Donnersbergkreis Donnersberg-Derby mit verschiedenen Vorzeichen

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Rockenhausen. TTF Rockenhausen versus TTC Winnweiler: Es ist der Klassiker unter den Donnersberger Tischtennis-Paarungen. Lange galt das Derby als Schlager schlechthin im Kreis: Die Duelle waren heiß, sie waren eng und umkämpft, nicht nur Punkte standen auf dem Spiel. Erstmals, seitdem sich die Wege beider Clubs in der Saison 2011/12 trennten, kommt es heute, 20 Uhr, wieder zum prestigeträchtigen Treffen. Bezirksliga-Spitzenreiter Winnweiler gastiert bei den TTF. Auf dem Papier eine klare Sache

Woher die Vorahnung kommt, bleibt ein Rätsel. Aber wenn sie für Kopfschmerzen sorgt, dann ist es wirklich keine gute. Gunter Franck beschleicht ein böses Gefühl. Eines der Ungewissheit, eine quälende Befürchtung. Franck hat dafür ein Näschen. „Wenn wir Pech haben, dann haben wir uns mit der Verlegung ein Eigentor geschossen“, bangt der Mannschaftsführer des TTC Winnweiler. Am Abend tritt seine Equipe bei den TTF Rockenhausen an. Das große Lokalderby in der Bezirksliga Westpfalz Nord, der Klassiker aus früheren Tagen. Eigentlich fände die Partie erst im November statt. Rockenhausen aber wollte verlegen, Franck stimmte zu – und manövriert seinen TTC damit vielleicht ins Abseits: Top-Spieler Christian Müller sowie Günter Haag kränkeln, Einsatz fraglich. Und selbst wenn sie auflaufen, dann wohl angeschlagen. „Es ist noch nicht einmal sicher, ob wir komplett stehen. Das Spiel könnte kippen“, betont Franck. Dem Unglück könnte dazu noch ein Häubchen aufgesetzt werden. Rockenhausens Edeljoker Michael Kuntz, ehemals Oberligist, liebäugelt mit einem Auftritt. Für die TTF wäre das ein Segen, für den TTC ein Fluch. Ein Rad müsste schon ins andere greifen, damit das Kreisduell brisant wird. Denn Fakt ist: „Die Chancen stehen klar für Winnweiler, 80 zu 20. Das ist kein Derby auf Augenhöhe. Der TTC ist durch die Bank stärker besetzt. Da müsste schon vieles für uns laufen“, weiß TTF-Juwel Günther Rutz. Die Tabelle lügt nicht. Mit 11:1-Punkten schreiten die Winnweilerer Woche für Woche der 2. Pfalzliga entgegen, sie sind der Gigant der Klasse. Kontrast: Rockenhausen dümpelt im Abstiegssumpf umher. In fünf Partien gelang nur ein dürftiger Sieg. Wie immer ruhen die Hoffnungen auf Rutz. Als einzige Stammkraft der ganzen Liga verlor er noch kein Einzel (10:0). Er ist der Star, er reißt mit. „Natürlich hat Rockenhausen den besten Spieler in den eigenen Reihen. Rutz ist in der Lage, vier Punkte zu machen“, glaubt Franck. „Winnweiler hat stark aufgerüstet. Das ist eine andere Hausnummer. Normal ist nichts drin“, sagt dagegen das TTF-Ass. Die einen an der Sonne, die anderen im Loch – das erinnert an die letzten Derbys, die sich die Lokalrivalen lieferten. 2011/12 trafen sie aufeinander. 0:9 und 7:9 setzte es Niederlagen für die TTF. Beide Male ohne Garant Rutz, den damals Bandscheibenprobleme plagten. Das Ende des Lieds: Winnweiler stieg als Meister auf, Rockenhausen als abgeschlagenes Schlusslicht ab. Während der TTC in der 2. Pfalzliga passable Leistungen zeigte, krebsten die TTF im Bezirksklasse-Keller herum. Beinahe folgte sogar der Sturz in die Kreisliga. Jetzt sind beide Clubs wieder vereint. Wenigstens für ein Jahr. „Das waren immer hartumkämpfte Spiele. Sehr, sehr ausgeglichene. Da wollte jeder gewinnen“, erinnert sich Rutz. Doch über die Jahre, bestätigt auch Gunter Franck, habe die Partie den einstigen Stellenwert eingebüßt. „Früher waren das Spitzenbegegnungen. Da ging es darum, wer die beste Mannschaft im Kreis hat. Heute ist das nicht mehr so“, betont Winnweilers Kapitän. Die Rollen sind klar vergeben. Für den TTC geht es um die Meisterschaft, für die TTF um den Klassenerhalt. Rockenhausen braucht Punkte. Und es will vielleicht auch den Großen ein Bein stellen. Möglich – sollte Trumpfass Michael Kuntz wirklich antreten. (ppp)

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