei dort bislang nicht als kritisch einzustufen. Die Sauerstoffsättigung des Wassers im Hauptweiher habe bei der letzten Messung am 31. Juli durch Teichwart Bernd Blaha 75 Prozent betragen, die Wassertemperatur 23 Grad. Ab 26 Grad seien die Forellen gefährdet. Auch hier helfe manchmal die Feuerwehr mit Pumpe und Spritze aus. An Angeln sei derzeit allerdings nicht zu denken – bei derart hohen Temperaturen würden die Fische nicht beißen. Wie Hartmeyer weiter berichtet, habe es bisher nie Probleme mit den Vereinsgewässern gegeben, obwohl sie im „Regenschatten“ des Donnersbergs lägen. Im etwa ein halbes Hektar großen und bis zu drei Meter tiefen Hauptweiher sorge eine unterirdische Quelle laufend für ausreichendes Frischwasser. Daneben gäbe es auch noch einen Zufluss über eine Rohrleitung aus der Gemarkung Standenbühl. Aus letzterer käme derzeit allerdings nicht viel Wasser im Weiher an. Ganz andere Töne sind aus Winnweiler zu hören. Der dortige „Angelsportverein oberes Alsenztal“ sitzt gegenwärtig buchstäblich auf dem Trockenen. Nachdem das Wasser des Fischweihers an der Straße zum Wingertsweilerhof vor fast genau einem Jahr „umkippte“, wurden damals in einer großen Aktion unter Mitwirkung der Feuerwehr die noch zu rettenden Fische in andere Gewässer umgesiedelt und anschließend das Wasser komplett abgelassen. Der Weiher, der zu dieser Zeit noch einem ortsfremden Eigentümer gehörte und vom ASV lediglich gepachtet war, ist inzwischen vom Verein gekauft worden. In den unklaren Verhältnissen, die sich zuvor aus den immer wieder um ein Jahr verlängerten Pachtperioden ergeben hätten, dürfte wohl der Grund für die unzureichende Pflege und die dadurch verursachte Fäulnisbildung im Schlamm des Gewässers zu sehen sein, vermutet Gewässerwart Simon Buhrmann. Seiner Ansicht nach sei in 20 Jahren nichts für die Gesunderhaltung des Biotops investiert worden. Inzwischen habe man auf Kosten des Vereins rund 700 Kubikmeter Schlamm bis zu einer Tiefe von durchschnittlich 160 Zentimetern ausgebaggert. Mit rund 80 Zentimetern sei der Weiher zuvor sehr flach und daher für die schnelle Erwärmung im Sommer anfällig gewesen, verdeutlicht Buhrmann das eigentliche Problem. Sobald kleinere Arbeiten wie Grünschnitt, Bäume fällen, Quellen fassen und Säuberung des Grundstücks erledigt seien, könne ab Herbst wieder Wasser gestaut werden. Das käme aus zwei Quellen direkt am Weiher, einer weiteren Quelle von einem Teich etwas weiter oberhalb im Wald und mehreren kleineren Zuflüssen aus den umgebenden Hängen. Nach Wiederherstellung der Unterwasserlandschaft sei ab kommendem Frühjahr mit dem Neubesatz zu beginnen. Welche Fischarten dafür infrage kämen, hänge von der bis dahin vorzufindenden Wasserqualität ab. Angeln sei frühestens in einem Jahr wieder möglich. Unabhängig von dem Desaster am Weiher sei die ganze Zeit über das Angeln in den gepachteten Bereichen an Alsenz, Lohnsbach und Imsbach uneingeschränkt möglich gewesen. Wie Schriftführer Christian Heil einräumt, stoße der ASV Winnweiler mit seinen 60 Mitgliedern durch den Erwerb und die Generalsanierung des Weihers finanziell an seine Grenzen. Man sei deshalb für jede Spende dankbar. Als gemeinnütziger Verein können dafür auf Wunsch steuerbegünstigende Spendenquittungen ausgestellt werden.