Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Donnersberger Echo: Schwierige Zeiten – schwieriger Wahlkampf

Wirklich??
Wirklich??

Wahl. Kampf?

Noch rund sieben Wochen sind es bis zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Davon gehen wir einfach mal aus, denn eine Absage – wie in Thüringen – steht derzeit überhaupt nicht zur Disposition. Und doch ist man ein wenig geneigt, sich verwundert die Augen zu reiben: Wirklich? Wahl?

Denn in einem normalen Wahljahr müsste der Wähler zu diesem Zeitpunkt des Jahres doch bereits mit Rosen überschüttet worden sein. Müssten die Schreibtischschubladen mit Hunderten von bunten Kugelschreibern gefüllt sein. Müsste der Hobbykeller überquellen vor roten, schwarzen, grünen, gelben, blauen und orangenen Zollstöcken. Und in der Küche müssten die in die Jahre gekommenen Holzkochlöffel längst ersetzt worden sein durch formschöne Exemplare von ... – ach nein, die gab’s nur bei Bundestagswahlen.

Dennoch: Es sind verdammt schwere Zeiten für die Schnäppchenjäger unter den Wählern. Keine Infostände. Keine bunten Wahlkampfveranstaltungen. Keine Kandidatenbesuche beim Vereinsfest. Und an den Haustüren zu klingeln ist gerade jetzt auch so eine Sache – wer öffnet schon einem Mund-Nase-Maskierten, der behauptet, bei ihm handele es sich ganz sicher um einen Kandidaten für den kommenden Landtag? Oder für den Bürgermeisterposten in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden? Denn rund um Kibo darf ja noch mehr gewählt werden als in anderen Teilen des Landes.

Und die drei Bewerber (zwei Männer, eine Frau) um die Nachfolge des langjährigen Amtsinhabers Axel Haas stehen vor nicht anderen Problemen als die Landtagskandidaten: Wahlkampf war wohl selten so schwierig wie in diesem Jahr. Denn der lebt ja vor allem vom persönlichen Kontakt, von den Möglichkeiten der Kandidaten, ihre Argumente, ihre Ziele, ihre Vorstellungen detailliert darzustellen und auf Rückfragen einzugehen – statt nur mit eingängigen Slogans auf Plakaten und Flyern zu werben. Kandidaten helfen sich mit Online-Lösungen. Den direkten Kontakt wird das freilich aus Sicht vieler Wähler nicht ersetzen.

Und so verursacht die Pandemie halt auch in diesem Bereich des gesellschaftlichen Lebens eine echte Lose-Lose-Situation, eine, die nur Nachteile bringt: für die Kandidaten, weil sie ihre Standpunkte nicht wie gewohnt in Gesprächen vermitteln können, und für die Wähler, weil sie ihre Wahlentscheidung zwangsläufig auf einem geringeren Erkenntnisstand bezüglich der einzelnen Kandidaten treffen müssen. Und natürlich weil sie weniger Zollstöcke bekommen. Blöd – die Baumärkte haben ja auch zu.

Mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein

Noch weitreichender als der fehlende Wahlkampf für die Politik sind die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für den Donnersbergkreis. Westpfalzweit gehörte der Landkreis zu den Kommunen, die im abgelaufenen Jahr am stärksten von Kurzarbeit betroffen waren – im April 2020 waren es beispielsweise mehr als 23 Prozent der Beschäftigten. Ja, es ist verständlich, dass Menschen in Zeiten wie diesen von Existenzängsten geplagt sind.

Das gilt natürlich in besonderem Maße für Selbstständige und Unternehmer. Die Schwierigkeiten, der Aufwand und die Verzögerungen, von denen Michael Scheffler in der RHEINPFALZ für seinen Rockenhausener Getränkeservice berichtet hat, kommen vielen bekannt vor, die die staatlichen Finanzhilfen beantragen. Da ist vieles gut gemeint, aber in der Praxis sieht’s meist etwas anders aus. Auf Erfahrungswerte im Umgang mit einer solchen Situation hat halt niemand setzen können.

Bleibt die Hoffnung, dass die Hilfen tatsächlich möglichst dort ankommen, wo sie benötigt werden. Auch wenn sie in etlichen Fällen nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein sein können, sind sie womöglich doch oftmals der kleine Tropfen, der den Unterschied macht zwischen Aufgabe oder Fortbestand von Betrieben. Und aufgeben mussten ohnehin schon viel zu viele.

Schulen in der Zeitung und im Netz

Einem weiteren Aspekt der Corona-Beschränkungen hat sich die Donnersberger Rundschau in der abgelaufenen Woche gewidmet. Weil die Tage der offenen Tür an den weiterführenden Schulen in diesem Jahr ausfallen müssen, haben wir den Grundschülern und deren Eltern möglichst viele Informationen bei unserem „Virtuellen Tag der offenen Tür“ an die Hand gegeben. So, dass sie sich einen grundlegenden Überblick verschaffen konnten, welche Schule denn für sie nach den Sommerferien in Frage kommt.

Virtuell war und ist der Tag der offenen Tür deshalb, weil Sie, liebe Leserinnen und Leser, neben den fünf Sonderseiten, die wir in der Zeitung veröffentlicht haben, weitere Inhalte auf unserer Internetseite abrufen können. Dort gibt es zusätzliche Bilder von allen neun beteiligten Schulen sowie Videos, in denen sich die Schulen selbst präsentieren dürfen. Hier geht’s zum „Virtuellen Tag der offenen Tür“.

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