Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Die RHEINPFALZ-Wochenendkolumne befasst sich mit der Zukunft des Hallenbads in Rockenhausen

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Was hätte es schon alles werden können: eine Mensa für die Grund-, die Realschule und die Integrierte Gesamtschule, ein Kreativ-Quartier und noch so viel mehr – aber auch mit der Abrissbirne ist dem Hallenbad in Rockenhausen schon gedroht worden. Und was ist es nicht alles schon gewesen: Raum für erotische Ausstellungen, für Musikunterricht, sogar schnöde Lagerfläche. Nur Schwimmer, die hat das Bad schon seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen.

Und in diesem langen Zeitraum haben sich viele Menschen – allen voran die Mitglieder von fünf Verbandsgemeinderäten – Gedanken gemacht, wie sich das Gebäude langfristig sinnvoll nutzen ließe. Immer mal wieder gab’s Vorstöße. Seit einiger Zeit ist das Rockenhausener Bad wegen der notwendig gewordenen Sanierungen wieder in den Fokus gerückt. Allen voran muss das Dach komplett überholt werden, das alleine wird mehr als 160.000 Euro kosten, aber es ist bitter nötig. Schlechte Scherze darüber, dass bereits Wasser ins Hallenbad eingetreten ist, verbieten sich.

Zwar wird die Gesamtsanierung noch ein ganzes Stück teurer, doch sie ist allemal günstiger als ein Rückbau. Darauf hat Bürgermeister Michael Cullmann schon frühzeitig verwiesen. Und tatsächlich könnte man sich doch viele charmante Lösungen vorstellen für ein früheres Schwimmbad in dann wieder nutzbaren Räumlichkeiten. Ebenso wie alte Industrieanlagen oder andere „Lost Places“ zählen auch ausrangierte Bäder derzeit zu bevorzugten Bauten für Kunst und Kultur, für Event-Gastronomie und die Veranstaltungsszene. Es wäre eine Lösung mit geradezu urbanem Charakter möglich, gerade in Zeiten, in denen Rockenhausen mit neuer Musik glänzt.

Da ist es eine Idee in die richtige Richtung, einen Platz für Kulturschaffende zu errichten. Da ist zum einen der ganz praktische Aspekt: Proberaum wird benötigt, Proberaum entsteht. Und zum anderen lässt das Konzept die Nutzung für Veranstaltungen zu. Mit entsprechender Vermarktung sollte es möglich sein, da so etwas wie einen Geheimtipp für Künstler unterschiedlicher Genres zu erschaffen. Dafür wäre es nötig, den Schwimmbadcharakter im Inneren zu erhalten. So ein altes Hallenbad kann entweder ein teurer und zeitraubender Klotz am Bein sein – oder eine Chance auf etwas ganz Besonderes.

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