Donnersbergkreis Die Weste bleibt weiß
Gerbach. Ein weiteres Mal hat der TTC Winnweiler die Spitze der Bezirksliga Westpfalz Nord behauptet: Das Derby beim glänzend gestarteten Aufsteiger TuS Gerbach entschied er souverän mit 9:2 für sich. Die TTF Rockenhausen schossen sich mit Wut aus der Mini-Krise. Und der selbstbewusste ASV Höringen hat einen Lauf.
Die Form des TTC, weiter mit weißer Weste, ist bestechend. Zumindest in seinem „goldenen Herbst“. „Das war Wahnsinn, was Winnweiler gespielt hat“, erkannte Swen Weyrauch, Spielführer des TuS, neidlos an. 2:9 – das ist einseitig. Ein bisschen Pech in den umkämpften Spielen hatten die Gerbacher aber. Alle Fünfsatz-Krimis, drei an der Zahl, wanderten an den TTC. Obendrein fehlte dem TuS bei einigen 1:3-Pleiten nur etwas Glück oder Gelassenheit. „Wir waren nicht in der Lage, im vierten Satz den entscheidenden Punkt zu holen“, haderte Weyrauch. „Wenn nur zwei Spiele anders laufen, kommt mein Tipp mit dem 9:5, 9:6 hin. Derzeit spielen bei uns alle auf dem oberen Level“, sagte Winnweilers Günter Haag, dessen ausgefeilte Doppel-Strategie wieder aufging. Zwei Einzel fuhr Gerbach ein – zwei, die vielleicht am wenigsten einzurechnen waren: Oliver Koch schlug Carsten Wiegand 3:1, Allrounder Herbert Weber bezwang Lars Haag mit 3:1. Wiegand hatte zuvor erst ein Einzel verloren, Haag noch keines. Das zeigt, was Gerbach kann, schöpft es sein Potenzial aus... Punkte TuS: Koch, Weber – Punkte TTC: Wiegand/Barkowski, Haag/Willems, Böttger/Haag, Böttger (2), Wiegand, Günter Haag, Willems, Barkowski. ASV Höringen – Post SG Kaiserslautern II 9:3. Irgendwas fehlte. Die Motivation, der Wille, Kampfgeist. Wehrlos ließ sich die PSG II demontieren, beschrieb Wolfgang Frohs, Mannschaftsführer des ASV: „Es kam mir vor, als nehmen die das einfach hin. Da war kein Aufbäumen.“ 3:0 lagen seine Höringer nach den Doppeln vorne, in die Karten spielten ihnen die Ausfälle von Lauterns Matthias Linder und Lukas Keil. Näher als ein 3:5 kam der Favorit nie an einen Punktgewinn. „Die Doppel waren die halbe Miete. Das Ergebnis liest sich gut“, so Frohs. Klasse aufgelegt: Martin Seib und Marcel Dohmen, die in drei Spielen ohne Satzverlust blieben. Nach dem Fehlstart der fünfte Punkt in Serie für den ASV. Punkte ASV: Dohmen/Florian Haag, Seib/Frohs, Rubel/Patrick Haag, Dohmen (2), Seib (2), Patrick Haag, Florian Haag. TTF Rockenhausen – TTC Brücken II 9:0. „Wenn das mal keine Ansage war.“ Günther Rutz schüttelte in der Umkleide verwundert den Kopf. 9:0! TTF-Kapitän Michael Nehm erinnerte sich nicht, ob das seinem Sextett in der Bezirksliga überhaupt schon einmal gelang. „Paukenschlag in Rockenhausen“, kommentierte er. Eine Lehrstunde erteilten die noch aus der Vorwoche frustrierten Nordpfälzer dem Tabellen-Vorletzten: Keine zwei Stunden dauerte das Kellerduell, mit 27:5-Sätzen besiegten sie den – bestbesetzten – TTC. Zugegeben: Brücken, eigentlich unbequem, gab früh nach, Biss und Leidenschaft setzten aus. Erstmals in dieser Saison schlug bei den TTF Edeljoker Michael Kuntz zu. Ohne Training, dafür mit Erfolg. Punkte TTF: Rutz/Bauer, Kuntz/Portz, Nehm/Heintz, Rutz, Kuntz, Portz, Bauer, Nehm, Heintz. Bezirksliga Vorderpfalz Nord TSG Grünstadt II – TSG Zellertal 9:4. Harald Zinser sieht Licht am Ende des Tunnels. Wenigstens etwas, nach der fünften Nullrunde. „Das erste Mal, dass leise Hoffnung aufkeimt“, erklärte er. Grünstadt II gehört zu den ganz großen Aufstiegskandidaten: Andreas Dieter, vergangene Saison noch beim TTC Dreisen, agiert hinten, Patrick Scheifling, ehemals Eisenberger, in der Mitte. Dafür präsentierte sich Zellertal wacker. In den meisten Partien hielt die TSG mit, drei verschenkte Fünfsatz-Spiele zeugen davon, dass die Luft für Grünstadt hätte dünn werden können. Nach den Herbstferien stehen die wirklich wichtigen Kisten für Zellertal an. Punkte TSG: Ermel/Zinser, Zinser, Müller, Fischer. (ppp)