Donnersbergkreis Diskussionen um Zukunft des WEG-Sportplatzes
Es ist nur ein Vorschlag – der gleichwohl am Wilhelm-Erb-Gymnasium (WEG) in Winnweiler für einigen Diskussionsstoff sorgt: Die Ortsgemeinde Winnweiler hat angeregt, den nahe der Schule gelegenen, aber in die Jahre gekommenen WEG-Sportplatz zu übernehmen und in Bauland umzuwandeln. Im Gegenzug würde die Gemeinde am Ortsrand – in Nachbarschaft des ASV-Sportgeländes am Rauhen Weg – einen zweiten Kunstrasenplatz errichten, der von den Winnweilerer Schulen genutzt werden könnte. Alle Verantwortlichen betonen jedoch, nichts gegen den Willen der Schule zu unternehmen. Dort sieht man die Überlegungen wohl eher skeptisch.
Ausgangspunkt waren Pläne der Ortsgemeinde, weitere Baugrundstücke auszuweisen, wie Ortsbürgermeister Rudolf Jacob im Gespräch mit der RHEINPFALZ erläuterte. „Die 13 Plätze in unserem jüngsten Baugebiet ’Am Stockborn’ waren praktisch schon verkauft, ehe sie erschlossen waren“, so Jacob. Da man aber nach wie vor Entwicklungsbedarf habe, wollte die Gemeinde ursprünglich auf dem Gelände gegenüber des ASV-Kunstrasenplatzes zusätzliche Bauplätze generieren. In diesem Zusammenhang sei die Idee für einen Tausch entstanden – auch vor dem Hintergrund, „dass der WEG-Sportplatz in einem schlechten Zustand ist“. Jacob verweist dabei auf Mängel an der Laufbahn, dem Rasen, der Technik – beispielsweise der Berieselung – und dem maroden Gebäude. Seiner Ansicht nach sind „erhebliche Investitionen“ notwendig, um die in den 1980er Jahren errichtete Anlage auf Vordermann zu bringen. Die Situation sei nicht besser geworden, seit sich der Sportverein nicht mehr um die Pflege kümmert: Bis zum Bau des Kunstrasens vor zwei Jahren hatte der ASV auf dem Vereinsgelände am Rauhen Weg nur einen Hartplatz zur Verfügung und daher seine Heimspiele bei gutem Wetter auf dem Gymnasiumsplatz ausgetragen. Diese Regelung war mit der Einweihung des neuen ASV-Spielfeldes hinfällig. „Aus dieser Situation heraus haben wir dem Kreis als Träger des Gymnasiums den Vorschlag gemacht, seitens der Gemeinde oben beim ASV einen zweiten Kunstrasenplatz zu bauen. Diesen dürften dann die örtlichen Schulen natürlich kostenlos nutzen“, informierte Jacob – neben dem WEG sind dies die Albert-Schweitzer-Realschule plus und die Maria-Montessori-Grundschule. Im Gegenzug würde das Gelände am WEG wieder in Gemeindebesitz übergehen – wie dies vor dem Bau des dortigen Sportplatzes bereits der Fall gewesen war. „Wir könnten dann dort Baugrundstücke erschließen, die näher am Zentrum lägen, als dies am Rauhen Weg der Fall wäre“, so der Ortschef. Er betonte allerdings, „dass wir diese Pläne nur weiterverfolgen, wenn die Schule das mitträgt. Sollte sich das WEG dagegen aussprechen, ist das Ganze hinfällig. Da sind wir mit dem Kreis einer Meinung.“ Der Vorschlag sei auch der Schulleitung unterbreitet worden. Diese habe sich für das „gute Angebot“ bedankt, aber Bedenken wegen der relativ großen Entfernung zwischen Schule und ASV-Gelände geäußert. Dies kann Jacob zwar nachvollziehen – er verweist aber andererseits darauf, dass mancher WEG-Sportlehrer wegen des holprigen Schulrasens beispielsweise zum Fußballspielen bereits jetzt auf den Kunstrasen am Rauhen Weg ausweicht. Dass sich der Zustand des WEG-Sportplatzes mit dem Weggang des ASV verschlechtert hat, sieht auch Landrat Winfried Werner so: „Solange der ASV auf dem Gymnasiumsplatz war, war der Platz besser gepflegt.“ Für die Unterhaltung des Sportplatzes sei derzeit die Beschäftigungsgesellschaft im Einsatz. Aber: „Einen akuten Sanierungsbedarf sehe ich nicht“, sagt Werner. Jahr für Jahr würden kleinere Unterhaltungsarbeiten an dem Platz vorgenommen – im vergangenen Jahr seien etwa die Randbegrenzungen an der Laufbahn gemacht sowie Arbeiten an der Sprunggrube vorgenommen worden. Damit der aktuelle WEG-Sportplatz zu Bauland umfunktioniert werden könne, wäre auch noch eine zweite Variante denkbar: die Ertüchtigung des Realschulsportplatzes, der dann ebenfalls von beiden Schulen genutzt werden könnte. Denn dieser liegt ein gutes Stück näher am WEG als ein möglicher neuer Platz beim ASV. Der Realschulplatz müsste hierfür jedoch unter anderem mit einer Laufbahn versehen werden. „Das ist ein Bolzplatz“, so Werner. „Da müsste richtig Geld in die Hand genommen werden.“ WEG-Schulleiter Ralf Schäfer war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bei anderer Gelegenheit hatte er sich allerdings wegen des weiten Fußweges zum ASV-Gelände ablehnend zu den Plänen der Ortsgemeinde geäußert. Stattdessen hatte er den Wunsch vorgebracht, den jetzigen WEG-Sportplatz wieder in Schuss zu bringen.