Donnersbergkreis Donnersberger Echo:

Ich erinnere mich gerne an Dr. Holla, den Hausarzt unserer Familie aus meinen Kindertagen. „Wenn was ist, rufen Sie an!“, sagte er zu meiner Mutter, wenn es der Oma mal nicht gut ging oder sonst jemand irgendwelche Beschwerden hatte. Tag und Nacht – typisch Landarzt. Aber das war einmal. Wer heute in den Arztberuf geht – immer häufiger sind es Frauen – will deshalb nicht auf den ganzen Rest an Leben verzichten, wie Familie oder Freizeit. Weniger Bereitschaftsdienste, weniger Zentralen, größere Zuständigkeitsbereiche – das ist die Antwort der Kassenärztlichen Vereinigung. Werden die Pläne der KV wahr, dann wird künftig jemand von Sippersfeld nach Alzey (laut google maps sind das 27 Minuten Fahrzeit) zum Bereitschaftsdienst fahren müssen, wenn ihn am Wochenende, in der Nacht oder mittwochnachmittags etwas plagt. Auch bei Schnee und Eis, mit Schmerzen und auch für ältere Menschen. Das schmeckt besonders bitter, weil das Bereitschaftsdienstmodell hier im Kreis gut läuft. Never change a winning team heißt es so schön – tausche niemals ein erfolgreiches Team. Gleichwohl – es ist wenig realistisch, dass die KV die Pläne komplett rückgängig macht. Deshalb sollten möglichst alle an einem Strang ziehen und retten, was noch zu retten ist. Vorschläge sammeln, wie die Reform vonstatten gehen soll. So wäre es beispielsweise sinnvoll, wenn sich zwei Ärzte die Bereitschaftsdienste teilten, einer in der Zentrale, der andere für die Hausbesuche zuständig. Zum anderen wird es noch mehr als bisher darauf ankommen, Patienten durch die medizinischen Zuständigkeitsbereiche zu lotsen. Man könnte beispielsweise darüber nachdenken, ob eine medizinische Telefonzentrale als erster Ansprechpartner für die Patienten zur Verfügung stehen könnte. Wer soll in die Zentrale kommen, wer bekommt Besuch vom Arzt und wer muss die 112 wählen – manches ließe sich sicher im Vorfeld in sinnvolle Bahnen lenken. Denn bereits jetzt kommt es vor, dass Menschen mit Atemnot und Brustschmerzen – den klassischen Herzinfarktsymptomen – bei der Bereitschaft auftauchen, statt den Rettungswagen zu rufen, oder umgekehrt, wegen eines Darmvirus mit Blaulicht angesteuert werden. Und je größer und unpersönlicher die Zuständigkeitsbereiche, desto schwerer durchschaubar für die Patienten. In Hessen ist ein Modellversuch für eine solche Telefonzentrale gut angelaufen. Doch auch die gibt es nicht zum Nulltarif. Besetzt werden müsste dieses Telefon nämlich in jedem Fall mit Fachkräften – am besten geeignet wären sicher Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter. Wer in jüngster Zeit mal in der rheinhessischen Nachbarschaft unterwegs war, dem wird es aufgefallen sein: Alzey putzt sich raus für den Rheinland-Pfalz-Tag am ersten Juniwochenende. Der ist mit Sicherheit einen Ausflug wert. Zumal sich auch Vertreter aus dem Kreis dort präsentieren werden. Besonders spektakulär wird die Anreise der Fair-Trade-Gruppe. Sie kommen als Teil einer Sternfahrt mit den Rädern. Allen anderen sei die Anreise mit dem Zug empfohlen. Die Zusatzzüge der Vlexx ermöglichen bis nach Mitternacht eine sichere Heimfahrt. Wer möchte, der kann also beispielsweise am Sonntagabend mit Chris Thomson bei „Davis on the road again“ schwofen oder am Samstag mit Michael Holm auf der Straße nach Mendocino gehen. Und vielleicht hat bis dahin sogar das Frühjahr ein Einsehen und stellt sich ein, hofft