Donnersbergkreis
Donnersberger Echo: Verkehrsberuhigung und anderes Theater
Schritttempo: Die Hoffnung stirbt zuletzt
Ja, ja, es könnte so schön sein, wenn sich nur alle Menschen (oder wenigstens die meisten) an Regeln halten würden. Was auf so vieles zutrifft, passt auch zum Gebaren so mancher Autofahrer in verkehrsberuhigten Zonen oder auf Tempo-30-Strecken. In dem Artikel „Suche nach Lösungen“ in unserer Dienstagsausgabe ging es um den Ortskern von Winnweiler, der steht aber exemplarisch für viele andere verkehrsberuhigte Zonen. Schritttempo muss dort eigentlich gefahren werden. Schritttempo, das heißt nicht Tempo 50, nicht Tempo 30, nicht mal Tempo 10. Vermutlich wissen das die wenigsten, obwohl sie es doch eigentlich in der Fahrschule gelernt haben sollten.
Lassen wir einmal außer acht, dass es wirklich schwierig ist, tatsächlich nur so schnell zu fahren, wie ein Fußgänger gehen kann. Das ist so langsam, dass die meisten Autos mit eingelegtem ersten Gang, ohne das Gaspedal auch nur zu berühren, schon schneller sind. Aber man wäre ja schon mit annähernd Schritttempo zufrieden. Stattdessen werden die wenigen Autofahrer, die tatsächlich versuchen, sich in der Praxis an diese Vorschrift zu halten, von allen anderen, auch Fußgängern, oft komisch angeschaut, nach dem Motto: „Warum schleicht der/die denn so?“
Und oft – wir bekommen in dieser Angelegenheit immer mal wieder entsprechende Lesermeldungen – sind es sogar die Anwohner selbst, die sich nicht an das Tempolimit halten. Deshalb steht auch der Versuch der Winnweilerer SPD, die Situation im verkehrsberuhigten Ortskern zu verbessern, wohl eher unter einem schlechten Stern.
Aber auch in Kibo, wo es, wie in der Mittwochsausgabe zu lesen war, darum geht, mehr Verkehrsteilnehmer zum Einhalten von Tempo 30 zu bewegen, hängt wohl letzten Endes alles von der grundsätzlichen Bereitschaft der Beteiligten ab. Und die ist, wie immer wieder zu beobachten ist, leider gering. Ob da bauliche Veränderungen wie Verschwenkungen oder Mini-Kreisel wirklich helfen, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
1200 Jahre Göllheim: Ehre, wem Ehre gebührt
Durch ein bedauerliches Missverständnis, bei dem ein Teil der Information auf der Strecke blieb, wurde im RHEINPFALZ-Artikel zur Göllheimer 1200-Jahr-Feier in der Dienstagsausgabe ausgerechnet eine Person nicht erwähnt, die für einen Großteil des Inhalts des Festaktes verantwortlich war: Doris Bugiel, die Vorsitzende des Göllheimer Kulturvereins. Dies sei hiermit nachgeholt. Tatsächlich hat Bugiel nicht nur die Texte verfasst, die die Göllheimer Jugendlichen in ihrer beeindruckenden szenischen Darstellung gesprochen haben, sie war auch für die Texte des Gilo und der Göllheimer Symbolfiguren Polizeidiener, Nachtwächter und Gänsehirt verantwortlich. Außerdem hat sie die während der Feier eingespielte Musik ausgesucht und bei der Auswahl der Gesangsnummern der Sopranistin Gunda Baumgärnter ein wichtiges Wort mitgesprochen.
Damit aber noch nicht genug: Doris Bugiel hat auch ein Theaterstück geschrieben, genauer gesagt: ein History Dinner. Darin geht es um die Familie Uhl, einen ungeratenen Sohn, Dienstmädchen in Schwierigkeiten, eine nicht eingeladene peinliche Tante oder, in den Worten der Veranstalter: „En große Amberaaasch bei’s Uhle“. Das Ganze nennt sich „Alt Gellem oder Uhls Geburtsdaach“. Die Vorbereitungen und Proben laufen schon, aufgeführt wird das Stück am 8., 9. und 17. November im „Goldenen Ross“. Gestandene Göllheimer, die sich die „Gellemer Wirtshauskomödiande“ nennen, spielen hier die eine Geburtstagsfeier im Hause Uhl mit allerhand Verwicklungen nach – und die Besucher nehmen als Geburtstagsgäste daran teil. Der Vorverkauf hat übrigens bereits begonnen, Karten für die Aufführung inklusive Drei-Gänge-Menü gibt es bei der Firma Euler, der Verbandsgemeinde und im „Goldenen Ross“.