Zwischenbilanz
Die SG Mannweiler/Stahlberg/Dielkirchen ist noch in der Verlosung dabei
Drei Minuten fehlten den Fußballern der SG Mannweiler/Stahlberg/Dielkirchen in ihrem letzten Spiel des Jahres vor einer Woche, um nicht als Schlusslicht der Bezirksliga Westpfalz überwintern zu müssen. In der abschließenden Partie beim TuS Bedesbach-Patersbach stand es drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit 1:1. Dann kassierte die Mannschaft von Coach Alex Raab noch den entscheidenden zweiten Gegentreffer. So halten die Kombinierten zur Winterpause die Rote Laterne. Aber: Die SG-Akteure und ihr engagierter Trainer haben den Kampf um den Ligaverbleib noch lange nicht aufgegeben.
SG-Coach Alex Raab legt in seiner Halbzeitbilanz großen Wert darauf, dass die Tabelle in ihrem aktuellen Bild täuscht. Die SG liegt mit 14 Punkten auf Rang 17, hat bislang 17 Partien absolviert. Doch der 16. und Ligavorletzte SV Palatia Contwig (15 Zähler) und der 15. TuS Schönenberg (17) haben bereits zweimal mehr als die Kombinierten gespielt und kommen auf 19 Partien. Der Liga-14. SV Battweiler (17) hat so viele Spiele ausgetragen wie Mannweiler/Stahlberg/Dielkirchen. Der 13. SG Oberarnbach/Obernheim-Kirchenarnbach/ Bann (18) hat aber 18 Begegnungen absolviert. Der Zwölfte VB Zweibrücken, der aktuell den letzten Abstiegsrang belegt, steht bei 16 Partien und 19 Zählern. „Ich gehe mal davon aus, dass keine sechs Mannschaften absteigen und die Saison ist noch sehr lange. Das heißt: Wir sind noch voll dabei“, betont Raab.
Nur vier Spieler
Dass seine Mannschaft überhaupt noch Chancen auf den Ligaverbleib hat, ist für den Coach schon eine Sensation. Denn: Nachdem der TuS Finkenbach-Waldgrehweiler im Sommer aus der Spielgemeinschaft ausgetreten war, hatte Raab nur noch vier Akteure des bis dato harten Kerns seiner Mannschaft zur Verfügung. Der Rest verließ die SG. „Mit Oliver Benz kam ein erfahrener Stürmer, der aber auch nach langer Verletzungspause erst einmal wieder Spielpraxis sammeln musste. Der Rest waren junge Leute, die ich hatte und habe“, sagt der Trainer der SG Mannweiler/Stahlberg/Dielkirchen.
Tatsächlich besteht die aktuelle Bezirksligamannschaft zu 70 Prozent aus U21-Akteuren. Wie zum Beispiel Torhüter Max Bender. Der 18-Jährige wurde von seinem Coach gleich ins kalte Wasser geworfen. Wie so viele andere seiner Teamkollegen. „Und er hat seine Sache super gemacht“, sagt Raab, der aber auch betont: „Die Spieler müssen und mussten sich entwickeln. Es war mir wichtig, dass sie engagiert waren und das ist die ganze Mannschaft, was mich sehr freut. Die Jungs hauen von Spieltag zu Spieltag alles raus.“
Mittlerweile ist der Coach sogar froh, dass der TuS Finkenbach kein Teil der SG mehr ist. Die Dissonanzen zwischen ihm sowie den Klubs aus Mannweiler und Stahlberg zur dortigen Vereinsführung waren seit Jahresbeginn immer größer geworden. „Ich sag es mal so: Ich denke, wir sind hier vom Mittelalter wieder in die Moderne zurückgekehrt“, erklärt Alex Raab.
Routiniers gefragt
Die Realität aktuell ist aber auch: Die SG braucht in der Restrückrunde wohl viele Punkte, um die, laut Raab „absolute Sensation“, den Verbleib in der Liga, noch zu schaffen. Abgänge von Stammspielern wird es dem Trainer zufolge nicht geben. Gefragt sind wie schon im bisherigen Rundenverlauf wieder die Qualitäten der Routiniers wie Nils Raab, Andreas Schick, Jeremias Raab, Christian Betz. Angreifer Benz ist der trotz erneuter Verletzungsprobleme während der Runde mit acht Toren bester SG-Torschütze und taucht unter den Top 20 in der ligainternen Goalgetter-Bestenliste auf. In den letzten Spielen vor der Winterpause machte zudem der junge Pacal-Maurice Trepke mit Toren auf sich aufmerksam. Und im Angriff müssen sich die Kombinierten (bislang 27 Treffer) auch steigern.
Auch ganz wichtig, um den Klassenverbleib zu schaffen: „Wir müssen endlich auch auswärts gewinnen“, sagt Raab. Tatsächlich hat die SG alle ihre bisherigen sieben Partien auf fremdem Platz verloren. Genauso übrigens wie die Mannschaft aus Oberarnbach. „Bis auf die hohe Auswärtsniederlage in Kirchheimbolanden hatten wir die Chancen, Punkte zu holen. Wenn wir es schaffen, auf fremden Platz endlich Erfolge einzufahren, und zu Hause weiter so gut spielen, dann ist auch eine Restrunde mit über 20 Punkten möglich“, sagt Raab, der klarmacht: „Dass wir überhaupt noch in der Verlosung sind, ist für mich eine große Überraschung und im Winter arbeiten wir nun am großen Wunder von Mannweiler/Stahlberg/Dielkirchen.“
Die SG nimmt mit dem Auswärtsspiel am Samstag, 10. Februar 2024, beim momentanen Zweiten TSG Wolfstein-Roßbach den Spielbetrieb wieder auf. Hallenturniere spielen die Kombinierten nicht.