Donnersbergkreis Donnersberger Silvester-Echo:

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Es muss was dran sein. Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit, heißt es. Ich kann es bestätigen. Und es gibt – selbstverständlich – auch bereits Studien, die sich diesem Phänomen widmen. Je mehr Routine man im Leben habe, je weniger Neues und Aufregendes geschehe, desto kürzer empfinde man zeitliche Abstände zwischen wiederkehrenden Ereignissen (wie Silvester). Öfter mal was ändern am Alltag, ist der grandiose Tipp. Vielleicht im Morgengrauen statt gemütlich Kaffee trinken und Zeitung lesen– diese Zeit vergeht immer extrem schnell – raus und durch die Dunkelheit walken. Oder statt immer mit den gleichen Menschen immer das gleiche wunderbare Weihnachtsfest zu feiern, einfach mal alleine daheim sitzen. Da wird die Zeit sicher auch lang. Klingt nicht verlockend, finde ich, deshalb habe ich beschlossen, mich mit der rasenden Zeit anzufreunden. Schließlich ist auch das ja eine Frage der Perspektive, wie das Foto zeigt, das unser Leser Andi Fischer aus Falkenstein dieser Tage in die Redaktion schickte. Ob sich Christkind und Osterhasen im Wald beim Baumschmücken wohl getroffen haben, fragt er sich bei dem Anblick. Und: Was die wohl zu bereden hatten? Er empfiehlt, die Elwetritsche in dieser Angelegenheit als Zeugen zu vernehmen. Vielleicht wurden die Tannenbäume am schmalen Weg zwischen der „Dicken Eiche“ und der „Bergschmiede“ bei Imsbach aber schlicht von jemanden geschmückt, den die Sache mit der rasenden Zeit ebenfalls beschäftigt hat und der das Ganze dann praktisch umsetzen wollte. Ganz und gar nicht betroffen von der rasende Zeit sind gemeinhin Menschen im jugendlichen Alter. Davon zeugt der gebetsmühlenartig vorgetragene Satz „Das hat doch noch Zeit“, wenn es um Schularbeiten geht, oder „Das mach ich morgen“ beim Müllraustragen und ähnlichem. Und das Gefühl unerschöpflicher Zeit ist wohl auch der Grund für den nicht zu stillenden Erholungsdrang dieser jungen Menschen, die sich gerne mal in tagelangem „Ich bleib noch bissel im Bett“ äußert. Im Bekanntenkreis fragte kürzlich ein besorgter Vater zweier Halbwüchsiger, ob man schon von Jugendlichen gehört hätte, die sich in den Ferien wund gelegen haben. Der medizinisch versierte Gegenüber konnte ihn in diesem Punkt zwar beruhigen, schlug aber seinerseits vor, Jugendliche zur Ferienzeit generell prophylaktisch mit Thrombosespritzen zu versorgen. Doch zurück zur rasenden Zeit: Ich habe im Januar einen Termin beim Zahnarzt. Auf dem Stuhl vor dem singenden Bohrer zieht sich die Zeit wie Kaugummi. Auch das also eine taugliche Gegenmaßnahme. Der Schreibtisch von Klaus Vögtle ist geräumt, als Wehrleiter in Obermoschel nimmt er zum 1. Februar seinen Hut, beziehungsweise seinen Helm. Aber Retter bleibt Retter, das hat Vögtle dieser Tage eindrucksvoll gezeigt. Als ein junger Mann aus Kummer Trost im Schnaps suchte und im Rausch gar gewalttätig werden wollte, ließ der Feuerwehrchef sich nicht aus der Ruhe bringen und suchte das Gespräch mit dem Jugendlichen. Und nur weil er da blieb und in bester Feuerwehrmanier Verantwortung übernahm, konnte er schließlich Erste Hilfe leisten, als es dem Jungen immer schlechter ging, und den Rettungsdienst rufen. Das afrikanische Sprichwort „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, wurde in Obermoschel lebendig. Nicht immer sollte man Menschen das geben, was sie verdienen, sondern öfter mal das, was sie brauchen. Wer noch einen Vorsatz braucht für 2017: Dieser passt immer, findet | Jutta Glaser-Heuser

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